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Genfer Autosalon 2016: Rundgang

Die Stars des Genfer Autosalon

Auf dem Genfer Autosalon 2016 findet sich die bewährte Mischung aus praktischen Alltagsautos und vernünftige Kleinwagen sowie schillernden Luxuslinern und brüllende Boliden. Mut zum Risiko? Fehlanzeige.

Die Stimmungslage auf dem Genfer Autosalon 2016 (3. bis 13. März) ist gut. Entsprechend wenig Grund haben die Hersteller allerdings auch, sich auf echte Risiken einzulassen und wirklich etwas Neues zu probieren. Von der digitalen Revolution und dem Umbau der Mobilität ist zwar bei den Herstellern viel zu hören, aber auf den Ständen des Genfer Autosalons 2016 nur wenig zu sehen. Stattdessen setzt die PS-Branche auf eine bewährte Mischung aus praktischen Alltagsautos sowie schillernden Luxuslinern. Die Diskrepanz zwischen Vision und Wirklichkeit wird besonders deutlich beim VW-Konzern. Denn einerseits redet kein anderer Hersteller so laut vom Wandel wie der Wolfsburger Zwölf-Markenkonzern, andererseits gibt es bei den Niedersachsen und ihren Töchtern mehr konventionelle Neuheiten auf dem Genfer Autosalon 2016 als je zuvor. Wenngleich ein kleiner Geländewagen wie der Q2 prima zu Audi passt und die Händler auf einen Polo-SUV wie den T-Cross gewartet haben. Auch wenn der serienreife Geländewagen Seat Ateca genauso ein Selbstläufer ist wie die Skoda Vision S, aus dem im Herbst der Skoda Kodiak wird. Und selbst wenn der Bugatti Chiron als 1500 PS starker und 420 km/h schneller Überflieger ein faszinierendes Auto ist. All diese Neuheiten haben mit der  Vision vom voll vernetzten, smarten und sauberen Auto nur wenig gemein. Auch bei den anderen Autoherstellern auf dem Genfer Autosalon 2016 geht es weniger um Innovationen, denn um Portfoliopflege.

Bildergalerie: Unser Rundgang über den Genfer Autosalon 2016

Nur wenige Innovationen auf dem Genfer Autosalon 2016

Ein Cabrio der Mercedes C-Klasse, ein BMW Siebener mit V12-Motor oder mit Plug-In-Hybrid, ein V90 als riesengroßer Volvo-Kombi oder der Levante als erstes SUV von Maserati – alles neue Autos, aber alles auch schon einmal da gewesen. Das sieht jenseits der Oberliga nicht anders aus: Von Ford zum Beispiel gibt es auf dem Genfer Autosalon 2016 ein Facelift für den Kuga und von Opel ein Update für den Mokka. Und bei Fiat begegnen einem auf dem Genfer Autosalon 2016 alte Bekannte, selbst wenn es ganz neue Autos sind: Denn egal ob Fiat 124 Spider oder Fiat Tipo als Fließheck oder Kombi – beide Modelle hat Fiat schon einmal ins Rennen geschickt. Auch die Franzosen kochen ihre Genfer Suppe nach dem bewährten Rezept. Der neue Renault Mégane Kombi ist eine elegante Erscheinung und der neue Scénic sieht klasse aus, aber nennenswerte Innovationen haben beide Modelle nicht zu bieten. Genauso beim aufgefrischten Peugeot 2008 oder der große bei Citroën Spacetourer. Und selbst der DS E-Tense auf dem Genfer Autosalon 2016 ist kein großer Trost. Denn als reine Fingerübung der Designer bleibt dieser elektrische Sportwagen wohl ohne nennenswerten Einfluss. Da kann man sich schon fast die Asiaten loben: Mit dem Hyundai Ioniq nehmen die Koreaner das Vorbild Toyota Prius mit einem Hybriden, einem Plug-In und einem reinen Elektrofahrzeug ins Visier. Kia zeigt mit dem ebenfalls als Hybrid konzipierten Kia Niro, dass ein kleines SUV auch mit gutem Gewissen gefahren werden kann. Dazu ein fast schon Audi-ähnlicher Kombi des Kia Optima, der schmucke kleine Geländewagen Toyota C-HR oder ein ziemlich überdrehter Vorbote des nächsten Honda Civic.

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Rückbesinnung auf alte Tugenden auf Genfer Autosalon 2016

Interessant ist die Rückbesinnung auf alte Werte auf dem Genfer Autosalon 2016: Mit dem Opel GT Concept fährt Opel zumindest als Studie noch einmal den GT auf die Bühne. Bei Renault spricht alles vom Comeback der Renault Alpine, selbst wenn sie erst im Herbst in Paris zu sehen sein wird. Und Porsche zeigt auf dem Genfer Autosalon 2016 mit dem Porsche 911 R einen radikal reduzierten Sportwagen mit 500-PS-Sauger und Handschaltung, aber ohne Klima und Radio. Die Kleinserienhersteller übernehmen die Rolle der Innovatoren auf dem Genfer Autosalon 2016. Sie bringen die Isetta als pfiffiges Elektroauto zurück, experimentieren wie Quant mit dem Quantino mit neuer Akku-Technologie oder lösen das Reichweitenproblem von Elektroautos wie E-Tender mit einem Generator im Anhänger. Und selbst Borgward erscheint da plötzlich in einem ganz anderen Licht, wenn die deutsch-chinesischen Wiedergänger ihren Borgward BX7 Ende 2017 nach Deutschland nur als Elektroauto oder Plug-In-Hybrid ins Land holen. So laut, wie die Hersteller vom Wandel sprechen, müssen den Worten auch Taten folgen. Angesichts des brummenden Marktes ist es aber offenbar gar nicht so eilig. Wie gut es der Branche geht, zeigen die zwei extremen Beispiele Lamborghini Centenario und der neue Bugatti Chiron auf dem Genfer Autosalon 2016. Obwohl der Lamborghini Centenario netto 1,75 Millionen Euro kostet, sind die je 20 Coupés und Roadster bereits verkauft. Und selbst für den knapp drei Millionen Euro teuren Bugatti Chiron hat Firmenchef Wolfgang Dürheimer bereits 150 Bestellungen in den Büchern. Kein Wunder also, dass die Stimmungslage auf dem Genfer Autosalon 2016 gut ist.

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Thomas Geiger/az