20 neue VW bis 2013

Heiße Wolfsburger

Drei Jahre bis zum neuen VW Golf VII. In dieser Zeit sprudeln bei VW die Neuheiten. Wir enthüllen die Details der Wolfsburger Modellplanung

Bis 2018 will VW-Boss Martin Winterkorn, bei VW meist nur „Wiko“ genannt, den Branchenriesen Toyota überholen. Nicht nur beim Absatz und beim Geldverdienen. „Bis dahin wollen wir auch die Nummer eins bei Kundenzufriedenheit und Qualität sein.“ Es wird haufenweise neue Modelle geben, darunter einige Überraschungen, die wir gleich erklären. Und natürlich wird der Golf-Nachfolger, das Aushängeschild der Marke, wieder im Mittelpunkt stehen.

2013 kommt der VW Golf VII
Wir reden über den Golf VII, der Mitte 2013 startet. Diesmal ist wirklich alles neu, denn erstmals nutzt der Bestseller die Technik des modularen Querbaukastens (MQB) des Konzerns. Erstmals heißt aber nicht erster, denn die MQB-Premiere gibt es schon Anfang 2012 im neuen Audi A3.

Das Prinzip des MQB ist schnell erklärt. Das ist quasi ein moderner Stabilbaukasten für Kompakt- und Mittelklasseautos mit vorn quer eingebauten Motoren. Hier ist alles flexibel: Fahrzeuglänge, Breite, Höhe, Radstand, Spurweite. Das gesamte Fahrwerk, der komplette Antriebsstrang. MQB taugt für jede Karosserieversion. Das System verkürzt die Entwicklungszeiten um Jahre und spart Milliarden Euro an Produktionskosten.

Jetzt zum Golf-Nachfolger. Der sieht viel massiver und viel trainierter aus als bisher, finden wir. Das liegt schon an den kürzeren Karosserieüberhängen, die der neue Baukasten erlaubt. In der Länge bleibt der VW Golf bei rund 4,20 Metern, wird aber zwei Zentimeter breiter (1,80 m). Der Radstand wächst um gleich acht Zentimeter, was voll der zweiten Sitzreihe und dem Laderaum zugute kommt. Und die auffällige Schnittigkeit des Neuen, dessen Design jetzt bestätigt ist, soll für den besten cW-Wert der Klasse sorgen: unter 0,3.

Der neue Golf wir rund 100 Kilo leichter
Feinheiten gefällig? Beachten Sie die neue „Tornado-Linie“ unterhalb der Türgriffe, die stark abfallende Front, die flachere, abgesenkte A-Säule und die kleinen Seitenfenster in den Vordertüren, die mehr Übersicht beim Abbiegen bringen. Deshalb sitzen die Außenspiegel nun auf den Türen. Neu sind auch die in die Scheinwerfer auslaufende untere Chromleiste des Kühlergrills und die LEDs. Besonders stolz sind die Techniker auf ihre Gewichtsdiät – das Auto wiegt über 100 kg weniger als das aktuelle Modell! Beim Abhungern hilft der gezielte Einsatz von hochfesten Stählen, die den Materialaufwand deutlich reduzieren. Und in der Praxis soll es durch die neue Leichtigkeit Verbrauchsvorteile von bis zu 20 Prozent geben.

Diesel bis zu 200 PS
Dazu passt, dass bei den Motoren die starken Kleinen mehr zum Zuge kommen. Beschlossen ist, dass der supersparsame, nur 1,2 Liter große Dreizylinder-Diesel, der bereits im VW Polo wirkt, in den Golf darf. Seine Leistung, derzeit 75 PS, wird dazu etwas angehoben. Darüber rangieren die bekannten 1,6-Liter mit 90 und 105 PS sowie die Zweiliter mit 140 und 170 PS. Im neuen GTD-Sportler soll schon der doppelt aufgeladene Zweiliter-TDI (im T5 mit 180 PS) antreten, dessen Laufkultur noch verfeinert wird. Leistung: rund 200 PS.

Bei den Benzinern ist der direkteinspritzende 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 105 PS gesetzt, dazu der 1,4-Liter (EA 111) mit rund 125 PS und der doppelt aufgeladene 1,4-Liter (Kompressor/Turbo) mit gut 160 PS. Übrigens: Der 1,4-Liter wird gerade komplett überarbeitet. Der Neue (EA 211) bietet weniger Reibungsverluste, weniger Verbrauch und mehr Kompatibilität mit anderen Komponenten – inklusive Hybrid- und Elektrotechnik.

Die Leistung des neuen GTI dürfte mit dem umgerüsteten EA 888-Zweiliter von 210 PS auf mindestens 220 PS steigen. Reicht völlig, denn durch die Gewichtsdiät ergeben sich ohnehin bei allen Modellen bessere Fahrleistungen und verschärfte Kurvenkünste. „Der Neue geht unglaublich um die Ecken“, schwärmen die Wolfsburger.

Hybrid und E-Version
Und weil sich VW „bei der Elektromobilität an die Spitze der Bewegung“ (Winterkorn) setzen will, ist als erstes auch eine Hybridversion des Golf geplant, der Verkauf soll noch 2013 beginnen. Ihr Antriebssystem kombiniert einen rund 85 kW starken Elektromotor mit einem Benziner – hier kommt der beschriebene neue 1,4-Liter als einfacher Turbo mit rund 120 PS zum Einsatz. Im reinen Elektro-Modus, per Knopfdruck wählbar, liegt die Reichweite bei über 50 Kilometern. Die dazugehörige Lithium-Ionen-Batterie lässt sich per Kabel (Plug-in-Prinzip) an einer 230-V-Steckdose aufladen. Mit nur wenig Abstand folgt dann schon der reine Elektro-Golf, der mit größerer Batterie eine Reichweite von über 150 km bieten soll.