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Ford Explorer (2016): Vorstellung

Vierzylinder im Luxus-SUV

Mit dem aktuellen Ford Explorer könnten die Kölner auch in Europa für Furore sorgen. Die Zeiten rustikaler Säufer sind auch in den USA längst vorbei, das Luxus-SUV überzeugt mit seinem Downsizing-Vierzylinder.

Seit 25 Jahren im Handel und weit über sieben Millionen mal verkauft dominiert der Ford Explorer den US-Markt, noch viel stärker als der Tiguan den unsrigen. Und obwohl die Basisversion für nicht viel mehr als 30.000 Dollar verschleudert wird und selbst das Flaggschiff mit allem Furz und Feuerstein kaum das Doppelte kostet, könnte es der Explorer in vielerlei Hinsicht mit dem dicken Ding aus Wolfsburg aufnehmen. Denn so langsam bauen die Rheinländer einen Sturm auf, der den Niedersachsen tatsächlich ein bisschen gefährlich werden könnte. Denn während die Nummer eins im Land den Trend zum SUV viel zu lange verschlafen hat und deshalb nur auf die Doppelspitze von Tiguan und Touareg bauen kann, fährt der Underdog dank EcoSport, Kuga und Edge mit einer Dreierkette – und hat mit dem neuen Ford Explorer sogar noch einen Trumpf in der Hinterhand, der selbst den Touareg kaltstellen kann.

Bildergalerie starten: Amerikanischer Ford Explorer

Der Ford Explorer könnte den VW Touareg schlagen

Zu allererst natürlich beim Platz. Mit 5,04 Metern noch einmal 20 Zentimeter länger als der ohnehin schon stattliche Touareg, ist das innen ein Unterschied wie zwischen Economy und Business-Klasse. Zwar ist der Touareg noch einen Hauch feiner ausgeschlagen und liebevoller verarbeitet, aber die Thronsessel in der ersten Reihe des Ford Explorer und die Beinfreiheit im Fond sind unerreicht. Selbst die elektrischen Klappsessel in der dritten Reihe sind mehr als Notsitze und taugen nach ein bisschen Kletterei auch für Erwachsene. Und wenn man sie nicht braucht, machen sie Platz für einen Kofferraum, in dem man wahrscheinlich auch einen Kleinwagen parken könnte. Wer mit dem Explorer in den Urlaub fährt, muss jedenfalls nie wieder zwischen Sommer- und Winterjacke entscheiden, sondern kann bei bereits 590 Litern in der siebensitzigen Konfiguration gleich den ganzen Kleiderschrank einpacken. Dazu gibt es zahlreiche Ablagen, viele pfiffige Extras wie die speziell verkabelten USB-Buchsen für besonders schnelles Laden und überraschend viel Lack und Leder. Die Zeiten jedenfalls, in denen der Ford Explorer tatsächlich noch aussah wie ein rustikales Expeditionsfahrzeug für ungewaschene Entdecker sind offensichtlich endgültig vorbei. Doch nicht nur bei Ausstattung und Ambiente widerlegt der Explorer so manches schlechte Vorurteil, auch beim Antrieb ist der amerikanische Bestseller überraschend europäisch: Einen V8-Motor gibt es schon seit dem Debüt der fünften Generation im Jahr 2010 nicht mehr.

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Der Ford Explorer setzt längst auf Downsizing statt V8

Stattdessen singt der Ford Explorer das Hohelied des Downsizings, setzt auf EcoBoost-Triebwerke und begnügt sich im schlimmsten Fall mit einem 2,3 Liter großen Vierzylinder. Der gemeine Amerikaner, so könnte man fürchten, fährt so ein Triebwerk zwar allenfalls auf dem Rasenmäher. Doch zur jüngsten Modellpflege im letzten Herbst eingeführt, erfreut sich das kleine Triebwerk überraschend großer Beliebtheit. Und wer damit auf Testfahrt geht, der kann es verstehen. Denn 280 PS und 420 Newtonmeter sind eine ordentliche Ansage und im Mutterland des Tempolimits allemal genug. Die meiste Zeit schippert man in diesem Dickschiff ohnehin fast nur im Standgas ganz entspannt über den Highway. Dann passen auch die extrem komfortable und deshalb wenig verbindliche 6-Gang-Automatik, die sahnige Lenkung und das marshmellowweiche Fahrwerk, das auch noch die letzte Querfuge im schartigen Asphalt wegbügelt. Und wer seinen Trip ein bisschen verlängern will, bitteschön: Natürlich gibt's den Ford Explorer auch mit Allrad und eine Elektronik wie die Terrain-Response von Land Rover sorgt dafür, dass die Entdeckungsreise kein unglückliches Ende nimmt.

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Der Ford Explorer gefällt auch im Großstadtdschungel

Viel überraschender als der Ausritt ins Abseits ist mit dem Explorer aber der Trip in den Großstadtdschungel. Denn zumindest in US-Städten wirkt der Wagen so handlich wie bei uns ein Golf. Und wenn es mit dem Rangieren mal eng wird, gibt es ja noch immer die zwei 180-Grad-Kameras mit eigenen Waschdüsen, die allzeit freie Sicht garantieren. Spätestens damit kann man sich den Explorer dann vielleicht doch nicht nur in San Francisco und Portland vorstellen, sondern auch in Stuttgart und Paderborn – oder eben beim 1. FC Köln. Offiziell gibt es für den Explorer noch keinen Spielerpass für Deutschland, doch das hat Ford beim Mustang auch immer gesagt und nach einem halben Jahrhundert endlich das Gegenteil entschieden. Wenn der SUV-Boom anhält und Ford es mit der Globalisierung der Modellpalette ernst meint, dann könnte es vielleicht doch noch klappen mit dem Tiguan-Killer. Und zwar nicht erst in 25 Jahren.

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Thomas Geiger