×

Kostenlos per E-Mail

Mit dem Autozeitung-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellsten Stand zum Thema Automobil!

  • Kompetente Tests und Fahrberichte
  • Informationen über die neuesten Modelle der Hersteller

Triumph: Historie der britischen Automarke

Triumph und Tragödie

Ausgerechnet ein deutscher Einwanderer gründete die urbritische Marke Triumph. Super Seven, die Typen TR2 bis TR6 und der Spitfire gehörten zu den Stars der Marke

Triumph produzierte Büromaschinen, Fahrräder, Motorräder – und schließlich Autos: Die Frühzeit der urbritischen und doch weltweit vernetzten Marke aus Coventry spiegelt den Erfindergeist jener Tage Anfang des 20. Jahrhunderts wider, in denen in jeder Scheune oder Garage eine Weltmarke ihren Anfang nehmen konnte. Dabei ging es Firmengründer Siegfried Bettmann gar nicht so sehr ums Konstruieren und Bauen von technischen Gütern. Er wollte Handel treiben und wählte hierfür den Markennamen „Triumph“, da dieses Wort in vielen Sprachen gebräuchlich ist oder doch zumindest verstanden wird.


GUTE TECHNIK UND DOCH EINE FRÜHE ERSTE PLEITE

1886 fiel der Startschuss für die Handelsgesellschaft „Triumph Cycle Company“, die schon bald selbst Fahrräder herstellte. 1902 begann man mit dem Motorradbau in England, nur ein Jahr später auch in Deutschland. 1909 kamen dann die Büromaschinen (heute: Triumph-Adler) hinzu. Das erste Auto stellte Bettmann zusammen mit Colonel Claude Holbrook zu Beginn der 20er-Jahre auf die Räder. Holbrook hatte der aufstrebende Unternehmer im 1. Weltkrieg kennen und schätzen gelernt. Triumph versorgte die britische Armee mit Motorrädern, Holbrook war Beschaffungsoffizier mit einigem technischen und vor allem organisatorischen Talent. Die ersten Autos von Triumph waren Kleinwagen.

Mehr Auto-Themen: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNG

Wichtigstes Modell: der Super Seven, der von 1927 an gegen den Austin Seven und den Morris Eight antrat. Der Super Seven hatte bereits hydraulische Bremsen an allen Rädern und einen recht spritzigen Motor, der eine Spitzengeschwindigkeit von 70 km/h ermöglichte. 1930 benannte sich die Triumph Cycle Company in Triumph Motor Company um. Gegen Bettmanns erbitterten Widerstand veräußerte Holbrook mit der Unterstützung des Direktoriums die Fahrradsparte und veranlasste den Bau großer, luxuriöser Wagen, die zum großen Teil der junge Donald Healey entwickelte. Zweifelsohne waren es sehr schöne Fahrzeuge, doch brachten sie keinen Profit. 1936 musste die Motorradsparte verkauft werden, um die Verluste aufzufangen. Der inzwischen 73-jährige Firmengründer Bettmann verkaufte seine Anteile und zog sich mehr und mehr zurück. 1939 gingen bei Triumph vorerst die Lichter aus: Konkurs.

Bis 1944 stand alles still. Dann löste Sir John Black die Reste für 75.000 Pfund Sterling aus. Black war Inhaber der Standard Motor Company und wollte zunächst nur den Namen Triumph für die gehobenen Standard-Modelle verwenden. Aber dann entstanden doch neue Modelle – wie etwa der 1800 Roadster mit Lenkradschaltung und sich selbst nachstellenden hydraulischen Bremsen (1946). 1949 sorgte ein neuer Vierzylindermotor von Standard für Aufsehen. Dieser Motor, aufgebohrt auf zwei Liter und anfangs 90 PS stark, befeuerte ab 1952 die TR-Modellreihe.