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VW Golf blue-e-motion und twinDRIVE im Vergleich

VW Golf blue-e-motion | VW Golf twinDRIVE

VW plant Elektroautos mit unterschiedlichen Konzepten: ein Vergleich der beiden Modelle Golf blue-e-motion und Golf twinDRIVE

Wenn es um Elektroantriebe für künftige Autos geht, dann hat VW gleich mehrere ganz unterschiedliche Systeme in petto. Zu den aussichtsreichsten gehören Plug-in-Modelle und Elektroautos mit Reichweiten-Verlängerung, also eine Kombination aus Elektroantrieb und Verbrennungsmotor, einem so genannten Range-Extender.

Ein rein elektrisch betriebenes Fahrzeug ist zum Beispiel der Golf blue-e-motion mit einem 85 kW (115 PS) starken Elektromotor und einer großen Lithium-Ionen-Batterie. Diese besteht aus 180 Zellen, wiegt stattliche 315 Kilogramm und wird an der Steckdose zu Hause oder an einer Ladestationen geladen. Die Hochleistungs-Batterie kann maximal 26,5 Kilowattstunden speichern. Damit soll eine Reichweite von ca. 150 Kilometern möglich sein. Das genügt für die tägliche Fahrt zur Arbeit, doch für spontane Extratouren oder weite Reisen ist das Plug-in-Modell eher ungeeignet.

Hier spielt der VW Golf twin-DRIVE seine Stärke aus. Er speichert seine elektrische Energie in einer kleineren und damit leichteren Lithium-Ionen-Batterie mit 11,8 Kilowattstunden. Bei reinem Elektrobetrieb ist damit eine Wegstrecke von 57 Kilometern möglich. Sind die Reserven aufgebraucht, dann muss der twinDRIVE an die Steckdose – oder er fährt im Hybridbetrieb. Das bedeutet, er erhält Unterstützung vom Benzinmotor, der dann die Vorderachse direkt antreibt. Wenn es sein muss, kann er auch die Batterie nachladen. Ein intelligentes Hybrid-Management sorgt für die Rückgewinnung der Bremsenergie und den optimalen Einsatz von Elektro- und Benzin-Antrieb. Denn während der Elektromotor besonders drehmomentstark beschleunigt und lokal emissionsfrei arbeitet, läuft der Verbrennungsmotor bei schneller Konstantfahrt und unter Volllast effizienter. Diese unterschiedlichen Eigenschaften sollten dem jeweiligen Einsatz optimal angepasst sein. Das übernimmt die Hybrid-Schaltzentrale des Golf. Der Fahrer kann aber auch selbst aktiv werden und per Tastendruck den EV-Modus wählen. Dann fährt das Auto rein elektrisch. Er kann aber auch über das Navi-Display elektrische Energie für bestimmte Streckenabschnitte (Naturschutzgebiet, Umweltzone) oder für Fahrten am Zielort reservieren – etwa um innerstädtisch emissionsfrei dahinzurollen.

ERSTER PRAXISTEST

Wir fuhren mit beiden Modellen im Konvoi – somit waren Streckenprofil, Verkehrsbedingungen und die Anzahl von Starts, Stopps, Anfahr- und Bremssituationen vergleichbar. Die Elektroenergie des Golf blue-e-motion reichte bei unserer ersten Vergleichsfahrt unter sommerlichen Bedingungen für 129 km. Das entspricht einem Verbrauch von 14,6 kWh/100 km. Mit dem VW Golf twin-DRIVE benötigten wir 7,4 kWh/100 km. Zusätzlich genehmigte er sich 3,9 Liter Super auf 100 km. Das ergibt eine Gesamtreichweite für das VW-Hybridfahzeug von immerhin 790 km. Anders ausgedrückt: Mit dem blue-e-motion verbrauchten wir auf unserer Testfahrt Energie für 3,77 Euro, beim twinDRIVE mussten wir – für die gleiche Entfernung – 9,75 Euro bezahlen. Dafür sitzt einem hier nicht die Sorge im Nacken, plötzlich mit leerer Batterie liegen zu bleiben.

Fahreindrücke: Beide VW sind beileibe keine lahmen Sparautos. Im Gegenteil. Die spontane Kraftentfaltung der E-Motoren sorgt für zügige Beschleunigung und sportive Drehmomententfaltung. Beide beschleunigen in knapp zwölf Sekunden auf Tempo 100. Mit dem für die Stadt gedachten e-Golf erreichten wir ein Spitzentempo von 135 km /h, mit dem twinDRIVE sogar 170 km/h.

Während der Golf blue-e-motion bereits ab 2013 verkauft werden soll, steckt der twinDRIVE noch in der Forschung.
Holger Ippen

Inhaltsübersicht

Autos im Test

VW Golf blue-e-motion

PS/KW 116/85

0-100 km/h in 11.80s

Vorderrad, k.A.

Spitze 135 km/h

Preis k.A.

VW Golf twinDRIVE

PS/KW 116/85

0-100 km/h in 12.00s

Vorderrad, k.A.

Spitze 170 km/h

Preis k.A.