Auto-Geschichte Pontiac

Wild und frei

Innerhalb der GM-Familie stand Pontiac für Mittelklasse, aber auch für Sportlichkeit und beeindruckende Leistung. Ein Rückblick auf GTO, Le Mans, Firebird, Fiero – und auf David Hasselhoff

Die Frühgeschichte von Pontiac beginnt mit zwei Firmen, die zuerst Kutschen und dann Autos gebaut haben: die Pontiac Spring & Wagon Works –1899 von Albert North und Harry Hamilton gegründet – und die Pontiac Buggy Company (gegründet 1893) von Edward Murphy. Beide Firmen waren in der Stadt Pontiac im County of Oakland in Michigan beheimatet. North und Hamilton brachten ihr erstes Auto 1907 unter dem Namen Pontiac heraus. Murphy gründete die Oakland Motor Car Company als Tochterfi rma und ging ebenfalls 1907 mit einem ersten Auto an den Start – unter dem Namen Oakland. Schon 1908 fusionierten die beiden Pontiac-Firmen und nannten sich fortan nur noch Oakland Motor Car Company. Trotz sportlicher Erfolge verkauften sich die Autos nur schlecht. Bereits 1909 veräußerte Murphy 50 Prozent seiner Anteile an William Durant und seine neu entstandene Firma General Motors, die nach dem Tod Murphys später im Jahr 1909 die Mehrheit an Oakland erwarb und als Marke weiterführte.

Erst 1926 taucht der Name Pontiac wieder aus der Versenkung auf. Als neue GM-Marke sollte Pontiac unterhalb der Oakland-Modelle Käufer binden. Bei der Namensgebung folgten die GM-Bosse ihrer Linie, Marken in Bezug zur US-Geschichte zu setzen. Pontiac ist nicht nur der Name einer Stadt, sondern auch der eines Indianer-Häuptlings, der sich gegen die britische Besetzung der Region an den großen Seen im Norden der heutigen USA aufgelehnt hatte und 1763 bis 1766 eine letztlich erfolglose Revolte anführte: den Pontiac-Aufstand. Seine Kühnheit und sein Freiheitsdrang gelten bis heute als helle Sternstunde in der Geschichte der Indianer Amerikas. Deshalb zierte ein Indianerkopf die frühen Logos und Kühlerfi guren der Pontiac-Wagen, die selbstbewusst von den Markenstrategen als „Chief of the Sixes“, als Häuptling unter den Sechszylindern, bezeichnet wurden.

MIT SECHS UND ACHT ZYLINDERN ERFOLGREICH

Was die Marktplatzierung der neuen Modelle 6-27 und später Pontiac Big Six oder Fine Six anging, hatten die GM-Bosse die Rechnung ohne die Kunden gemacht. Die griffen nämlich lieber zu den neuen Pontiac als zu den Oakland-Modellen. Das lag in erster Linie an dem gut drei Liter großen Motor mit Leistungen von anfänglich 40 bis 60 PS. Er hatte eine Spitzenqualität – und das zu einem guten Preis. 1932 wurde Oakland als Marke eingestellt. Gleichzeitig errang Pontiac den fünften Platz in der US-Zulassungsstatistik. Große Achtzylinder kamen hinzu, ersetzten gar kurzfristig die Sechszylinder. Mit Einzelradaufhängung vorn und Komfort-Ausstattungen, die die Konkurrenz entweder gar nicht oder nur in sehr teuren Autos anbot, eroberte Pontiac die Herzen und Brieftaschen der autobegeisterten Amerikaner.