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Seat Leon ST Cupra 280: Unterwegs auf Mallorca

Der wahre Ballermann

Per Knopfdruck wird der neue Seat Leon ST Cupra vom handzahmen Kompakt-Kombi zum überzeugenden Sportsfreund. Wir schauen uns beide Seiten des Sport-Spaniers auf Mallorca einmal näher an – und lernen dabei die Urlaubsinsel jenseits von Ballermann und Bettenburgen kennen

Seat Leon ST Cupra 280
Technische Daten

MotorVierzylinder, Turbo
Hubraum1.984 cm³
Leistung206 kW / 280 PS bei 5.600/min
Max. Drehmoment350 Nm bei 1.700/min
Getriebe6-Gang, manuell
AntriebVorderrad
L / B / H4.543 / 1.816 / 1.431 mm
Radstand2.631 mm
Leergewicht1.440 kg
Kofferraumvolumen587 - 1.470 l
Tankinhalt50 l
Fahrleistungen0-100 km/h in 6,1 s
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
EU-Verbrauch6,8 l/100 km
CO2-Ausstoß158 g/km
Grundpreis34.250 €

Überall ist Urlaub. Ältere Herrschaften eilen mit prall gepackten Rollkoffern und starrem Blick durchs Terminal, Familienväter beruhigen unzufriedene Kleinkinder am Kofferkarussell. Auf dem Aeroporto de Son Sant Joan ist die Hölle los. In Heerscharen strömen all die die Erholungsbedürftigen nach Mallorca, um am Strand zu entspannen, am „Ballermann“ zu feiern, oder das bergige Hinterland zu erwandern. Sportlich Autofahren hat hier wohl kaum einer im Sinn – abgesehen von uns. Zwei Tage wollen wir auf der Insel verbringen, um den neuen Seat Leon ST Cupra gründlich zu testen. Einerseits im Alltagsbetrieb zwischen Stadt, Land, Autobahn und Stop-and-Go, andererseits auf der einzigen Rennstrecke der Insel, dem kurvig-kompakten Circuit de Mallorca.

Seat Leon ST Cupra: Zwischen Kloster und Rennstrecke

Froh, den Touristen-sirrenden Flughafen hinter uns zu lassen, entscheiden wir uns auf den ersten Kilometern für einen ruhigen Anfang.  Nachdem sich auch die unsicheren Mietwagen-Piloten mit dem feurigen Temperament Mallorquinischer LKW-Fahrer arrangiert haben, rollen wir mit Tempomat und aktiviertem Abstandsradar ganz entspannt in Richtung Rundkurs. Zeit, sich einmal genauer mit dem Auto zu befassen.

Ab Werk leistet der 2.0 TSI Vierzylinder im Seat Leon Cupra 265 PS, ganz gleich ob man das Coupé, den Fünftürer oder die frisch erschienene Kombi-Variante wählt. Für unsere Tour entscheiden wir uns allerdings - wie auch 90 Prozent der Cupra-Kunden - für den stärkeren Cupra 280 mit eben 280 PS. Während der MQB-Plattformbruder Golf R seine Kraft über alle vier Räder auf die Straße bringt, begnügt sich der Seat mit Frontantrieb. Das typische Untersteuern in schnellen Kurven soll dabei die serienmäßige Vorderachs-Differenzialsperre verhindern – offenbar erfolgreich, schließlich hält der Seat Leon ST Cupra 280 seit Mai mit 7:58 Minuten den Rundenrekord für Kombis auf der Nürburgring Nordschleife.

Nach zwei Stunden Rückenfolter auf den neuen, ultra-dünnen Lehnen der Flugzeugbestuhlung und stabilen 31 Grad im Schatten freuen wir uns jedoch erstmal über die bequemen Leder-Sportsitze, den Komfort-Modus der aufpreisfreien adaptiven Dämpfer und die ebenso kostenfrei verbaute Klimaautomatik. Keine Frage: Alltag kann er, der Cupra. Aber das ist längst nicht alles. Und wer an dieser Stelle wirklich über Rückenprobleme schreibt und auf Mallorca den Alltag sucht, der sollte dringend einmal den kleinen Knopf mit der Zielflagge drücken, der da verheißungsvoll auf dem Armaturenbrett wartet. Gesagt, getan. Cupra-Modus!

Augenblicklich schärft sich die Gaspedal-Kennlinie, straffen sich Dämpfer und Lenkung, erwacht der Sound-Generator und hüllt den Innenraum in ein sonores Brummen. Runter in den Dritten, Vollgas. Ohne weitere Fragen rastet unser eben noch so zivilisierter Cupra aus, schießt nach vorn, dreht fast bis 7.000, ja, verdammt, das Tempolimit. Aber zum Glück gibt’s da ja noch die Rennstrecke…

Jonas Eling