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Neuer Porsche 911 Turbo S: Fahrbericht

Geballte Turbo-Ladung 911

Noch stärker, noch schneller, noch effzienter: die erste Fahrt im neuen Porsche 911 Turbo S Facelift auf dem Kyalami Prix Circuit in Südafrika. Eindrücke im Fahrbericht.

Porsche 911 Turbo S
Technische Daten

MotorB6-Zylinder, Biturbo
Hubraum3.800 cm³
Leistung427 kW / 581 PS
Max. Drehmoment750 Nm
L / B / H4.507 / 1.880 / 1.297 mm
Leergewicht1.600 kg
Fahrleistungen0-100 km/h in 2,9 s
Höchstgeschwindigkeit330 km/h
EU-Verbrauch9,1 l/100 km
CO2-Ausstoß212 g/km
Grundpreis202.872 €

Wir waren mit dem neuen Porsche 911 Turbo S auf dem Kyalammi Prix Circuit in Südafrika unterwegs. Fahrdynamik auf allerhöchstem Niveau, gleichzeitig einfaches Handling, das den Fahrer zu keinem Zeitpunkt überfordert, gute Manieren im Alltag – der Porsche 911 Turbo S gilt zahlreichen Fans als der vielseitigste Supersportwagen überhaupt. Zum neuen Jahrgang 2016 erhält die Krönung der Elfer-Reihe neben ein paar maßvollen optischen Retuschen neu abgestimmte Fahrwerksmodi sowie eine Mehrleistung von 20 PS, die aus größeren Verdichtergehäusen und erhöhtem Einspritzdruck resultiert. Doch sind diese Maßnahmen beim neuen Porsche 911 Turbo S überhaupt noch spürbar? Die Antwort darauf liefern einige schnelle Runden in einem Testwagen. Der Kyalami Prix Circuit nahe Johannesburg bietet ideale Voraussetzungen für den heißen Ritt am Grenzbereich. Immens schnelle Kurven, Bergaufpassagen mit blinden Ecken sowie einige harte Bremspunkte: Hier kann der neue Turbo S vom Typ 991 zeigen, was in ihm steckt.

Bildergalerie: Neuer Porsche 911 Turbo S (991)

911 Turbo S: Brachiale Beschleunigung, irre Kurventempi

Wir rollen aus der Boxengasse und treten das Gaspedal unseres rotlackierten Testobjektes durch. Ansatzlos katapultiert der 580 PS starke Bi-Turbo-Boxer das 1600 Kilo schwere Sportcoupé nach vorn. 100, 150, 200 km/h – die irrwitzige Beschleunigung verliert zu keinem Zeitpunkt spürbar an Dramatik. Am Ende der Start-Ziel-Geraden folgt mit unserem Porsche der erste harte Anbremspunkt: Die fein dosierbare Karbon-Keramik-Bremse staucht die Fuhre brutal zusammen. Es folgt die erste Kurvenkombination, die der 911 Turbo S nicht nur unglaublich schnell, sondern zugleich völlig lässig unter die Räder nimmt. Das ultrapräzise Einlenkverhalten und die unfassbare Traktion sorgen dafür, dass der Fahrer sofort Vertrauen in den bis zu 330 km/h schnellen 911 Turbo S fasst. Untersteuern im Kurveneingang oder Übersteuern im Kurvenausgang? Kennt der neue Turbo S nur aus der Theorie. Etwas Unruhe im Heckbereich kann allenfalls aukommen, wenn Bremsmanöver bis zum Einlenken am Kurveneingang noch nicht abgeschlossen sind. In den langen Hochgeschwindigkeitskurven fällt zudem auf, wie spurstabil das Porsche-Geschoss dank des serienmäßigen Wankausgleichs und der ausgeklügelten aktiven Aerodynamik liegt.

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911 Turbo S macht eine gute Figur

Doch auch auf normalen Straßen macht der Über-911 ein gute Figur. Die nun breitere Abstimmung der adaptiven Dämpfer (PASM) beschert dem neuen Porsche Turbo S einen ansprechenden Federungskomfort. Auch mit gröberen Fahrbahnunebenheiten kommt der Testwagen gut zurecht. Die Elfer-typisch hervorragende Ergonomie sowie die insgesamt geringen Bedienkräfte erleichtern den Umgang im Alltag. Selbst der Verbrauch hält sich beim neuen 911 Turbo S einigermaßen in Grenzen: Bei gemäßigtem Gasfuß lässt sich ein Durchschnitt von zehn bis elf Litern realisieren. Dies dürfte für die meisten potenziellen Besitzer aber eher eine Randnotiz bleiben.

Marcel Kühler
Fazit

Der neue 911 Turbo S ist ein faszinierendes Gesamtkunstwerk, das mit extremer Dynamik bei gleichzeitig gesitteten Umgangsformen im Alltag begeistert.