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Audi/Mercedes/Porsche: Neuheiten bis 2018

Audi A7, AMG-Viertürer & Co

Bis 2018 stehen von Audi, Porsche und Mercedes zahlreiche Neuheiten ins Haus. Exklusiver Ausblick auf den angekündigten Mercedes-AMG-Viertürer, den neuen Audi A7 und Porsche Panamera II.

Wenn ein Jahr geht und ein neues beginnt, hat jeder seine ganz persönliche Art zurückzublicken. Neben dem Schrecken, dass sich abermals zwölf Monate in buchstäblich nichts aufgelöst haben, erinnert man uns in diversen Rückblicken daran, was uns bewegt hat: Herr Schmidt aus Hamburg hat seine letzte Zigarette geraucht. Ballsportfunktionärstum und Redlichkeit sind zwei Paar Schuhe. Und bei VW in den USA war irgendein Schmu mit Abgaswerten. Sieht die Auto-Zukunft aus deutscher Sicht dennoch gut aus? Sie wird der Hammer! Blickt man nämlich tief in die Versuchsabteilungen der deutschen Vorzeigehersteller, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Die Pläne der 100 Jahre alten Marke BMW stellten wir bereits kürzlich vor. Diesmal blicken wir nach Ingolstadt und gleich zweimal nach Stuttgart. Bei Audi, Porsche und Mercedes ist buchstäblich Großes im Gange.

Viertüriger Mercedes-AMG GT fordert Porsche Panamera

Mercedes treibt die Pläne für eine zweite eigenständige Baureihe oberhalb des bekannten GT voran. Die Rede ist vom AMG-GT-Viertürer, einer viersitzigen Supersportlimousine. Sie basiert nicht etwa auf dem scharfen Coupé mit dessen nur schwer verlängerbarem Alu-Spaceframe mit relativ weit nach hinten versetztem Front-Mittelmotor und Transaxle-Getriebe, sondern schöpft vielmehr aus dem Technikpool der neuen E-Klasse, die wiederum mit der C- und S-Klasse verwandt ist. Anfänglich sollten die Mercedes-Designer lediglich skizzieren, wie ein besonders sportlicher – intern als "Panamera-Fighter" bezeichneter – Viersitzer aussehen könnte, der die Marke AMG verstärken würde. Der Entwurf kam gut an. In der Länge entspricht das Affalterbacher Modell in etwa jener der heutigen Mercedes E-Klasse (4,88 Meter), ist aber deutlich flacher und breiter. Den Antrieb übernimmt der famose 4,0-Liter-V8, der bislang mit 510 PS zu haben ist, aber gut für bis zu 600 PS sein soll. Wann? Bis 2020 müssen sich Freunde besonders eiliger Sportlimousinen noch gedulden.

Bildergalerie: Neuheiten von Audi, Mercedes und Porsche

Oder sie nehmen den nächsten Porsche Panamera, der auf dem Pariser Salon im Oktober 2016 vorgestellt wird und kurz danach in den Handel kommt. Die Gestalter um den seit elf Jahren amtierenden Porsche-Designchef Michael Mauer haben das Richtige getan. Die klassenweit unverwechselbare Silhouette des auch künftig in einer Normal- und in einer um rund 15 Zentimeter gestreckten Langversion erhältlichen Panamera II orientiert sich an der des 2009 eingeführten Originals. Kräftige Muskeln unterhalb der hinteren Dachsäulen und das in Relation zur Fahrzeugbreite stark eingezogene Dach heben die mit Hinter- und Allradantrieb geplante Top-Limousine aus dem Kreis der Wettbewerber hervor. Für noch bessere Fahrdynamik soll eine Gewichtsreduzierung von rund 100 Kilogramm beitragen, womit der Wert auf unter 1700 kg sinken dürfte. Bei den Motoren ist Feinschliff angesagt. Der bisher 420 PS starke 3,0-Liter-Biturbo-Sechszylinder wird überarbeitet. Präzise Daten verraten die Schwaben noch nicht. Interessant: Der bereits vor drei Jahren auf dem Pariser Salon vorgestellte Panamera Sport Turismo wird in Serie gehen. Das könnte noch 2018 der Fall sein, dem Jahr, in dem auch der neue 911 startet. Dass der eingangs zitierte Diesel – Europas Antriebskonzept Nummer eins – nicht tot, sondern putzmunter ist, beweist ein von Audi entwickelter 3,0-Liter-V6-Biturbo mit elektrischem Verdichter. Hier sind rund 385 PS am Werk. Da die Themen Hybridisierung und Elektrifizierung bei Porsche an Bedeutung gewinnen – der Sportwagenbauer steckt rund eine Milliarde Euro in die Entwicklung dieser Technologie –, sind unter anderem zwei Hybrid-Panamera geplant: mit V6- und V8-Turbo.

