Pariser Autosalon 2014

Mercedes SLS AMG Electric Drive 2013: Auto Salon Paris 2012

Blaues Wunder?

Mit einem ab Juni 2013 erhältlichen und rein elektrisch angetriebenen Supersportler überrascht Mercedes die Fachwelt beim Auto Salon Paris 2012

Elektroautos sind langweilige Zweckmobile für den zähen Großstadtverkehr und von Fahrspaß so weit entfernt wie Fast Food vom Gourmetrestaurant? Auf manchen Vertreter der unter Strom stehenden Automobile mag das zutreffen, aber wie so oft ist auch an dieser Stelle Verallgemeinerung nicht ratsam.

Mercedes SLS AMG Electric Drive 2013: Mit 555 kW in die Zukunft

Anderenfalls könnte es bei einer Fahrt im Mercedes SLS AMG Electric Drive 2013 zu großer Verwirrung kommen, denn dieser Schwabe raubt selbst Kennern den Atem: Angetrieben von vier Elektromotoren mit zusammen 552 kW (751 PS) und 1000 Newtonmeter Drehmoment beschleunigt der Elektro-Supersportler in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 und bis zu einer künstlich begrenzten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

Der Flügeltürer ist somit das schnellste in Serie gebaute Elektroauto der Welt und muss auch kaum einen Vergleich mit konventionell angetriebenen Supersportlern scheuen. Da jedem Rad ein eigener E-Motor zugeteilt ist, genießt der SLS Electric Drive die hervorragende Traktion eines intelligenten Allradantriebs, denn natürlich erfolgt die Kraftverteilung radselektiv und angepasst an den aktuellen Fahrzustand.

Für den passenden Sound sorgt ein System von elf Lautsprechern, das die Ohren der Insassen trotz "fehlendem" Verbrennungsmotor mit einem zur Dramatik des Fahrzeugs passenden Klangbild versorgen soll. Je nach Fahrzustand werden dabei die Eigengeräusche des Fahrzeugs verstärkt oder gefiltert, damit auch dieser SLS so kraftvoll klingen kann, wie man es von einem AMG erwartet.

In Kooperation mit den Experten aus dem Formel 1-Rennstall von Mercedes AMG wurde die 548 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie entwickelt, die über einen Energiegehalt von 60 Kilowattstunden verfügt und mit einer Maximalspannung von 400 Volt arbeitet. Die flüssigkeitsgekühlte Batterie ist in einer Carbon-Zelle untergebracht und so selbst bei schweren Unfällen optimal geschützt.

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Bleibt die Frage, was den Elektro-SLS stoppen kann – worauf es leider gleich zwei Antworten gibt: Mit einer Reichweite von 250 Kilometern im EU-Zyklus dürfte die Elektronik bei dynamischer Fahrweise sehr häufig nach der nächsten Ladestation verlangen, was je nach anliegender Stromstärke einen Boxenstopp von drei bis zwanzig Stunden nach sich zieht. Und dann wäre da noch der Preis: 416.500 Euro ruft Mercedes für den lokal emissionsfreien Supersportler auf – nicht nur kühle Schwaben mit spitzem Bleistift könnten dabei ins Grübeln kommen.
Benny Hiltscher