Volvo S90 und Alfa Romeo Giulia 2012: Oberklasse-Limousinen im Vergleich

Noble Alternativen

Der kühle Norden gegen den glühenden Süden: Der künftige Edel-Volvo S90 trifft den Nachfolger des Alfa 159, der als Giulia neue Kunden betören soll

Volvo und Alfa Romeo, das ist wie Eis und Feuer. Auf der einen Seite die glatten, kühlen Schwedenautos mit dem Status der Unkaputtbaren und dem totalen Sicherheitsanspruch, die dem Klischee nach gern von hornbebrillten Akademikern, Oberlehrern und Architekten bewegt werden.

Gegenüber die optisch oft aufregenden und auch fahrerisch reizenden Italiener für die automobilen Individualisten dieser Welt, die sich wegen einer technischen Unzulänglichkeit nicht gleich aus dem Fenster stürzen.

VOLVO INVESTIERT MIT GEELY-HILFE MILLIARDEN IN DIE ZUKUNFT

Eins eint sie: Beide Traditions-Marken sind im Aufbruch. Volvo, seit 2010 im Besitz des chinesischen Autobauers Geely, nabelt sich unter der Führung des Ex-VW-Topmanagers Stefan Jacoby endgültig von der früheren Mutter Ford ab. Die defizitären Zeiten sind beinahe vergessen:

2011 stieg der weltweite Absatz um 20,3 Prozent auf 449.255 Fahrzeuge, in China gab es sogar ein Plus von 54 Prozent (47.140 Autos). Bis 2020 sollen elf Milliarden US-Dollar investiert werden, der Gesamtabsatz soll sich auf 800.000 Autos fast verdoppeln. Und künftig soll das Design wieder den "skandinavischen Charme“ spiegeln. Jacobi sieht Volvo gar als „Apple im automobilen Premiummarkt“.

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Und Alfa Romeo? Erwacht im neuen Fiat-Chrysler- Konzern wieder zum Leben, seitdem der italienische Topmanager Sergio Marchionne, ein bekennender Pullover-Träger, Opernfan und Liebhaber extrem schneller Autos, die Zügel straff in der Hand hat. Mit der Kultmarke Alfa, durch Absatzschwund in den letzten Jahren chronisch in den Miesen, will er nicht nur den US-Markt zurückerobern: „Ihre Mission ist es, eine Premium-Sportwagenmarke zu werden.“ Immerhin gab es mit dem optisch interessanten Kleinwagen MiTo und dem Golf-Klässler Giulietta erste Achtungserfolge.

Fehlen nur noch passende neue Modelle für die Mittel- und Oberklasse – auch die sind bei beiden Marken in Sicht. So nimmt bei Volvo unter der Leitung von Chefdesigner Thomas Ingenlath das künftige Topmodell Volvo S90 gerade Gestalt an. Verkaufsstart: 2015. Pikanterweise kommt auch Ingenlath vom VW-Konzern – er saß auf Toppositionen bei Skoda und Audi.