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Neuer Mercedes SLC: Erste Fahrt

Der neue SLC wird preiswerter

Der neue Mercedes SLC Roadster setzt auch als AMG 43 auf einen V6. Überzeugt das Power-Downsizing beim Topmodell auch im ersten Fahrbericht mit dem SLK-Nachfolger?

Wenn aus dem SLK in diesen Tagen der neue Mercedes SLC Roadster wird, gibt es mehr als einen Hauch frischer Schminke, ein neues Navigationssystem und einen neuen Namen. Vor allem anderen gibt es einen neuen Motor für das Topmodell, das künftig als Mercedes-AMG SLC 43 firmiert und an die Stelle des famosen SLK 55 mit seinem V8-Triebwerk rückt. Zwar sinkt mit dem Wechsel auf den V6-Biturbo auch der Preis um rund 20.000 auf 59.887 Euro und Klimabesorgte können sich den Rückschritt auch mit einem theoretischen Verbrauchsvorteil von 0,6 Litern schön reden. Doch statt 421 stehen jetzt auch nur noch 367 PS im Datenblatt des neuen SLC 43 und statt des V8-Bollerns hört man nur noch das künstlich aufgebauschte Brüllen eines überdrehten Sechszylinders. Natürlich weiß auch Mercedes, dass der neue Mercedes SLC Roadster mit dem Abschied vom Achtzylinder ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal verliert. Denn getunte Sechszylinder gibt es auch bei BMW und zumindest als junge Gebrauchte auch bei Porsche. Und zum Fünfzylinder im TT RS von Audi ist es dann auch nicht mehr weit. Deshalb trösten die Schwaben ihre schnellsten Kunden mit einem imposanten Soundtrack über die Sehnsucht nach der guten alten Zeit hinweg: Viel freier, viel frecher und viel vorlauter als in der C-Klasse oder den vielen anderen 43er-Derivaten darf der Sechszylinder im neuen Mercedes-AMG SLC 43 durch seinen Klappenauspuff brüllen und auch die Elektronik ist viel großzügiger mit ihrem Zwischengas für Fehlzündungen und Fanfaren.

Bildergalerie: Neuer Mercedes SLC Roadster

Neuer Mercedes SLC 43 AMG im Schatten des SLK 55

So macht der neue Mercedes SLC Roadster als 43er-AMG zwar tatsächlich ein gehöriges Spektakel, doch so richtig authentisch wirkt der Krawall nicht. Stattdessen erinnert der Zweisitzer mit seinem Röhren an einen braven Sachbearbeiter, dem beim Karaoke-Abend plötzlich einen Hardrock-Titel zugelost worden ist. Und wer auch nur annährend dem V8-Fahrgefühl nacheifern möchte, kann den Normverbrauch von 7,8 Litern ohnehin vergessen. Dabei sind die Fahrleistungen des neuen SLC Roadsters ja gar nicht schlecht. Denn immerhin mobilisiert der V6-Motor 520 Newtonmeter, beschleunigt den Mercedes-AMG SLC 43 in 4,7 Sekunden auf Tempo 100 und kratzt wütend an der 250er-Marke. Nur mit dem Vorgänger darf man das eben nicht vergleichen. Der war nicht nur stärker und schneller, sondern rundherum engagierter, schärfer und kompromissloser. Außerdem hatte er ein prägnanteres Design, die aufwändigere Technik und die bessere Ausstattung. Und die Plakette mit dem Autogramm des Motorenbauers ist mit der Abrüstung auch verschwunden.

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Sparsame Basismotoren im neuen Mercedes SLC Roadster

Dass man mit dem neuen Mercedes SLC unter Umständen trotzdem schneller auf Touren kommt als mit dem SLK, ist deshalb kein Verdienst der Motoreningenieure, sondern allein den Karosseriebauern zu verdanken. Denn die haben das versenkbare Hardtop endlich so programmiert, dass man jetzt auch losfahren kann, wenn der Deckel noch nicht ganz im Kasten verschwunden oder wieder über den Insassen geschlossen ist. Bei einem Blech-Ballett von bald 20 Sekunden spart man so tatsächlich reichlich Zeit beim neuen SLC. Die Abrüstung für den kleinen Sonnenanbeter aus Stuttgart trifft übrigens nicht nur die reichen Raser, sondern auch die bürgerlichen Frischluftfreunde. Denn für die nötige Distanz zum kommenden Cabrio der C-Klasse und für die Nachwuchsförderung füttert Mercedes die Familie von unten mit einem SLC 180 an. Der hat zwar nur 1,6 Liter Hubraum, 156 PS und bei 226 km/h ist es schon wieder vorbei mit der Raserei. Doch sinkt mit dem neuen Einstiegsmodell auch der Preis um rund 5.000 Euro und macht den SLC nach dem Smart zum günstigsten Open-Air-Modell unter dem Sternenhimmel.

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Thomas Geiger