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Der besagte Diesel-Spender Audi mischt in der Gruppe sportlicher Limousinen seinerseits kräftig mit. 2018 erneuert Audi zunächst den A7, legt 2019 mit dem stärkeren S7 nach und krönt ein weiteres Jahr später mit dem mehr als 600 PS kräftigen RS 7 die Reihe der großen, viertürigen Coupés. Der A7 gehört zu den ersten Audi-Schöpfungen des seit Anfang 2014 amtierenden Chefkreativen Marc Lichte und wird ein echtes Designerstück. Die Gestaltungs-DNA mit dem lang nach hinten abfallenden Dach, der hohen Gürtellinie und den relativ kleinen Fensterflächen bleibt teils erhalten. Darüber hinaus ist der zweite A7 in jedem Detail ein komplett neues Auto. Vorbei ist die Zeit der optisch hängenden Heckpartie. Ein kräftiges Hinterteil sowie weniger Sicken und Kanten prägen die skulpturhafte Gestalt. Wie der neue A8 im Jahr 2017 wird auch der neue A7 über Systeme wie Staupilot und den vorausschauenden Effizienzassistenten (PEA) verfügen, teilautonomes Fahren beherrschen und von selbst einparken können. Audi macht sich fit für die Zukunft, allerdings nicht allein. Zusammen mit den Erzrivalen BMW und Daimler hat die Marke mit den vier Ringen für 2,8 Milliarden Euro den Kartendienstleister Nokia Here gekauft, um sich von Google & Co. unabhängig zu machen. Car-to-Car-Kommunikation und autonomes Fahren brauchen die Datenwolken der in Berlin ansässigen Firma. Die Antriebspalette des neuen A7 wird auch künftig aus V6- und V8-Zylindern bestehen, darunter der erwähnte 3,0-Liter-Superdiesel mit bis zu 385 PS und der V8-Biturbo im RS 7. Die Vierzylinder wie der 1.4 TFSI (150 PS) oder der 2,0-Liter-TDI (190 PS) bleiben dem neuen A6 vorhalten. Der neue A6 Avant steht übrigens ab Mitte 2018 beim Händler.

Porsche: Zurück zu den Wurzeln und neuer Super-Hybrid

Schon nächstes Jahr überarbeitet Porsche sein kleinstes Modell. Die neuen Bezeichnungen 718 Boxster und 718 Cayman machen deutlich, wohin die Entwicklung geht. Zurück zu den Wurzeln nämlich, steht die Ziffer bei Porsche doch historisch unter anderem für den leistungsstarken Vierzylinder-Boxer schlechthin. Pünktlich zum Facelift sollen die bisherigen Sechszylinder den neuen, viertöpfigen Turbos Platz machen. Leistungswerte verrät Porsche noch nicht. Zu erwarten sind eine einfach aufgeladene Variante ohne variable Turbinengeometrie mit rund 300 PS und eine etwa 380 PS kräftige S-Version. Der undenkbare Gedanke, dem Porsche 911 einen Vierzylinder ins Heck zu verpflanzen, darf getrost gedacht werden – allerdings unter einer neuen Nummer. Als Porsche 912 zum Beispiel und mit deutlichem Preisabschlag von gut 10.000 Euro wäre ein Zwischenmodell für die Kluft zwischen Porsche 718 und 911 eine perfekte Lösung und wegen der Fülle gleicher Teile auch noch ein Geschäft.

