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Neuer Jeep Grand Cherokee CRD

Jeep Grand Cherokee 3.0 V6 CRD im ersten Fahrbericht

Für den Jeep Grand Cherokee gibt es ab Mai einen neuen V6-Diesel  – von VM statt von Mercedes. Wie fühlt sich das an?

Eckdaten
PS-kW241 PS (177 kW)
Antriebpermanenter Allrad, 5-Stufen Automatik
0-100 km/h9.10 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit202 km/h
Preis48.850,00 €

Wenn ein Mensch 70 wird, hat er sich meist schon zur Ruhe gesetzt. Das hat Jeep natürlich nicht vor. Die Marke strafft zum Jubiläum ihr Modellprogramm – die Modelle Patriot und Cherokee entfallen in Europa – und startet mit dem neuen Partner Fiat einen neuen Lebensabschnitt. Das erste gemeinsame Kind, der Jeep Grand Cherokee, kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, denn nach dem Ende der Krise sind große SUV wieder gefragt. Die Architektur stammt in Grundzügen noch aus der früheren Ehe mit Daimler.

Im Gelände souverän, auf der Straße auch

Doch Chrysler hat kräftig in Produktion, Erprobung und Qualität investiert. Was jederzeit spürbar ist, denn selbst grobes Gelände kann die deutlich steifere Karosserie nicht erschüttern. Seelenruhig und kraftvoll rollt der Grand Cherokee steilste Strecken hinauf und dank Hill Descent Control sicher wieder herunter. Die Geländekompetenz bleibt also gewahrt, auch wenn sich Freunde des klassischen Jeep von der Starrachse verabschieden müssen.

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Neues auch unter der Haube. Dort arbeitet ein Dreiliter-Diesel der Fiat-Tochter VM Motori S.p.A. Der neu konstruierte V6 ist 23 PS stärker als der Mercedes-Motor im Vorgänger. Wer bei VM-Diesel an die rauen Vierzylinder denkt, wird im Grand Cherokee angenehm überrascht. In bis zu acht Portionen pro Arbeitstakt teilt das Fiat-Einsspritzsystem Multijet II den Kraftstoff ein – das beruhigt den Lauf und senkt den Lärm. Bis in die oberen Drehzahlen bleibt der Vierventiler kultiviert und leise. So leise, dass der Garrett-Lader beim kräftigen Gasgeben etwas vorlaut wirkt. Doch genau diese Turbine sorgt mit ihren verstellbaren Leitschaufeln für satten Druck von unten heraus. Bei 1800 U/min treten 550 Newtonmeter zur Arbeit an.

Neuer Dreiliter-Diesel mit 241 PS

Aus dem Stand setzt sich der 2,34-Tonner zügig in Bewegung. Erst recht mit eingelegter Untersetzung im Gelände, wo der Fahrer das Gas millimeterweise bewegen sollte, will er keinen unnötigen Staub aufwirbeln. Doch wichtig ist auf der Straße. Auch für einen Geländewagen mit sechs vertikalen Streben im Grill – dem Jeep-Erkennungszeichen. Egal ob ruhiges Asphaltband oder raue Landstraße: Der erste Grand Cherokee mit rundum einzeln aufgehängten Rädern benimmt sich sehr gesittet. Allerdings stolpert die Overland-Version mit ihren 20-Zoll-Rädern gelegentlich über kurze Unebenheiten.

Dabei bringt die Top-Version Overland die Luftfederung serienmäßig mit. Den serienmäßig stahlgefederten Limited soll es laut Jeep gegen Ende des Jahres mit Luftfederung geben – rund 2400 Euro wird diese Option voraussichtlich kosten. Mit Luftfedern erweitert sich auch der Einfluss des Selec Trac-Drehknopfes auf der Mittelkonsole. Je nachdem, welches der fünf Programm eingestellt ist, ändert sich die Charakteristik von Gaspedal, Kraftverteilung, Sperren und elektronischen Systemen. Neue Zeiten bei Jeep. Und noch lange kein Ruhestand.
Andreas Of

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Jeep Grand Cherokee 3.0 V6 CRD

PS/KW 241/177

0-100 km/h in 9.10s

permanenter Allrad, 5-Stufen Automatik

Spitze 202 km/h

Preis 48.850,00 €