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Opel Zafira Tourer 2.0 CDTI im Fahrbericht

Opel Zafira Tourer 2.0 CDTI

Den neuen Opel Zafira Tourer zeichnen Flexibilität und sinnvolle Assistenzsysteme aus. Er ist Kleinbus und Komfortlimousine in einem

Eckdaten
PS-kW165 PS (121 kW)
AntriebVorderrad, 6 Gang manuell
0-100 km/h9.80 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit208 km/h
Preis29.705,00 €

Der Opel Zafira hat sich in den vergangenen zwölf Jahren mit Recht eine treue Fangemeinde erkämpft. In wenigen Wochen steht die dritte Generation des Kompaktvans im Showroom der Händler – neben dem alten Modell, das als Zafira Family im Programm bleibt. Außer dem Namen und dem Konzept haben die beiden nicht mehr viel gemeinsam: Technik, Styling, Qualitätsanmutung – alles neu oder weiterentwickelt. Schon der alte Zafira konnte Raum gut nutzen. Den neuen Opel Zafira gibt es deshalb optional wieder mit dem Flex7-System (700 Euro, Serie bei Sport- und Innovation-Ausstattung), das ihn zum Kleinbus für sieben Personen macht. Über die Easy Entry-Sitze in zweiter Reihe lässt sich das Gestühl ganz hinten im Auto gut erklimmen. Es gibt Cupholder, Ablagen und eine Armlehne für jeden. Kniefreiheit ist gegeben, denn die drei Einzelsitze davor lassen sich um jeweils 210 Millimeter verschieben. Die Sitzposition mit stark angewinkelten Knien ist allerdings eher stadtverkehrstauglich als für die lange Reise nach Rimini gedacht. Die sollte man nur zu fünft antreten – oder besser zu viert, denn dann wird der Opel Zafira Tourer 2.0 CDTI zur Komfortlimousine mit 710 Liter Ladevolumen. Der mittlere Sitz in zweiter Reihe kann zu bequemen Armlehnen umfunktioniert werden – die äußeren Sitze werden einfach nach hinten und ein Stückchen nach innen verschoben. So entsteht mehr Ellbogenfreiheit zu den Türen. Opel spricht hier zu Recht von einer „Lounge-Anmutung“. Rimini kann kommen – wenn denn der sonstige Fahrkomfort auf Limousinenniveau liegt.

KRAFT UND KOMFORT
Bequeme Sitze, ein großzügiges Raumangebot, bis zu 30 Ablagen im Zafira Tourer und als Clou auf Wunsch ein integrierter Fahrradträger (ab 790 Euro) für bis zu vier Bikes sind eines Vans, der mal als Vorreiter einer ganzen Fahrzeugklasse startete, würdig.

Von der Leistung her ist es der starke Dieselmotor mit 165 PS auch. Kraftvoll schiebt das Aggregat voran, es brummt jedoch nach wie vor vernehmlich – zwar besser gedämmt und kultivierter als im Vorgängermodell, doch ist der per Turbo aufgeladene Selbstzünder immer noch – subjektiv empfunden – auf einem im Vergleich zu Mitbewerbern hohem Geräuschniveau. Das trübt ein wenig den ansonsten guten ersten Eindruck, den der neue Opel Zafira Tourer 2.0 CDTI hinterlässt. Das optional erhältliche FlexRide-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern (980 Euro) schluckt in der Komfort-Stellung sowohl kurze Stöße als auch lange Wellen souverän. Der Zafira nutzt vorn Bauteile des Insignia-Fahrwerks und hat hinten die Verbundlenkerachse mit Wattgestänge des Astra. Beides scheint gut zusammenzupassen. In der neutralen Stellung des FlexRide-Fahrwerks gibt sich der Rüsselsheimer bereits straff – ein Eindruck, der sich im Sportmodus nochmals verstärkt. In dieser Fahrwerksstellung lassen sich Kurven für einen Van dieser Größe und Höhe zackig nehmen.

Opels jüngster Spross ist zwar kein Rennwagen, aber ein flott zu fahrendes Auto, das durchaus Fahrspaß vermittelt. Zum Spaß gesellt sich Sicherheit: Mit einem umfangreichen Angebot an Assistenzsystemen setzt Opel seine mit Insignia und Astra begonnenen Bemühungen fort – mit erstaunlichen Erfolgen. Per Radar misst der Zafira Tourer den Abstand zum Vordermann und blendet die Reaktionszeit im Display ein. So hält man immer den richtigen Abstand. Betätigt man zudem noch den Tempomaten, bremst der Van automatisch ab, wenn der Vordermann verzögert und beschleunigt wieder bis auf die vorgegebene Geschwindigkeit, sobald die Straße frei ist. Das mutet im ersten Moment merkwürdig an, doch auf langer Autobahnfahrt kann man sich daran gewöhnen. An den Preis auch: 1300 Euro muss man für dieses System anlegen.

Immer noch im Versuchsstadium scheint die automatische Schilderkennung zu sein. Sie ist zwar schon zuverlässiger geworden, doch für Opel wie auch für andere Marken gilt: Nur wer selbst aufmerksam auf die Beschilderung achtet, kann sich sicher sein.

KEINE ALLEINSTELLUNG
In der Summe ist der neue Zafira Tourer mit seinem Einstiegspreis von 22.950 Euro so viel besser, dass er eine Konkurrenz in Form des alten Zafira Family zum gleichen Preis nicht fürchten muss. Eine Alleinstellung wie bei der Markteinführung des ersten Zafira hat der Neue allerdings nicht. VW Touran und Ford Grand C-MAX sind harte Konkurrenten, doch der Zafira Tourer scheint gut gewappnet zu sein.
Thorsten Elbrigmann

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Opel Zafira Tourer 2.0 CDTI

PS/KW 165/121

0-100 km/h in 9.80s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 208 km/h

Preis 29.705,00 €