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Porsche Panamera S Hybrid im Fahrbericht

Panamera S Hybrid – Schnellsparer

Der schnellste Serien-Hybrid der Welt löst den Widerspruch aus Dynamik und Diät auf – aber nur bei entsprechender Fahrweise

Eckdaten
PS-kW333 PS (245 kW)
AntriebHinterrad, 8-Stufen-Automatik
0-100 km/h6.00 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit270 km/h
Preis106.185,00 €

Einfach rollen lassen – dieser simple Rat ist das allgemein gültige Rezept, flott und dennoch sparsam sein Ziel zu erreichen. Und aufs Rollen – die Porsche-Techniker nennen es „Segeln“ – versteht sich der neue Porsche Panamera S Hybrid bestens. Geht der Fahrer zum Beispiel auf der Autobahn vom Gas, stellt der 3,0-Liter-Kompressor-V6 seine Arbeit ein und wird per Trennkupplung vom Antriebsstrang entkoppelt. Doch keine Panik, die knapp zwei Tonnen schwere und fast fünf Meter lange Fuhre schießt nun nicht unkontrolliert davon. Die Elektronik erkennt zum Beispiel starkes Gefälle und registriert den Fahrerwunsch nach gebremster Fahrt, worauf die nachgeordnete E-Maschine den V6 im Nu wieder auf seine Solldrehzahl bringt.

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Abgesehen von der Drehzahlmessernadel zuckt dabei gar nichts. Das Wechselspiel zwischen „Segeln“, Elektro- und V6-Antrieb beherrscht der Parallelhybrid im Panamera perfekt. Selbst wenn morgens der V6 noch kalt ist, kann man nach Druck auf die E-Power-Taste ausschließlich mit der Kraft der 34-kW-Elektromaschine lautlos davonschleichen. Das funktioniert aber nur auf kurzen Strecken, wenn man das Gaspedal lediglich streichelt und die unter dem Kofferraum montierte, klimatisierte 1,7-kWh-Nickel-Metallhydrid-Batterie vorher genügend Ladung gebunkert hat.

EIN ECHTER PORSCHE
Letztendlich will auch ein Panamera Hybrid wie ein Porsche bewegt werden. Die Voraussetzung dafür liefert eine Systemleistung von 380 PS, resultierend aus dem 333 PS starken Kompressor-V6 von Audi und dem 34 kW (47 PS) leistenden E-Motor, wobei das maximale Drehmoment aus beiden Maschinen noch beeindruckendere 580 Nm erreicht, die bereits ab 1000 Touren abrufbar sind. Entsprechend hurtig geht es aus tiefsten Drehzahlen voran, wenngleich der Hybrid nicht ganz so bissig aufs Gas reagiert wie konventionelle Porsche Panamera mit Doppelkupplungsgetriebe. Dafür reklamiert der Hybrid mit seiner Achstufen-Wandler-Automatik den sanfteren Antriebskomfort für sich. Unter Volllast soll er nur 6,0 Sekunden bis 100 km/h benötigen, maximal sind 270 km/h möglich.

Passend dazu zählt der Panamera auch als Hybrid zu den präzisen, allerdings relativ straff abgestimmten Fahrmaschinen in der Luxusklasse. Nur die auf dem Testwagen montierten optionalen 19-Zoll-Ganzjahres-Spritsparreifen nagen eine wenig an Lenkpräzision und Querbeschleunigungspotenzial. Doch allein mit dieser Bereifung erreicht der Hybrid den EU-Verbrauch von 6,8 l/100 km. In der Praxis drückt man den Bordcomputerverbrauch schon mal auf sieben bis acht Liter. Fordert man allerdings mehr Leistung ab, steigt der Bedarf schnell auf neun bis elf Liter. So steckt auch beim Porsche Panamera Hybrid das größte Sparpotenzial im rechten Fuß des Fahrers. Und von Sparen kann beim Kaufpreis von 106.185 Euro ohnehin keine Rede sein, selbst wenn der Hybrid mit Automatik, Luftfederung und Servotronic deutlich besser ausgestattet ist als ein vergleichbarer Basis-Panamera S mit 400 PS für 94.582 Euro.
Jürgen Voigt

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Porsche Panamera S Hybrid

PS/KW 333/245

0-100 km/h in 6.00s

Hinterrad, 8-Stufen-Automatik

Spitze 270 km/h

Preis 106.185,00 €