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SUV-Neuheiten von Audi, BMW & Co.

Der Boom hält an

Immer neue SUV kommen auf den Markt. Die etablierten Premiummarken bauen ihr Modellprogramm aus, Skoda möchte mit einem neuen Modell in die Oberklasse, und sogar über ein Borgward SUV wird spekuliert. Ein Überblick

Der Erfolg der SUV geht weiter. Unaufhaltsam. Es gibt längst kein Segment mehr, das diesen Überholvorgang ausbremsen könnte. So verkauft Porsche seit geraumer Zeit mehr Geländegänger als Sportwagen. Wer heute kein SUV im Angebot hat, steht auf verlorenem Posten oder ist ein absoluter Nischenhersteller wie Ferrari oder McLaren. Deshalb startet auch Seat endlich mit einem SUV, das den Spaniern anhaltenden Erfolg garantieren soll.

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Und dann ist da ja noch Borgward – quasi das Ungeheuer von Loch Ness in der Automobilindustrie. Taucht es (wieder) auf oder nicht? Auf der IAA jedenfalls, so die Gerüchteküche, könnte ein Geländewagen mit dem mythenumwobenen Namen präsentiert werden. Aber auch die Platzhirsche in diesem Segment greifen weiter an und besetzen mit neuen SUV- und Crossover-Modellen interessante Nischen.

Audi Q6
Besonders Großes hat Audi vor: Q6 heißt die Allzweckwaffe, die sowohl den klassischen Wettbewerbern als auch Tesla Kunden streitig machen soll. Das Crossover-Coupé kommt zum einen mit Verbrennungsmotoren, könnte aber auch als reines Elektrofahrzeug zum Tesla-Fighter der Ingolstädter werden. Auf der IAA soll eine erste Studie zeigen, wie die Audi-Ingenieure um Entwicklungschef Ulrich Hackenberg wieder Vorsprung durch Technik definieren.

Im Design dürfte der Neue ebenfalls Akzente setzen. Da Elektromotoren kleiner und die Batterien im Wagenboden untergebracht sind, könnte der vordere Karosserieüberhang auf ein Minimum reduziert werden. Zwei E-Motoren sollen dabei dem Trendsetter der Audianer Schwung geben. Der stärkere Motor treibt die Hinterräder an, der vordere sitzt im Bereich der Vorderachse.

Zwischen den Achsen besteht kein direkter Durchtrieb, bei langsamem Tempo werden wahrscheinlich nur die Hinterräder angetrieben, bei höherem Tempo schaltet sich dann der Allrad zu. Obwohl keine direkte Verbindung zwischen den Achsen besteht, kann jedes Rad in Sachen Traktion und Schlupf einzeln angesteuert werden. Die Leistung der beiden E-Maschinen soll im Basismodell mit reduzierter Reichweite bei etwa 320 PS beginnen, das Topmodell könnte bis 450 PS leisten. Die Akkus sollen bis 100 kWh elektrische Energie speichern.

Selbstverständlich haben die Ingolstädter auch das Thema Reichweite im Visier – mindestens 400 Kilometer sollen es werden, bis die nächste Ladestation angesteuert werden muss. Um dem hohen Gewicht der Elektrofahrzeuge zu begegnen – die Lithium-Ionen-Batterien und die Leistungselektronik werden wohl knapp unter 700 Kilo schwer sein –, setzt Audi eventuell auf eine Aluminiumkarosserie.

Dies ist aber noch nicht entschieden. Auch induktives Laden ist ein Thema. Ob das allerdings schon zum Start des Q6 möglich sein wird, ist noch offen. Das rund 2300 Kilo  schwere  Crossover-Coupé könnte in rund vier Sekunden den Sprint von null auf 100 km/h absolvieren und über ein Drehmoment von etwa 1000 Nm verfügen. Zum Schnäppchenpreis wird es den Technologieträger allerdings nicht geben – Preise unter 80.000 Euro wären eine Überraschung.

BMW X2
Auch BMW möchte in der Erfolgsarithmetik X1, X3, X4 und X5 noch weitere Gewinnbringer hinzuaddieren. Nach dem X1, der in diesem Sommer neu kommt, folgt auf der gleichen Frontantriebsplattform (UKL), auf der auch der neue Mini und der 2er Active Tourer basieren, der coupéhafte X2, der die Palette von X4 und X6 nach unten abrundet.

Bei gleichem Radstand soll der X2 etwa zwei Zentimeter kürzer ausfallen als der X1. Das wird in erster Linie durch das Design der Stoßfänger definiert. Um ein leichtfüßiges Handling zu garantieren und gleichzeitig den CO2-Ausstoß zu reduzieren, setzt BMW auf eine Mischbauweise aus Aluminium, Magnesium und hochfesten Stählen.

Gegenüber dem alten X1 verspricht man sich eine Gewichtsersparnis von 50 bis 60 Kilo. Neben den Allrad-Modellen soll es auch Frontantriebsversionen geben. Da Dreizylindermotoren längst kultiviert und salonfähig geworden sind – auch der 3er wird demnächst mit Dreizylinder angeboten –, sollen diese Aggregate auch beim X2 mit 136 und 192 PS eingebaut werden. Den Vierzylinder-Einstieg bildet der 163 PS starke 18i, die Topmotorisierung ist zunächst der 25i mit 231 PS.

Einen 35i wird es im X2 nicht geben, da der Quereinbau keinen Platz mehr für den Sechszylinder bietet. Bei den Dieseln stehen zum Start der 18d mit 150 PS und der 20d mit 190 PS parat. Doch hier wollen die Bayern im Lauf des Modellzyklus noch nachlegen. Zwar ist keine M-Variante geplant, aber eine Version  mit  M-Performance-Paket, die nicht nur eine schärfere Optik, sondern auch eine Mehrleistung von 15 bis 20 PS gegenüber dem normalen 25i bieten soll. Ein Plug-in-Hybrid wird zunächst nicht angeboten, er wäre aber technisch machbar.

Bei der Bedienung – etwa Bildschirmgröße und Menüführung – setzt BMW auf Bewährtes aus dem 2er Active Tourer, und auch eine Sprachsteuerung wird es geben, die Gestensteuerung dagegen noch nicht. Sie bleibt dem 7er vorbehalten. Das bei BMW erhältliche Laserlicht ist für den X2 ebenfalls kein Thema. Es wäre zu teuer, deshalb bleibt es hier bei LED-Technik.

Optional gibt es ein Head-up-Display, voraussichtlich wird es wie beim Mini mit einer Kunststoff-Projektionsscheibe ausgestattet sein. Der Fünfsitzer erhält einen komplett neuen Innenraum, wie auch der X1. BMW verspricht eine höhere Wertigkeit und eine deutlich verbesserte Qualitätsanmutung. Wer das coupéhafte Design gegenüber dem X1 bevorzugt, muss mit einem Mehrpreis von rund 1000 Euro rechnen.

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Volker Koerdt