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Neuer Seat Ateca: Fahrbericht

Unterwegs im Seat Ateca

Der neue Seat Ateca ist das erste SUV der Spanier. Bei einer ersten Testfahrt haben wir uns den Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive mit Allradantrieb zur Brust genommen.

Seat hatte es in den letzten Jahren nicht immer leicht, denn der SUV-Zug fuhr zunächst ohne die Spanier ab. Der neue Seat Ateca soll alles ändern, denn die spanische VW-Tochter ist durchaus schon im Bau von SUV geübt: Bereits seit 2011 läuft der Audi Q3 von den Seat-Bändern in Martorell. Das erste eigene SUV soll nun eine Erfolgsgeschichte fortschreiben, die auf anderen Ebenen längst begonnen hat. Seats Designentwicklung wird allenthalben gelobt und auch die Verkaufszahlen erklimmen höhere Etagen. Wurden 2010 noch 50.499 Seat in Deutschland verkauft, so waren es 2015 bereits 94.673. Der weltweite Umsatz hat sich seit 2009 auf 8,3 Milliarden Euro verdoppelt. Für zusätzlichen Schub soll ab Juli der neue Seat Ateca sorgen, der – die VW-Modulstrategie macht’s möglich – bei den Kollegen von Skoda im tschechischen Kvasiny gebaut wird. Gut 70.000 Jahreseinheiten sind zunächst geplant.

Bildergalerie starten: Neuer Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive

Seat Ateca im Crashtest - Video:

 

Neuer Seat Ateca kommt mit umfangreicher Ausstattung

Der Wolfsburger Genpool spielt dabei eine große Rolle, weil der attraktiv gezeichnete Seat für viele scharf rechnende SUV-Kunden eine interessante Alternative zu Tiguan und Yeti darstellt. Die Preise für den neuen Ateca beginnen bei 19.990 Euro für den 1.0 TSI mit 115 PS starkem Dreizylinder-Turbobenziner. Der zur ersten Probefahrt bereitgestellte Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive mit der höchsten Ausstattungslinie „Xcellence“ kostet samt Allradantrieb und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe 35.580 Euro. Auch das ist ein wohlfeiles Angebot, sind doch mit 18-Zoll-Leichtmetallrädern, Media-System samt 8,0-Zoll-Touchscreen, Rückfahrkamera, Klimaautomatik und Voll-LED-Scheinwerfern zahlreiche Annehmlichkeiten bereits im Preis enthalten. Nützliches wie die Anhängerkupplung gibt es für 790 Euro – der Testwagen darf 2,1 Tonnen an den Haken nehmen. Eine Fülle von Assistenzsystemen aus dem VW-Teileregal steht bereit, dazu gehören Abstandsregeltempomat (ACC), Front Assist, Auspark- oder Parklenkassistent. Zu den besonderen Vorzügen des neuen Seat Ateca zählt die sehr gute Raumausnutzung. Mit einer Außenlänge von 4,36 Metern ist der Spanier in etwa so groß wie der erste Tiguan und mithin sehr handlich. Dennoch sind auf der nicht verschiebbaren Rückbank zwei Erwachsene bestens untergebracht. Knie- und Kopfraum sind gut, das gilt auch für die Bedienung. Der Seat mutet seinem Fahrer keinen Kopfsprung in die Finsternis kryptischer Menüebenen zu. Alle Tasten und Schalter sind logisch gruppiert, leicht erreichbar und sauber bezeichnet.

Mehr zum Thema: Alle Preise und Motoren des neuen Seat Ateca

Das neue Seat Ateca SUV überzeugt auch im Gelände

Die Übersicht nach vorn ist wegen der relativ flach verlaufenden Haube problemlos, die an ihren Wurzeln relativ breiten hinteren Dachsäulen schränken die Sicht nur wenig ein. Für klaren 360-Grad-Rundumblick sorgt eine aufpreispflichtige Top-View-Kamera (ab 550 Euro), die nicht nur präzises Einparken erleichtert, sondern auch im Gelände gute Dienste tut. Ganz sicher werden die allermeisten Ateca eher die Autobahn als die Piste unter die Räder nehmen. Doch kann sich der neue Spanier in der Allradvariante durchaus auch im Gelände seinen Weg bahnen. Sechs Fahrmodi stehen zur Verfügung, die auf Allradantrieb, Motorsteuerung, Getriebe und Lenkung Einfluss nehmen. Im Geländemodus wühlt sich der Ateca wacker durch, und im Bergabfahrmodus greift die Elektronik gezielt ein und regelt den präzisen Bremsdruck für jedes Rad so, dass die Fuhre langsam und sicher unten ankommt. Auf der Straße schließlich hat der 190-PS-TDI erwartungegemäß leichtes Spiel mit dem 1535 Kilo schweren Fünftürer. Die Fahrwerksabstimmung ist erfreulich komfortabel ausgelegt, erlaubt aber im Zusammenspiel mit der gefühlvoll abgestimmten Lenkung auch eine dynamische Fahrweise. Adaptive Dämpfer gibt es vorerst nicht, und auch eine extra-knackige Cupra-Version ist derzeit noch nicht offiziell. Beides dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.

Stefan Miete
Fazit

Die Spanier haben beim neuen Seat Ateca alles richtig gemacht. Ansprechendes Design, handliches Format, maßvoll kalkulierte Preise, dazu die Wucht des VW-Technikbaukastens MQB sind beste Voraussetzungen für den Erfolg. Der starke Diesel passt perfekt zum Charakter des neuen Seat, der für SUV-Fans eine echte Alternative darstellt.