Möchten Sie auf die mobile Seite wechseln?

JA NEIN

Porsche-Neuheiten: 911 und Boxster

Neue Turbo-Ära

Von geringeren Fertigungskosten ganz zu schweigen. Gegenwärtig kommt zum Thema „Vierzylinder im 911“ aus Zuffenhausen zwar ein kategorisches Nein, wobei sich dies aber auch auf reine Verbrennerkonzepte beziehen könnte. Legt man mit Blick auf das Jahr 2020 bei Turbo-Serienmotoren beherrschbare Literleistungen von bis zu 200 PS zugrunde, so wäre ein 2,5-Liter-Vierzylinder mit rund 500 PS darstellbar, der zusammen mit zwei insgesamt mehr als 250 PS leistenden E-Maschinen eine Gesamtleistung von über 750 PS realisieren könnte.

Porsche Boxster-Facelift mit Vierzylinder-Motoren

Hier wird letztlich weniger die Frage der technischen Darstellbarkeit, sondern vielmehr die Firmenpolitik entscheiden. Schließlich dürfte man die leistungsmäßige Abgrenzung zum Flaggschiff 918 Spyder respektieren. Der bisherige Hybrid-Supersportler wird wohl jenseits von 2020 vermutlich auch einen Nachfolger erhalten, der dann nochmals deutlich oberhalb des 911 GT2 e-Hybrid rangieren müsste.

Obwohl die technische Argumentation beim Verbrenner des Porsche 911 GT2 e-Hybrid eher für einen Vierzylinder spricht, scheint die Umsetzung mit einem tradierten, aufgeladenen Sechszylinder-Boxer genauso möglich – allerdings mit geringen Nachteilen hinsichtlich Gewicht und Effizienz.

Für beide Verbrennerkonzepte hat Porsche bereits Vorlagen in der Schublade – eben den wie eingangs beschriebenen neuen, im Spätsommer debütierenden Biturbo-Sechszylinder-Boxer, aber auch eine neue Vierzylinder-Boxer-Generation, wie sie 2016 Boxster und Cayman befeuern wird. Ausgelegt als Mono-Turbo und mit Hubräumen vermutlich zwischen 2,0 und 2,5 Litern, dürften Leistungen von gut 300 PS für die Basismodelle sowie etwa 370 PS für die S-Versionen wahrscheinlich sein.

Vermutlich liegt bei den neuen Motoren – und auch hier greift die Porsche-Traditon – ein cleveres Baukastensystem zugrunde. So könnte der neue Dreiliter-Sechszylinder-Boxer im Bereich von Kolben, Pleueln und Ventilen bequem auf den Zweiliter-Vierzylinder zurückgreifen, und ein 2,5-Liter-Vierzylinder wäre – ausgehend vom Zweiliter-Motor – recht simpel über eine Kurbelwelle mit vergrößertem Hub sowie kürzeren Pleueln darstellbar.

Wieder mit Blick auf einen möglichen 911 GT2 e-Hybrid, darf bei der Entwicklung dieser neuen Verbrennergeneration unterstellt werden, dass das Thema einer möglichen späteren Hybridisierung bereits mit berücksichtigt wurde. Durch das geringere Gewicht der Vierzylindermotoren und die weitere Verwendung von Leichtbaumaterialien bei der Karosserie erscheint bei Boxster und Cayman zudem eine Gewichtseinsparung gegenüber den bisherigen Modellen von etwa 50 Kilogramm möglich. Auch hier also – ganz dem Porsche-Anspruch folgend – eine Verbesserung von Performance und Effizienz.

Jürgen Gassebner/Volker Koerdt