Thema: Polizeiautos aus aller Welt

Skurrile Polizeiautos aus aller Welt

Exekutive auf Rädern

Mit Nissan Leaf, Dodge Charger, Lamborghini Gallardo oder Opel Ampera auf Verbrecherjagd? Wir zeigen, was die Polizei weltweit fährt

Der Dodge Charger war noch nie dafür bekannt, besonders unauffällig zu sein. Wirklich erschrecken dürfte mancher Autofahrer in den USA aber erst, wenn der Charger mit Rammgitter, Sirene und Blaulicht im Rückspiegel auftaucht. Die US-Cops dürfen bei Dodge zwischen zwei Motorisierungen wählen: Neben einem 292 PS starken V6 mit 3,6 Liter Hubraum steht auch ein 5,7 Liter großer V8 mit 370 PS in der Preisliste, um die Verfolgung von Kriminellen und Verdächtigen zu erleichtern. Natürlich bietet der Dodge Charger Pursuit neben dicken Motoren auch viele Sonderausstattungen, die den Alltag der Cops erleichtern.

Dezenter, sparsamer und vor allem leiser präsentiert sich das nächste Mitglied in unserer Sammlung der interessantesten Polizei-Fahrzeuge aus aller Welt: Mit dem Opel Ampera könnten sich Polizisten fast lautlos an ihr Ziel heranschleichen. Vor allem für die Innenstadt wäre das Elektroauto mit Benzinmotor gut geeigent, erklärt Opel. Die Rüsselsheimer prüfen zur Zeit den Einsatz des Ampera in Uniform.

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Zwischen 50 und 80 Kilometer kann er rein elektrisch fahren, ein Benzinmotor sorgt für Reichweiten bis zu 500 Kilometer, indem er die Batterien auflädt. In neun Sekunden sprintet der Viertürer von null auf 100 km/h  und ist maximal 160 km/h schnell. Innerhalb von vier Stunden können die Lithium-Ionen-Batterien an einer 230-Volt-Steckdose geladen werden. In Zivil kostet der Ampera 42.900 Euro.

Deutlich teurer und schneller ist ein Einzelstück aus Großbritannien. Ende 2006 stellte Caparo Vehicle Technologies den T1 vor. Ein Jahr später bekam der 575 PS starke Caparo T1 als RRV (Rapid Response Vehicle) Blaulicht und Martinshorn. Mit dem Supersportwagen will die Metropolitan Police bevorzugt Bösenwichte auf der M25 jagen.

Ein Entkommen dürfte wahrlich problematisch sein: Der Supersportwagen mit Formel-1-Anleihen schafft die Tempo-100-Hürde locker unter drei Sekunden. Kein Wunder, dass die Beamten, die diesen Boliden im Auftrag von Recht und Ordnung bewegen, ein spezielles Fahrertraining absolvieren müssen.

Britische Polizei: Viele exotische Flitzer im Dienst

Die Humberside Police hat nach einer einjährigen Testphase einen Lexus IS-F in Dienst gestellt. Dessen 423-PS-V8 beschleunigt die Limousine in unter fünf Sekunden von null auf 100 km/h. Der IS-F ersetzt einen Subaru Impreza WRX, mit dem die Polizei bisher unterwegs war. Flink unterwegs ist die britische Polizei auch mit einer Lotus Elise.

Ob die Sportversion des Ford Focus dagegen bald auf der Insel auf Verbrecherjagd geht, ist noch nicht beschlossen. Der Hersteller hat ein Demo-Car auf Basis des ST Turnier produziert, das mit bis zu 248 km/h über den Asphalt brettern kann.

Den ersten Auftritt hatte das für eine Krimiserie konzipierte Modell im Fernsehen. Nun steht auch eine Serienreife zur Debatte, für die Ford mit seiner Vorstellung immerhin schonmal den Grundstein gelegt hat.

Beinahe legendär sind die Fahrzeuge der US-Cops – meist kräftig motorisierte Limousinen von Chevrolet, Dodge und Ford. Oft wirken allein die Lackierung in Schwarz-Weiß und die gewaltigen Stoßfänger einschüchternd. Noch wuchtiger kommen die Chevy Tahoe der texanischen Polizei daher. Doch das Standardmodell der US-Polizei ist der Crown Victoria, eine robuste Limousine mit V8-Motor, stabilem Rahmen und hinterer Starrachse.

Doch genau dieses Urgeistein der US-Polizei soll Ende 2011 in Rente gehen und ab 2012 durch den neuen Ford Police Interceptor ersetzt werden. Ein Prototyp ist der nächsten Streifenwagengeneration aus dem Hause Ford ist bereits als Concept Car unterwegs.

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In Australien sind Holden im Einsatz. Die Marke gehört zu General Motors und baut besonders kräftige Limousinen im Fünfmeter-Format. Zu der Power unter der Haube kommt die dramtische Lackierung in Gelb oder Rot. Mit dem Schwarz-Weißen Würfelmuster an der Seite erinnert die Optik an Pace Cars. Und auch hier gilt: Überholen sollte man nicht.

Fast unmöglich wird das Überholen, wenn die Beamten in einem Lamborghini Gallardo sitzen. Einen der V10-Sportwagen hat die italienische Polizei im Einsatz – sie jagt damit Temposünder auf der Autobahn oder bringt lebenswichtige Organe schnell zum Empfänger. Extra für diesen Zweck ist unter der vorderen Haube eine Kühlbox eingebaut.

In Deutschland nutzt die Polizei hauptsächlich VW Passat Variant, nach Angaben von Volkswagen sind 10.000 Passat TDI in grün-silber und blau-silber unterwegs.
aof/psk/hiltscher/freiwah