Jeep Grand Cherokee SRT8: Brachialer Kampf-Koloss auf Luxus-Basis

Große Show

Als SRT8 mutiert der Grand Cherokee zum stärksten jemals gebauten Serien-Jeep

Die Modelle mit dem Kürzel SRT 8 standen bei Jeep oder Chrysler schon immer für potente und sportlich herausgeputzte Modellversionen: Der Jeep Grand Cherokee SRT8 macht da keine Ausnahme: Auch hinter den charakteristischen sieben Lufteinlässen des Jeep-Kühlergrills wütet ein Bigblock-V8 mit hemisphärischen (halbkugelförmigen) Brennräumen. Aktuell auf 6,4 Liter, 468 PS und 624 Nm gedopt, macht er aus dem Luxus-Geländewagen ein potentes Showcar.

Dass dabei die Wahrung der Offroad-Eigenschaften nicht unbedingt im Vordergrund stand, versteht sich von selbst. Die wuchtige Frontschürze und die mächtigen 20-Zoll-Räder rufen eher nach Drag-Strip als nach Dreck-Pfaden. Auf Asphaltpisten gibt der stärkste jemals gebaute Serien-Jeep zweifellos eine gute Figur ab. Bei der Null-auf-100 km/hÜbung soll der 2,3-Tonner kurzen Prozess machen: Die Amis versprechen 5,0 Sekunden. Und auf der Autobahn dürfte der Grand Cherokee mit maximal 257 km/h formatfüllend im Rückspiegel vieler Sportwagen auftauchen.

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Die Leistung bringt der Grand Cherokee SRT8 über einen Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung auf die Straße. An der Hinterachse soll ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial die Traktion weiter verbessern. Der Wahlschalter in der Mittelkonsole hält fünf Fahrmodi bereit, die jeweils die Kennung der adaptiven Dämpfer, die Schaltpunkte der Fünf-Stufen-Automatik, die Gaspedal-Kennlinien, die Kraftverteilung des Allradantriebs, die ESP-Regelschwelle und die Zylinderabschaltung beeinflussen.

Die ersten Kilometer zeigen, dass der muskulöse Allradler das komplette Repertoire vom entspannten Cruisen bis zum feurigen Angasen beherrscht. Schon kleinste Gaspedalbewegung setzen die Drehmomentwelle in Bewegung. Ebenso beeindruckend sind die kräftig zupackenden Brembo-Bremsen. Bei abrupten Richtungswechseln hält sich die Seitenneigung in engen Grenzen, aber trotzdem sind recht große Lenkwinkel nötig, und das üppige Leergewicht bleibt stets deutlich spürbar. Aber auch das gehört zur großen Show. Die Eintrittskarte kostet 74.200 Euro.
Elmar Siepen

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