Ford vs. VW: 13 Neuheiten in allen Klassen, von Fun-Up bis Focus Cabrio

Köln gegen Wolfsburg

Still und heimlich plant Ford eine Modelloffensive. Dabei wagen sich die Kölner sogar in neue Fahrzeugklassen. Aber auch der große Rivale Volkswagen hat Überraschungen parat – wir zeigen 13 spannende Modellneuheiten

Prinzipiell ließe sich das Duell zwischen Ford und VW mit Geschichtchen aus der Bundesliga starten. Das passt aber gerade nicht, denn der 1. FC Köln ist mal wieder abgestiegen, und das harmoniert nicht mit dem Anspruch der ortsansässigen Ford-Werke.

In Wolfsburg hingegen findet der erfolgssüchtige VW-Konzernchef Martin Winterkorn den achten Tabellenrang des VfL garantiert nicht lustig, wenn er an die hier verpulverten Sponsorgelder denkt (Umfrage: Ford oder VW?).

Ford gegen VW: Kölner Modelloffensive gegen Wolfsburg

Beginnen wir lieber mit Verkaufszahlen, obwohl auch hier die Säge klemmt. Weil nämlich die europäischen Autokäufer durch die Finanzkrise schwer verunsichert sind. So hat Ford in Gesamteuropa bis Mai dieses Jahres 7,6 Prozent weniger Autos verkauft als 2011, auch die Aussichten sind nicht rosig.

Selbst beim Überflieger VW geht es in Europa nicht wie gewohnt voran, der Zuwachs von 3,1 Prozent bis Juni war relativ bescheiden. Konzernvertriebsvorstand Christian Klingler verbreitet wenig Optimismus: "Die Unsicherheiten im Euro-Raum beschäftigen uns intensiv."

Klar, bei Käuferstreiks helfen nur zugkräftige Automodelle, das wissen beide Hersteller. Überraschenderweise zieht Ford mit Genehmigung der US-Zentrale plötzlich tolle Joker aus dem Ärmel. "Das Volumensegment ist unsere Heimat – hier wollen wir neue Akzente setzen", sagt Bernhard Mattes, Chef der deutschen Ford Werke AG. Und er stellt direkt eine schöne "Produktoffensive" in Aussicht.

Ford: Einstieg in neue Fahrzeugklassen

Noch soll alles geheim bleiben, doch wir nennen erste spannende Details. Dabei geht es sogar um den Einstieg in neue Fahrzeugklassen. So soll die nächste Generation des beliebten Ford Kuga in gleich zwei Versionen anrollen. Anfang 2013 zunächst als gewohnt klassisches, 4,52 Meter langes SUV – mit und ohne Allradantrieb. Gut ein Jahr später dann auch als scharfes, viertüriges Gelände-Coupé im Stil des Range Rover Evoque. Erste Designideen gibt es bereits. Ford ist nämlich nicht entgangen, dass VW mit einem auf dem Tiguan basierenden Coupé-Offroader ein ähnliches Projekt plant. Motorisch gibt es für den Kuga die sparsamen 1,6- und 2,0-Liter-EcoBoost-Turbobenziner mit 150 bis 240 PS. Und auch der neue 1,0-Liter-Dreizylinderturbo wird mit von der Partie sein.

Zweite SUV-Überraschung bei Ford ist ein kleiner, dank langem Radstand aber recht geräumiger Stadt-Flitzer, der wegen seiner erhöhten Bodenfreiheit auch für leichtes Gelände taugen soll – wahrscheinlich nur mit Frontantrieb. Der EcoSport wird Ende 2014 quasi der Erbe des kantigen Fusion, er nutzt die neue globale B-Plattform der Marke (à la Fiesta) und natürlich auch den erwähnten Dreizylinder-Turbo. Optisches Vorbild ist die bullig-rustikale Studie gleichen Namens, die Ford im Januar zeigte. Das Auto soll weltweit in bis zu 100 Ländern verkauft werden, in technisch einfacheren Versionen zum Beispiel auch in Brasilien und Indien.

Auch bei den Luftigen plant Ford Neues: Den Focus soll es womöglich noch vor dem nächsten Modellwechsel wieder als Cabrio geben – aber nicht mehr mit Metallklappdach, sondern preisgünstiger und optisch gefälliger mit Automatik-Stoffdach, was dann auch ein vernünftiges Kofferraumvolumen möglich macht. Voraussichtlich wird das Ladeabteil eine ähnliche Schnell-auf-und-zu-Konstruktion wie beim neuen Golf Cabrio, bei der das am Ende oben liegende obere Dachelement zugleich als Abdeckung fungiert und eine fummelige Persenning überflüssig macht.

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Bleibt noch ein richtiger Kracher zu erwähnen: Ford Deutschland will den für etwa 2015 geplanten Nachfolger der Sportwagen-Ikone Mustang gern bei uns offiziell über seine Händler anbieten. Dieses Thema ist allerdings noch nicht entschieden – es gibt noch Diskussionen mit der US-Konzernführung über technische Parameter und das mögliche Preisgefüge. Klar ist aber schon jetzt, dass der neue Mustang alle europäischen Crashnormen erfüllen soll. In den USA ist der aktuelle Mustang mit einem Einstiegspreis von rund 23.000 Dollar für die 305-PS-V6-Version geradezu ein Billigangebot. Der Neue soll bis zu 100 Kilogramm leichter werden und bekommt sparsamere EcoBoost-Motoren inklusive eines 3,5-Liter-V6-Twinturbos mit deutlich über 300 PS. Auch eine moderne Mehrfachlenker-Hinterachse ist in der Entwicklung. Erste Technikträger sind schon seit mehreren Monaten unterwegs – geschickt getarnt unter einer aktuellen Mustang GT-Karosse.