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Schon der omnipotente 918 hat eindrucksvoll bewiesen, dass Porsche die Hybridtechnik beherrscht. Im inzwischen eingestellten 918 kommen ein 608 PS starker 4,6-Liter-V8 sowie zwei E-Motoren (129 PS) an der Vorder- und 156 PS an der Hinterachse zum Einsatz, die den Flachmann bis zu einer Spitze von 345 km/h katapultieren. Bei der Nachfolge fährt Porsche zweigleisig. Das Konzept des auf der IAA gezeigten Elektro-Supersportlers Porsche Mission E geht 2019 in Serie. Ob das die Chancen des ebenfalls längst durchgerechneten Porsche 960 schmälert oder gar eliminiert, bleibt abzuwarten. Noch bis zur IAA standen die Chancen für einen neuen V8-Hybrid-Supersportler jedenfalls bestens. Inzwischen wurde die schon weit gediehene Entwicklung eines neuen 5,0-Liter-V8-Biturbos eingefroren. Die Teil- oder Komplettelektrifizierung von Antrieben hat im Zuge der Neuordnung im VW-Konzern an Bedeutung gewonnen. Porsches Aktivitäten werden bei Daimler genauestens verfolgt, soll doch die Submarke AMG dem Zuffenhausener Lokalrivalen Kunden abspenstig machen. Einen Beitrag dazu muss der Mercedes-AMG GT Roadster leisten, den speziell die SL-Fraktion beargwöhnt, weil er nicht nur Porsche, sondern auch dem eigenen Luxusroadster sehr nahe treten wird. Da aber GT-Fans auf der ganzen Welt die offene Variante einfordern, wird sie sicher kommen, vermutlich 2017. Auch der offene Racer wird vom doppelt aufgeladenen V8 befeuert, der mindestens 462 und als S-Variante 510 PS mobilisiert. Ungeduldige, in jedem Fall aber Zahlungskräftige können bereits ab April nächsten Jahres den modifizierten AMG SL 63 in Empfang nehmen. Darin arbeitet nach wie vor der bekannte 5,5-Liter-V8-Biturbo mit 585 PS, der den Standardsprint in 4,1 Sekunden abhakt. Noch darüber zieht der 630 PS starke SL 65 seine Bahn.

Neuheiten: Neue BMW-Modelle bis 2018

Bei allen drei Marken sollen auch neue SUV-Modelle profitables Wachstum sichern. Audi rüstet im Frühjahr den Q7 zum SQ7 auf. Hier sorgt der neue 4,0-Liter-V8-TDI für Wucht – 435 PS sind zu erwarten und ein maximales Drehmoment von mehr als 900 Newtonmetern. Eine sehr reizvolle Alternative ist der für 2018 geplante Audi Q8, die Coupévariante des Q7 und gleichzeitiges Topmodell der SUV-Palette. Die Antriebstechnik umfasst unter anderem Hybridversionen und Feinheiten wie Allradlenkung, ein programmierbares Display und den neuen Mega-Diesel. Audis neue SUV-Basis heißt jetzt endgültig Q2. Die ursprüngliche Bezeichnung Q1 war eine Notlösung, da die Rechte am Namen Q2 bei Alfa Romeo lagen. Inzwischen haben sich Bayern und Italiener geeinigt. Gut so, denn der Q2 – Premiere im März – hat wenig mit dem VW Polo-Ableger Audi A1 gemein. In Technik und Größe entspricht er eher dem A3 Sportback und ist ein Derivat des Modularen Querbaukastens (VW Golf). Neues Topmodell wird der für 2018 geplante SQ2 sein, der vom bekannten 300 PS starken 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo beflügelt wird. Ein neuer 400 PS starker Fünfzylinder, der augenblicklich in die Validierungsphase kommt, bleibt den künftigen, sehr sportlichen RS-Versionen von Audis Kompaktfamilie (TT, A3, Q3) vorbehalten.

Stefan Miete