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BMW 3.0 CSL von 1972 im Fahrbericht

BMW 3.0 CSL – Gelbfieber

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Mehr Autoklassiker

Es riecht nach unverbranntem Benzin an diesem warmen Sommervormittag. Kein Wunder, die elektronisch kommandierende Bosch D-Jetronic meint es gut mit dem BMW 3.0 CSL und fettet zum Kaltstart erstmal ordentlich an. Der Dreiliter-Reihensechszylinder dankt dies mit einem runden und wohlig seidigem Lauf, wie wir es bis heute an vielen BMW schätzen. Doch das knallgelbe Exemplar hier hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, stammt von 1972 und zählt mittlerweile zu den heißbegehrten Filetstücken der BMW-Historie.

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Für ein gut erhaltenes Exemplar vom nur 1265 Mal gebauten CSL legt man heute schon gern über 50.000 Euro hin – sofern man denn noch einen findet. Der CSL steht für den Aufschwung der Marke BMW und zugleich für wachsende Ambitionen im Motosport Anfang der 70er-Jahre. Das ausgesprochen elegante Karosseriekleid startete bereits 1968 in Form der Coupé-Variante der so genannten „Neuen Klasse“. Die CS-Coupés wurden bei Karmann in Osnabrück gefertigt und trugen maßgeblich zum sportlichen Image der Marke bei. Doch das reichte den BMW-Machern nicht. 1971 musste eine Homologations-Basis mit Straßenzulassung her, um den damals übermächtigen Ford Capri RS im Tourenwagenrennsport Paroli zu bieten – was dem CSL unter der Regie der 1972 gegründeten BMW Motorsport GmbH später auch mit Bravour gelingen sollte.

TÜREN UND HAUBEN AUS ALU
Dabei steht das L für Leichtbau‚ Türbleche und Hauben bestanden aus Aluminium, und an Komfortausstattung sowie Dämmmaterialien wurde gespart. Dennoch ist unser Exemplar aus dem Jahr 1972 kein reiner Asket. An Chromzierrat mangelt es dem CSL nicht, obschon die glänzende vordere Stoßstange einer schwarzen Spoilerlippe weichen musste. Sogar elektrische Fensterheber fahren die vorderen und hinteren Scheiben (Plexiglas!) im Zeitlupentempo hoch und herunter.

Um angenehmes Klima jedoch kümmern wir uns selbst und rollen mit ausgestellten Dreiecksfenstern vom Parkplatz. Inzwischen hat sich der Kühlmittel-Temperaturzeiger aus der Kaltzone bewegt, und das spektakuläre Coupé nimmt lässig Fahrt auf. Der famose Reihensechser gurgelt genüsslich um die 3000 Touren vor sich hin, ist aber jederzeit bereit, spontan und heiser fauchend bei 6000 Touren seine 200 Pferde freizulassen, sobald man dies per Gas, Kupplung und präziser Viergang-Schaltung veranlasst.