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Lamborghini Jalpa 3.5

Der mit dem Stier tanzt

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Valentino Balboni, der Ex-Chef-Testfahrer von Lamborghini, nimmt uns mit zu einer besonderen Ausfahrt: im knallgelben Jalpa von 1982

"Ferrari baut Autos für Mädchen“, grinst Valentino Balboni und zirkelt den Jalpa dabei elegant durch die engen Sträßchen der Eifel. „Wir wollten mit Lamborghini schon immer kompromisslosere Sportwagen bauen – eben für Männer“, erinnert sich der ehemalige Chef-Testfahrer.

Gern wird oft erzählt, wie der Traktorenhersteller und Auto-Enthusiast Ferruccio Lamborghini einst Enzo Ferrari eine Konstruktionsänderung an einem der Sportwagen aus Modena vorgeschlagen haben soll. Doch dieser habe mit dem Verweis abgelehnt, dass Lamborghini sich zwar gut mit Landmaschinen, aber weniger mit Sportwagen auskenne. Der Beginn einer waschechten Feindschaft, die Lamborghini dazu bewog, in Sant’Agata Bolognese, nur wenige Kilometer von Ferraris Firmensitz in Modena entfernt, künftig selbst Autos herzustellen und Ferrari Konkurrenz zu machen. Lamborghini begründete damals seinen Schritt so: „Die berühmtesten Sportwagen der Welt habe ich besessen. An jedem dieser großartigen Autos fand ich Fehler. Zu heiß oder unkomfortabel, nicht schnell genug oder nicht gut genug verarbeitet. Jetzt werde ich selbst einen Sportwagen bauen. Ein perfektes Auto.“ Was 1964 mit dem zwölfzylindrigen 350 GT begann, sollte sich zu einer Erfolgsgeschichte ausweiten, die trotz mitunter arger Finanznöte immer wieder faszinierende Sportwagen hervorbrachte. Ein Durchhaltevermögen, das dem des Wappentiers der Marke entsprach. Es ist der „Murciélago“, ein Stier, der 1879 in einem Stierkampf 24 Lanzenstöße überlebte und daraufhin begnadigt wurde.

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„Der Jalpa lässt sich immer noch sehr schön fahren. Gegenüber dem Silhouette bietet er aber eine deutlich bessere Performance“, sagt Balboni und beschleunigt.

Zu Beginn der 80er-Jahre sollte der Lamborghini Jalpa als Nachfolger des Lamborghini Silhouette (1976 bis 1981) übrigens nicht nur als Konkurrent des Ferrari 308 GTS fungieren, sondern als neuer „kleiner“ Lambo neben dem Countach auch für Stückzahlen sorgen und dringend benötigtes Geld in die Kasse spülen.

MIT ECKEN UND KANTEN
Für die Optik zeichnete Nuccio Bertone verantwortlich. Und so präsentierte sich die kantige Targa-Karosserie als Weiterentwicklung des Silhouette im Stil der 80er-Jahre mit aufgesetztem Frontspoiler, stärker ausgestellten Radhäusern – und nach wie vor mit Klappscheinwerfern. Als Technikspender für den Jalpa diente der geschlossene Lamborghini Urraco (1975 bis 1979). Dessen 3,0-Liter-V8 brachte Cheftechniker Giulio Alfieri auf 3,5 Liter Hubraum, was mit der an den verschärften Abgasgesetzen orientierten Abstimmung zwar fünf PS weniger Leistung (255 statt 260), dafür aber 40 Nm mehr Drehmoment (310 Nm bei 3500/min) und damit im Alltag mehr Elastizität brachte.