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Audi A4 2015: Premiere für Avant und Limousine

Evolutionstheorie

Neue Runde im Kampf um den obersten Platz in der Nahrungskette: Mit technischer Finesse und Innovationskraft macht sich der neue Audi A4 B9 als Limousine und Avant fertig für den nächsten Schritt automobiler Evolution

Stetig nimmt die Evolution ihren Lauf. Verändern und anpassen - das ist das Erfolgsrezept, um auf unserem Planeten zu bestehen. Und was für die Erde gilt, das zählt erst recht in der hart umkämpften Autowelt mit ihren kurzlebigen Produktionszyklen. Entsprechend gut vorbereitet sollte sein, wer sich am oberen Ende der Nahrungskette positionieren will. Dieser hier ist es: der neue Audi A4 2015.

Audi A4 2015: Neunte Generation auf der IAA

Vor der offiziellen Messe-Premiere auf der IAA 2015 geben die Ingolstädter erste Informationen und Bilder zum neuen Anwärter auf den Thron der oberen Mittelklasse heraus. Schlanker, moderner und effizienter ist der neue A4 geworden - und dabei technisch höchst anspruchsvoll. Die Liste helfender Fahrer-Assistenzsysteme gerät so lang wie noch nie und die Infotainment-Optionen machen jedem noch so gut ausgestatteten Wohnzimmer Konkurrenz.

Aber der Reihe nach. Zuerst einmal hat Audi die Karosserie der seit 1972 nunmehr neunten A4-Generation in allen Dimensionen um ein paar Zentimeter gestreckt. 25 zusätzliche Millimeter Länge und 16 Millimeter mehr Breite lassen den neuen Audi A4 satter auf der Straße stehen und sorgen außerdem für mehr Platz im Innenraum. Im Gegenzug sinkt das Leergewicht, dank der ausgeprägten Leichtbau-Bemühungen, je nach Version um bis zu 120 Kilogramm. So soll der neue Audi A4 in der 150 PS starken Einstiegsmotorisierung 1.4 TFSI als Limousine und ohne Fahrer nur 1.320 Kilo auf die Waage bringen.

Apropos Motoren: Hier finden sich auf der Liste zur Markteinführung im Herbst 2015 einige bekannte, wenn auch gründlich überarbeitete Gesichter. Vier verschiedene Turbodiesel stehen zur Wahl, vom 150 PS starken Audi A4 2.0 TDI ultra, der sich im EU-Mix mit 3,7 Litern begnügen soll, bis zum bärenstarken 3.0 TDI mit 272 PS. Das vorläufige Sechszylinder-Topmodell (natürlich bekommt später auch der S4 einen Nachfolger) beschleunigt in 5,3 Sekunden auf Tempo Hundert und bringt über die vier Räder 600 Nm Drehmoment auf die Straße - bei 4,9 Litern Durchschnittsverbrauch. 

Auf Seite der Benziner verbaut Audi neben erwähntem 1,4-Liter-Motor zwei erstarkte Ausbaustufen des bekannten 2.0 TFSI mit 190 und 252 PS. Die Kraftübertragung erfolgt bei den Vierzylinder-Dieseln und allen Benzinern standardmäßig über ein neu entwickeltes Sechsgang-Schaltgetriebe. Wer jedoch lieber beide Hände am Lenkrad behält, kann auf das ebenfalls neue Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zurückgreifen. Der große Top-Diesel wird indes serienmäßig mit einer Achtgang-Wandlerautomatik offeriert. 

Wie bei Audi üblich, ist Frontantrieb der Standard. Allrad alias quattro gibt es für den stärksten Benziner und alle Diesel ab dem 2.0 TDI mit 190 PS. Ein Mittendifferenzial verteilt dabei im normalen Fahrbetrieb 60 Prozent der Antriebskraft auf die Hinterachse, bei Bedarf kann jedoch bis zu 70 Prozent der Kraft nach vorn und 85 Prozent nach hinten deligiert werden.
 

Audi A4 2015: Mittelklasse mit verführerischen Extras

Im Alltag zählen freilich andere Werte - etwa das Kofferraumvolumen, wo der Audi A4 Avant 2015 mit 505 bis 1.510 Litern gegenüber dem Vorgänger um 15 Liter zulegt. Angenehm: die elektrische Kofferraumklappe ist nun Serie, genau wie die Bluetooth-Schnittstelle, "keyless go" und Xenon-Scheinwerfer (Halogen ist Geschichte; Matrix-LED die neue Top-Beleuchtung). Überhaupt findet sich vieles, was vor noch nicht allzu langer Zeit die Preislisten gefüllt hat, im neuen Audi A4 2015 ab Werk. Auch der Kollisionswarner mit Notbremsfunktion ist nunmehr serienmäßig mit von der Partie. 

Wer nun glaubt, die Aufpreisliste mit ein paar schnellen Kreuzchen hinter sich lassen zu können, liegt allerdings nicht ganz richtig. Evolution bedeutet eben auch in der Autowelt, dass alte Innovationen Platz für Neues machen. Und besonders in den Kapiteln Sicherheit und Infotainment lockt der Audi A4 mit ettlichen verführerischen Extras. 

Drei Assistenzpakete schnürt Audi, um die Entscheidungsvielfalt etwas einfacher zu halten. Wählt man alle drei, kann der neue A4 selbstständig ein- und ausparken, im Stop&Go-Verkehr von alleine mitcruisen, hilft aktiv beim Umfahren unerwarteter Hindernisse und greift bremsend ein, wenn der Fahrer beim Abbiegen ein entgegenkommendes Fahrzeug übersieht. Darf's sonst noch was sein? Ja. Etwa der Querverkehrassistent, der beim Rückwärtsfahren die Umgebung checkt. Und auch wenn der A4 schon in der Parklücke steht, haben die kleinen Helfer ein wachsames Auge auf die Insassen. Wer beim Ausstieg nicht auf herannahende Fahrzeuge achtet, wird notfalls von roten LEDs in der Türverkleidung gewarnt.

Doch wozu eigentlich Aussteigen? Langweilig wird im elegant gestalteten Innenraum sowieso niemandem - besonders, wenn sich besagte Kreuzchen auf der Preisliste häufen. Ordert man das in Verbindung mit dem größten MMI erhältliche "Virtual Cockpit", werden dem Fahrer die wichtigen Informationen über ein 12,3 Zoll großes Display angezeigt, das die analogen Rundinstrumente ersetzt. Zusätzlich sitzt auf dem Armaturenbrett ein feststehender Monitor mit allen MMI-Funktionen, der über den intuitiver gestalteten Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole bedient wird. 

Für das Amüsement der vier Mitfahrer sorgt beispielsweise der LTE-Hotspot mit Anschlussmöglichkeit für bis zu acht mobile Geräte, oder auch gleich das neue Audi Tablet - eine Art iPad mit Anschluss an die Boardelektronik. Damit können sich die hinteren Passagiere einfach per Kopfhörer (oder gleich über die B&O-Anlage mit 19 Lautsprechern und 3D-Klang) einen Film ansehen, aber auch eine neu geplante Route direkt an den Fahrer schicken. 

Nach einem Blick auf die ersten Fotos und - vor allem - in die 45-seitige Pressemitteilung scheint es, als habe Audi seine beliebte Mittelklasse mit allen Mitteln und äußerster Sorgfalt auf den nächsten Schritt in der Evolution vorbereitet. Ob der neue Audi A4 nun allerdings tatsächlich seinen Platz am obersten Ende der Nahrungskette findet, muss unser erster Test zeigen. Mercedes C-Klasse und BMW 3er warten gespannt...

Jonas Eling