Möchten Sie auf die mobile Seite wechseln?

JA NEIN

VW-Neuheiten: Neue Techniken zur CO2-Reduktion

VWs neue Technik

Auch beim Kampf um die meisten Gänge setzt sich VW an die Spitze – ein Zehngang-DSG toppt die Neunstufen-Automaten von Mercedes und ZF

10-Gang-Doppel-Kupplungsgetriebe

Die Anzahl der Getriebegänge hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Den vorläufigen Höhepunkt präsentiert VW in Gestalt des neuesten Doppelkupplungsgetriebes, das die interne Bezeichnung DQ511 trägt. Es basiert auf dem bisherigen Siebengang-DSG DQ500, das ebenso wie der Zehngänger für den Quereinbau und ein Eingangsdrehmoment von bis zu 550 Nm ausgelegt ist.

Waren bislang für die sieben Fahrstufen auch ebenso viele Zahnradpaare vonnöten, so wenden die Getriebe-Entwickler für das Zehngang-DSG einen speziellen Trick an: Mit Hilfe von zwei zusätzlichen Schaltelementen und einem Rücklaufrad sowie einer neuen Schaltstrategie ist es nun möglich, den Leistungsfluss innerhalb des Getriebes umzulenken und damit  neben den sieben Direktgängen drei zusätzliche Windungsgänge zu erzeugen.

Der Vorteil dabei: Der Bauraum bleibt identisch, und das Gewicht steigt aufgrund der wenigen zusätzlichen Bauteile nur leicht an. Während sich durch die kürzere Übersetzung der ersten beiden Gänge das Beschleunigungsvermögen verbessert, senkt die lang ausgelegte zehnte Fahrstufe nicht nur die Drehzahl, sondern damit auch den Verbrauch. Und da die Gänge dazwischen feiner gestuft sind, kann der Motor öfters im Bereich seines besten Wirkungsgrads arbeiten.

Zusätzlich zu den zehn Gängen bietet das Getriebe-Layout die Möglichkeit, weitere Fahrstufen für Sondergänge wie einen extrem kurzen Kriechgang oder einen extra langen „Super-Overdrive“ zu realisieren. Spätestens 2017 soll das Doppelkupplungsgetriebe im Passat und in PS-starken Golf-Modellen zum Einsatz kommen. (Hier geht's zum Bild)

CO2-Reduktion: Mild-Hybrid

Anhand eines Passat-Prototypen mit 1,4 Liter großem TSI-Motor und Doppelkupplungsgetriebe geben die Wolfsburger einen Ausblick auf ein neues Mild-Hybridsystem mit einem zusätzlichen riemengetriebenem Startergenerator. Das schaltet den Motor in allen Geschwindigkeitsbereichen aus und entkoppelt ihn automatisch vom Antriebsstrang, sobald der Fahrer vom Gas geht.

VW spricht von einem Sparpotenzial von fünf bis zehn Prozent. Damit die Lenkung und das DSG auch bei abgeschaltetem Motor funktionieren, verfügt der Mild-Hybrid über ein zweites Niederspannungsnetz. Die Energie, die durch Rekuperation während der Bremsphasen gewonnen wird,  speichert das Hybrid-System in einer zweiten Batterie (Lithium-Ionen). Während unsererTestfahrt zeigte die Technik einen hohen Reifegrad, sie soll in Klein- und Kompaktwagen eingesetzt werden. (Siehe Schaubild)

Glasdach

Eine nur 0,0004 mm dünne Oxidschicht, die auf das Glasdach aufgetragen wird, sorgt dafür, dass kurzwellige Strahlung durchgelassen, Infrarotstrahlung (Wärme) allerdings  reflektiert wird. Die Folge: Der Innenraum heizt sich im Sommer nicht mehr so stark auf, und die Klimaanlage wird entlastet, was zusätzlich Sprit spart. (Siehe Schaubild)

Cockpit

Damit sich die schwarze Instrumententafel und so auch der Innenraum nicht mehr so stark aufheizen, arbeitet VW an einer infrarotreflektierenden Cockpit-Oberfläche. Anstatt den Kunststoff wie üblich mit Ruß einzufärben, kommen Metalloxid-Pigmente zum Einsatz, die das Sonnenlicht größtenteils reflektieren. (Siehe Schaubild)

Alexander Lidl