Skodas neue Waffe
Skoda Fabia Super 2000

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Lautes Peitschenknallen hallt durch den Wald, wird lauter und heftiger, als wäre Zorro richtig böse und gerade dabei ein paar Gegner mit seinem unverkennbaren Logo zu zeichnen - laut, aggressiv, gefährlich. Zorro, (spanisch für Fuchs), Rächer der Armen mit schwarzer Maske, Umhang und langer Peitsche hat wohl seinen Wohnsitz verlegt, von Kalifornien während der spanischen Kolonialherrschaft auf das ehemalige Militärgelände der Sowjetarmee in der Nähe von Bela Pod Bezdezem in Tschechien.
/>Ein Mann mit einem Doppelleben, genau wie der Kleinwagen Skoda Fabia. Der Eine lebt tagsüber als unscheinbarer Edelmann Don Diego de la Vega und nachts als maskierter Rächer. Der Andere fährt als praktischer und preiswerter Kleinwagen wochentags und am Wochenende als Rallye-Auto der Serie Super 2000. Auch wenn die Verwandlung nicht so schnell funktioniert wie die der Romanfigur, ist sie nicht weniger spektakulär - zu hören in dem Wald, wo bei genauer Betrachtung nicht scharf gepeitscht, sondern eher scharf gefahren wird. Denn wenn der fast 300 PS starke Vierzylinder kurz in den Drehzahlbegrenzer knallt und sekundenschnell die Gänge gewechselt werden, dann wird es verdammt laut auf dem Gelände.
Skoda stellt seine neueste Sportwaffe vor. Der Fabia Super 2000 ist ein reinrassiges Rallyeauto auf Basis der zweiten Fabia-Generation. Mit dem Serienauto teilt sich der Tscheche allerdings lediglich die Karosserie mit fünf Türen. Motor, Getriebe, Fahrwerk und Inneneinrichtung sind auf das FIA-Reglement Super 2000 abgestimmt. Und das hat es in sich. 
/>Um dem Reglement gerecht zu werden, müssen 25.000 Serienfahrzeuge gebaut werden und der Basisrennwagen der Gruppe N entsprechen. Darauf wird der Zusatz-Kit Super 2000 gesetzt. Elektronische Helferlein wie ESP und ABS sind nicht zugelassen, dafür aber einheitlicher mechanischer Allradantrieb, mächtige Kotflügelverbreiterungen und Heckflügel. Die Vorteile der S2000-Serie gegenüber der World Rallye Cars-Serie (WRC), die 2010 abgeschafft werden soll: weniger Kosten für die Hersteller und mehr Nähe zum Serienauto.
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Erlaubt ist lediglich der Einsatz von Saugmotoren bis zwei Liter Hubraum und einer reglementierten Drehzahl von 8500 Umdrehungen, der Allrad darf nur mechanisch wirken, ebenso wie drei Differenziale und das sequenzielle Sechsgang-Getriebe. Schaltwippen am Lenkrad sind damit nicht erlaubt. Zum Vergleich: Die Rennwagen des WRC-Reglements fahren mit zwei Liter-Turbomotoren mit einem Luftmengenbegrenzer von 32 Millimeter, sowie Allradantrieb mit aktivem elektro-hydraulischem Mitteldifferenzial und Schaltwippen am Lenkrad. 
/>Mindestens 1230 Kilogramm Leergewicht muss ein WRC auf die Waage bringen, als Super 2000 sind es bei Asphalt-Rennen nur 1150 Kilogramm und bei Schotter-Rennen 1200 Kilogramm. Große Unterschiede gibt es auch bei den Bremsen. Der Super 2000 darf Bremsscheiben mit 300 Millimeter Durchmesser an Vorder- und Hinterachse bei Schotter-Prüfungen einsetzten, beim WRC sind es 304 Millimeter. Finden die Prüfungen auf den schnelleren Asphalt-Wertungen statt, sind beim Super 2000 Durchmesser von vorn 355 und hinten 300 Millimeter zulässig, beim WRC vorn größere 378 und hinten 356 Millimeter. Während der Serien-Fabia mit kleinen 256 Millimeter Scheiben auskommen muss.
Mit dem zwei Liter großen FSI-Vierzylinder aus dem Skoda Octavia soll der Kleinwagen auf rund 280-300 PS und rund 250 Newtonmeter Drehmoment kommen - und das ganz ohne Turbolader. Anfang Januar soll der Fabia Super 2000 für die FIA homologiert werden. Das 32-köpfige Motorsport-Team um den Leiter Michal Hrabanke wird den Rennwagen dann in einer Kleinserie von 15 Exemplaren aufbauen. Einer davon soll nach Deutschland kommen und vom sechsfachen deutschen Rallye-Meister Matthias Kahle gefahren werden. So günstig wie das Straßenauto (ab 10.280 Euro) wird der Rennwagen allerdings nicht werden, 220.000 Euro sind realistisch, Tendenz eher steigend. Ein WRC kostet allerdings leicht über das Dreifache.
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Doch dafür bekommen die ausgewählten Kunden auch ein Auto, das schon von Ex-Rallye-Weltmeister Carlos Sainz Probe gefahren wurde - sein Feedback stimmte positiv. Für die Hauptabstimmungsarbeit von Fahrwerk, Getriebe und Antrieb nehmen stehen aber die Rallye-Profis Jan Kopecky aus der Tschechei und Raimund Baumschlager aus Österreich zu Verfügung.
Die Gurte sind schnell festgezurrt, als die Klinke für die Helm-Gegensprechanlage einrastet. Ready? fragt Jan Kopecky. Ja, klar. Und wie. Keine Angst, es kann etwas schütteln, aber das Auto ist easy zu fahren, führt der Tscheche weiter aus, als er die neuen Reifen und Bremsscheiben durch ruckartiges Fahren auf Temperatur bringt.
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Dann verdüstert sich aber seine Mine und das Lächeln weicht einem konzentrierten Blick. Er tritt das Gaspedal voll durch und denkt wie ein Informatiker im binären Zahlensystem: 0 oder 1, ganz oder gar nicht. Halbe Sachen gibt es bei ihm nicht. 
/>Er reißt mit einem kurzen Lupfen am Gas flink an dem hohen Schalthebel des sequenziellen Getriebes. Ein lauter Peitschenknall zischt durch den ungedämmten Innenraum, der Sauger geht an seine Grenzen, der damit verbundene Vortrieb ist enorm. Die Körper werden in die Sitze gedrückt und der Helm lehnt unfreiwillig an der integrierten Kopfstütze. Ruck, zuck rast der kleine Fabia mit fast 200 Sachen auf der kleinen Teerstraße durch den Wald, bleibt auf dem Boden haften wie die schwarze Maske bei Zorros nächtlichen Ausflügen. Mit einem beherzten Tritt auf die Bremse und kurzem Zwischengas mit der Hacke lenkt Kopecky den Super 2000 in die nächste Kurve, schaltet
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