Ratgeber

Reifenwechsel: Darum die besseren Reifen immer nach hinten

Kommen die besseren Reifen vorne oder hinten ans Auto? Ist dies gesetzlich geregelt? Diese Fragen bewegen viele Autofahrer:innen. Die AUTO ZEITUNG hat die Antworten.

Reifenwechsel: besserer Reifen vorne oder hinten?
Preisfrage beim Reifenwechsel: Kommen die besseren Reifen nach vorne oder nach hinten? Die Antwort betrifft nicht nur die Unterhaltskosten, sie ist auch sicherheitsrelevant. Denn je schlechter das Profil der hinteren Reifen ist, desto eher kann das Fahrzeug ins Schleudern geraten. Foto: BauerStock/AUTO ZEITUNG
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Wenn der alljährliche Reifenwechsel ansteht, stellt sich jedes Mal aufs Neue die Frage: Wohin mit dem besseren Reifenpaar? Schließlich verschleißen die auf der Antriebsachse montierten Pneus durch erhöhte Belastung schneller, verlieren also schneller an Profil und müssen daher öfter erneuert werden. Man ist dann zwangsläufig mit Reifen unterschiedlicher Profiltiefe unterwegs. Bereits ein Unterschied von mehr als zwei Millimetern kann das Fahrverhalten spürbar negativ beeinflussen.

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Foto: CEAT

So die Reifengröße ermitteln (Ratgeber im Video):

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Video: AUTO ZEITUNG

Vorne oder hinten die besseren Reifen montieren?

Ob die Reifen mit dem tieferen Profil auf die Vorderachse oder die Hinterachse montiert werden sollten, dazu gibt es Untersuchungen. Die besseren Reifen gehören, unabhängig vom Antriebskonzept, immer auf die Hinterachse, empfiehlt der TÜV Nord. Denn sie ist für die Richtungsstabilität des Fahrzeugs ausschlaggebend. Blockierende Räder, etwa bei einer Bremsung, können dazu führen, dass sich das Auto nicht mehr kontrollieren lässt. Die Folge: Das Heck bricht aus, der Wagen gerät ins Schleudern und lässt sich nur schwer wieder auf den gewünschten Kurs bringen. Je schlechter also das Profil der hinteren Reifen ist, desto eher kann das Fahrzeug ins Schleudern geraten. Wie beim Unter- und Übersteuern am besten zu reagieren ist, erklären wir hier.

Allerdings gilt auch: Für die Lenkpräzision, das Anfahrverhalten und das Bremsen bei nasser Fahrbahn, auf Eis oder Schnee und die Spurtreue bei Aquaplaning haben die vorderen Reifen eine größere Bedeutung und sollten deshalb auch immer über ausreichend Profiltiefe verfügen.

Wenn neue Reifen her müssen: Sieger des Sommerreifen-Tests 2026

Irgendwann ist auch der beste Reifen mal abgefahren und muss gewechselt werden. Achsweises Tauschen der Pneus am Auto ist dann keine Option mehr. Die AUTO ZETUNG testet vor jeder Saison in einem aufwendigen Reifen-Testprozedere ausgiebig die neuesten Reifen. Hier die Sieger und unsere Empfehlungen aus dem Sommerreifen-Test 2026:

Hier gehts zum Test:

Gibt es gesetzliche Vorgaben?

Es ist nicht gesetzlich geregelt, auf welche Achse das Reifenpaar mit dem besseren Profil zu montieren ist. Es ist lediglich vom Gesetzgeber vorgeschrieben, dass die Pneus von Autos und Motorrädern eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm aufweisen müssen, bei Leichtkrafträdern gilt mindestens ein Millimeter. Die Profiltiefe gilt für Sommer- und Winterreifen. Aber das sind die absoluten Mindestwerte, die Reifen aufweisen müssen. Experten empfehlen bei Sommerreifen eine Mindestprofiltiefe von drei Millimetern und bei Winterreifen und Ganzjahresreifen mindestens vier Millimeter.

Tipp: Reifen regelmäßig achsweise & seitengleich tauschen

Um erst gar keine großen Unterschiede zwischen dem Reifenprofil vorne und hinten aufkommen zu lassen, empfehlen wir, der ADAC, die Reifenindustrie und zahlreiche Fahrzeughersteller, die Reifen alle 10.000 bis 15.000 km achsweise vorne und hinten (Laufrichtung beachten!) zu tauschen. So soll der Verschleiß gleichmäßig gehalten werden. Netter Nebeneffekt: Auch die sogenannte "Sägezahnbildung" – also das unregelmäßige Abriebmuster, das den Abrollkomfort einschränken kann – lässt sich so verhindern. Daran sollten natürlich auch Fahrer:innen von Autos mit Ganzjahresbereifung denken.