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Seat 20V20: SUV-Studie im Fahrbericht

Crossover auf spanisch

Der Erfolg in der Klasse der SUV hält an. Auch Seat will künftig daran teilhaben. Die Studie Seat 20V20 gibt einen Ausblick, wie man das künftige Modell vorstellen kann. Fahrbericht

Noch hat Seat keinen einzigen der beliebten Hochsitzer im Programm. Bis 2020 sollen es gleich drei werden: ein kompaktes SUV im VW Tiguan-Format (2016), ein kleines in Polo-Größe (2017) und ein strammer Siebensitzer, der als neues Flaggschiff der Marke dienen soll. Wie man sich das Top-SUV vorstellen darf, zeigt die Studie „Vision Veinte veinte“ (spanisch für 2020) – ein respektables Design-Statement mit einer Gesamtlänge von 4659 Millimetern und der Technik von VWs multivariablen MQB-Baukasten.

Seat 20V20: Studie gibt Ausblick auf spanische SUV

Der Seat 20V20 ist denn auch quasi ein Gemeinschaftspojekt mit den Konzernkollegen von Skoda, die bereits intensiv an der Form des künftigen Superb SUV feilen. Klar, dass jede Marke ihre eigene Formensprache verfolgt. Und so liebt es Seat unter der Leitung von Designchef Alejandro Mesonero-Romanos sportlich. „Ich wollte die perfekte Balance der Proportionen und der Klarheit des Designs“, erklärt der Spanier. Reinsetzen. Feines Leder duftet. Sitze, Türtafeln und auch die breite Mittelkonsole sind damit großzügig belegt.

Hochglänzende Kunststoffe, Aluminium und Glas wirken griffsympathisch, auch wenn manche Tasten noch außer Funktion sind. Wie gesagt, wir be nden uns fast fünf Jahre vor der Zeit. Die auffälligen Integralsitze sind angenehm straff gepolstert, und die erhabene Sitzposition erfüllt den Hauptanspruch, den viele an ein SUV haben. Auch in der zweiten Reihe herrscht kein Platzmangel. Wo im Kofferraumboden heute zwei Gepäcktrolleys integriert sind, werden später einmal ausklappbare Einzelsitze Platz finden.

Durch die relativ hochgezogene seitliche Schulterpartie stellt sich schnell ein Gefühl von Geborgenheit ein. Wuchtige Alu-Räder mit üppigen Bridgestone Dueler H/L 400 im Format 275/45 R 20 halten den Bodenkontakt. Grundsätzlich erlaubt der Baukasten ein Motorenspektrum, das sich bei den Benzinern bis 300 PS und beim Diesel bis maximal 240 PS ererfuhr, soll ein neuer Dreizylinder mit einem Liter Hubraum, bis 272 PS, einem elektrisch angetriebenen Lader sowie einem Turbolader zum Einsatz kommen.

Der Motor soll auch künftig den neuen Passat antreiben. Zusätzlich ist mit den weiteren Benzinmotoren 1.4 TSI (150 PS) und 1.8 TSI (180 PS) zu rechnen. Bei den Dieseln wird die Palette beim 1.6 TDI mit 110 PS beginnen, dann folgen die 2.0 TDI mit 150 und 190 PS. Der Hammer wird der 240 PS starke Biturbo, der auch im Passat bereits seinen Dienst verrichtet und 500 Nm Drehmoment parat hält. Selbstverständlich soll zudem die Konnektivität auf dem neuesten streckt, künftige Plug-in-Hybride nicht mitgerechnet.

Seat-Studie 20V20: Druckvoll, ruckfrei und noch steifbeinig

Bei der Studie übernimmt ein 150 PS starker 1.4 TSI den Vortrieb. Mit sportlich-sonorem Sound nimmt der Benzin-Direkteinspritzer seine Arbeit auf. Druckvoll geht der Seat 20V20 voran, das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet sauber und erfreulich ruckfrei. Die Lenkung operiert aber noch mit etwas zu großen Lenkwinkeln – ebenfalls ein Zugeständnis an das Frühstadium der Entwicklung. Bis zum Serienanlauf wird auch das Fahrwerk noch einmal gründlich überarbeitet.

Noch rollt das SUV etwas steifbeinig ab. Das wird sich ändern, doch der sportliche Gesamtcharakter stimmt bereits. Fürs Durchkommen sorgt im Fall des Falles der elektronisch gesteuerte Allradantrieb. Beim Serienmodell sind aber auch Frontantriebsvarianten geplant. „Der Veinte veinte verkörpert die Seat-Zielsetzung für die Zukunft.“ Der das sagt, sollte es wissen: Jürgen Stackmann ist Markenchef. Gut möglich, dass sein Plan aufgeht.

Stefan Miete