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DeLorean DMC-12: John DeLorean und der DMC-12

Der Flug des Ikarus

Autobauer John Z. DeLorean war Genie, Impresario und Getriebener zugleich. Seine schillernde Karriere endete in einem Fiasko

Manche Karrieren verlaufen im Kreis. Sie beschreiben einen Lebensweg vom sprichwörtlichen Tellerwäscher zum Millionär und wieder zurück. Die Erfahrung von Aufstieg und freiem Fall musste auch John Zachary DeLorean teilen, der am 6. Januar 1925 im winterlich kalten Detroit als erster von vier Söhnen einer europäischen Einwandererfamilie zur Welt kam, sich aus einfachsten Verhältnissen bis ganz nach oben boxte und am Ende als Pleitier unter dem Verdacht organisierten Drogenhandels vom FBI verhaftet wurde.

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Der Vater – ein Trinker – jobbte bei Ford. Die aus Österreich stammende Mutter verdiente beim US-Mischkonzern General Electric etwas hinzu. Geld war knapp. Immer. Die Straßen der Schwerindustrie-Metropole prägten den jungen Zach, der Teil haben wollte an der mondänen Welt der mächtigen Autobosse. „Ich stamme von der Straße und habe gelernt zuzuschlagen. Mir soll sich keiner in den Weg stellen“, sagte DeLorean später als schwerreicher Automanager.

STEILE GENERAL MOTORS-KARRIERE
Und DeLorean schlug zu: Sein Ingenieurs- Studium finanzierte er mit Saxophonspielen. Im Jahr 1948, mit 23 Jahren, trat er in die Dienste von GM und stieg bald zum PontiacChefingenieur auf. Er fuhr die Ellenbogen aus, arbeitete wie besessen. Mit nur 44 Jahren wurde der schneidige 1,93-Meter-Riese zum Chef der Chevrolet-Division ernannt, konzipierte die Erfolgsmodelle Pontiac GTO und Firebird sowie den Chevrolet Monte Carlo und nahm nur drei Jahre später als GM-Vice President – Monatsgehalt 60.000 Dollar – die Kronprinzenrolle des weltweit höchsten Amtes ein, das die Autoindustrie Anfang der 70er zu vergeben hatte.

Dass es nicht zur Thronbesteigung kam, lag am ausgeprägten Ego des Top-Managers, dem die Branche den Spitznamen „Big John“ verpasst hatte. Big John liebte den Luxus, die Frauen und die große Show. Ungehemmt prahlte er mit seinem prunkvollen Penthouse in der New Yorker Fifth Avenue, dem Liebesnest in Malibu. Als ihn die GM-Spitze nach der glamourösen Hochzeit mit dem Fotomodell Christiana Ferrara zur Mäßigung anhielt, kam es zum Eklat.

Big John warf den Managern seinen Vertrag vor die Füße und stürzte aus der Konzernzentrale: „Ihr werdet noch von mir hören.“ DeLorean hatte die Zeichen der Zeit erkannt und wusste, dass die spritsaufenden Blechkolosse aus Michigan früher oder später zu Leichenwagen der US-Autoindustrie werden würden. Seine Vision waren kleine, sichere und umweltfreundliche Modelle. Die Big-Block-Strategen aber scheuten die nötigen Milliarden-Investitionen.