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Matra – von der Formel 1 bis zum Van

Französische Automobilgeschichte

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In nur knapp 40 Jahren wurde Matra Formel-1-Weltmeister,baute avantgardistische Mittelmotorsportwagen und erfand Van und SUV

Die Geschichte von Matra ist eine Achterbahn der Millionenseller und Misserfolge. Obwohl der französische Hersteller vier Sportwagenmodelle baute und einmal F1-Weltmeister wurde, wollte es die Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet ein Familienvan das Ende des Autobauers besiegelte. Das letzte Auto, das bei Matra vom Band lief, war der Renault Espace, dessen Kunststoffkarosserie Matra drei Generationen lang fertigte. Auch der Avantime stammte von Matra und wurde nur zwei Jahre produziert. Für das erfolglose Renault-Modell kam 2003 das Aus nach nur 5.000 verkauften Autos. Doch der Reihe nach. Matra, 1941 gegründet, ist die Abkürzung von Mechanique Aviation Traction.

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Zunächst spezialisierte sich das Unternehmen auf Flugzeugund Rüstungsbau sowie Kunststoffverarbeitung. Im Laufe der Jahre übernahm Jean-Luc Lagardère den Multikonzern. Der 1928 geborene Tausendsassa avancierte zu einem der größten Industriemagnaten und reichsten Männer Frankreichs. Neben Matra besaß er Rundfunk- und Fernsehsender, Tageszeitungen, Zeitschriften wie „Elle“ und die Verlagsgruppe Hachette. Die Geschichte der Titel, Tränen und Triumphe begann Anfang der 60er, als Matra den Autohersteller Bonnet übernahm. Dessen Djet, ein kleiner Sportwagen auf Panhard-Basis, wurde zunächst als Matra weitergebaut. Für den Antrieb sorgten Getriebe und Motoren von Renault wie bei der Alpine.

Nur hatte der Genius René Bonnet den Motor um 180 Grad gedreht, das Triebwerk vor die Hinterachse gelegt und damit den ersten serienmäßigen Mittelmotorsportwagen der Welt erfunden. Lenkung und Vorderachse stammten vom R8. Die Bandbreite reichte von 60 bis über 90 PS bei den Sportversionen. Die letzte Ausbaustufe, die Jet 6 hieß, bekam von Gordini einen Motor mit knapp 100 PS, der den Jet auf 210 km/h trieb. Doch das Auto war zu hart, zu spartanisch und zu teuer, um ein großer Erfolg zu werden. So löste 1967 der schrullig anmutende LS 530 den Jet ab. Er war ein viersitziger Mittelmotorsportwagen mit einem Ford-V4-Motor. Wie bei allen Djet ruhte die Kunststoffkarosserie auf einem Stahlchassis.