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Fahrbericht: Nissan GT-R 2012

Megavergleich - Teil VII: Der Techniker

Acht Supersportwagen mit insgesamt 4351 PS im Megavergleich auf der Teststrecke. Nacheinander stellen wir Ihnen begehrenswerte Traumautos vor, am Ende folgt das große Fazit. Kandidat sieben: Nissan GT-R 2012

Nach Schafspelz sieht die kantige Karosserie mit den vier dicken Endrohren und dem Spoiler am Heck zwar nicht gerade aus, aber einen absolut vollendeten Supersportwagen vermutet man dennoch nicht hinter der pragmatischen Fassade des Nissan GT-R.

Die Japaner versuchten erst gar nicht, ihrer Schöpfung einen eleganteren Auftritt zu verpassen. Sie beließen es bei rationalen Proportionen und konzentrierten sich auf die wirklich wichtigen Dinge.

Nissan GT-R: lupenreines Rennstreckenwerkzeug

Zuallererst auf das Kraftpaket, das dem Betrachter nach Öffnen der Motorhaube stolz seine sechs Ansaugrohre präsentiert. Kaum zu glauben – dieser liebevoll verpackte, ja fast brav anmutende 3,8-Liter-V6 soll der Wildeste seiner Art sein. Von zwei Turboladern befeuert, bringt er es im 2012er- Modell auf 550 PS und 632 Nm Drehmoment. Die ungeheure Power wird hinterm Steuer jedoch schon kurz nach dem Losrollen offenkundig.

Bereits bei niedrigsten Drehzahlen reagiert der GT-R willig aufs Gas, spricht so direkt und unvermittelt auf Befehle an, wie man es sonst nur von großvolumigen Saugmotoren, keinesfalls aber von Turbos kennt. Der Schub, der auf Vollgas folgt, ist brachial. Ob im zweiten oder sechsten Gang – Leistung steht jederzeit im Überfluss bereit. Und im Gegensatz zu einigen heckangetriebenen Supersportlern geht durch die atemberaubende Traktion des hochmodernen Allradantriebs kein bisschen davon verloren.

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Die Krönung ist der Antritt aus dem Stand mithilfe der perfektionierten Launch Control. Wer sich der enormen Beanspruchung für Motor, Antriebsstrang und eigenen Körper bewusst ist, wird mit dieser Funktion jedem noch so potenten Gegner die Rücklichter zeigen und in stets reproduzierbaren 2,8 Sekunden auf Tempo 100 katapultiert.

Weil sich der enorme Schub danach kaum abschwächt, fällt nach nur 10,6 s die 200er-Marke. Gut, dass serienmäßig die überragenden Brembo-Bremsen an Bord sind. Dass der 1,8 Tonnen schwere Nissan GT-R bei Kurventempi und Neutralität die Maßstäbe setzt, macht ihn zum wohl gefährlichsten aller Wölfe im Schafspelz.
Markus Schönfeld

>>Alle technischen Daten finden Sie auf der nächsten Seite