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Fahrbericht: Ferrari California 30 2012

Megavergleich - Teil II: Der Fesselnde

Acht Supersportwagen mit insgesamt 4351 PS im Megavergleich auf der Teststrecke. Nacheinander stellen wir Ihnen begehrenswerte Traumautos vor, am Ende folgt das große Fazit. Heute der zweite Kandidat: Ferrari California 30

Der Ferrari California führt neuerdings die Ziffer 30 im Namen – Symbol für eine um 30 PS gestiegene Leistung und ein um 30 Kilo reduziertes Gewicht. So sprintet das kleinste Pferd im Ferrari-Stall noch lebhafter: 3,8 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h und eine Spitze von 312 km/h bei vergleichsweise bescheidenen 490 PS sind beachtlich. Weitaus beeindruckender ist jedoch, wie lustvoll und talentiert sich der California 30 dabei ins Zeug legt.

Der heiser röhrende 90-Grad-V8, der jetzt auch noch 20 Nm mehr Drehmoment entwickelt, hängt beinahe schockierend gut am Gas. Untermalt von einem elektrisierenden Sound-Spektakel, schnellt die Nadel des Tourenzählers hoch, wie entfesselt stiebt der 2+2-Sitzer davon. Gut, dass die F 1-Schaltung ebenfalls blitzartig reagiert und in Windeseile von Gang zu Gang hechtet.

DAS FAHRWERKSPAKET SCHÄRFT DEN CHARAKTER

Für maximalen Fahrspaß und volle Kontrolle bis in höchste Geschwindigkeiten sorgt das optional (5355 Euro) angebotene Fahrwerkspaket mit dem verheißungsvollen Namen „Handling Speciale“. Dazu gehören eine um zehn Prozent direkter übersetzte Lenkung sowie ein gestrafftes Set-up mit härteren Federn. Die adaptiven Dämpfer reagieren nun doppelt so schnell und sorgen für ein sensationell agiles und präzises Einlenken einerseits sowie stoische Ruhe auf ultraschnellen Autobahn-Passagen andererseits. Der Wagen scheint sich regelrecht am Boden festzusaugen, die Seitenneigung bleibt gering. Zu allem Überfluss offeriert der Ferrari dabei einen Abrollkomfort, dass sich die meisten anderen Supersportler schämen sollten.

Besonders wenn der auf drei Stufen reduzierte Fahrprogrammschalter (Manettino) in der Comfort-Position eingerastet ist, schmeichelt der California mit bestechender Alltagstauglichkeit – ohne Kompromisse bei der Performance zu erzwingen.

Selbst ein Start-Stopp-System ist an Bord. Aber wer will schon auf den Klang dieses Motors verzichten? Also falten wir lieber das Hardtop per Knopfdruck unter den Kofferraumdeckel und frönen dem ungefilterten Schmettern aus den vier Auspuff-Fanfaren. Das wandelbare Karosserie-Konzept, seine unkapriziöse Bedienung sowie banale Tugenden wie der 340 Liter große Stauraum oder der sieben Jahre währende All-Inclusive-Service erweitern das mögliche Einsatzspektrum des Exoten und machen ihn sogar für pragmatischere Naturen interessant.

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Diese Charakteristik vermittelt ein Speed-Gefühl, das den Wagen stets 50 km/h schneller wirken lässt als er tatsächlich ist – und honoriert fahrerisches Können mit irrwitzigen Kurvengeschwindigkeiten.

Der Ferrari California 30 verkörpert die mildeste Dosierung des Ferrari-Mythos: Die Intensität von Power, Performance und Sound geriet nicht so dramatisch wie bei den extremeren Typen 458 Italia und F12 Berlinetta. Seine Faszination schmälert das aber nicht im Geringsten.
Martin Urbanke

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