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Erste Ausfahrt: Audi A1 1.4 TFSI (S tronic)

Audi A1 1.4 TFSI (S tronic)

Auf Extratour: Zusammen mit Fahrwerks-Chef Horst Glaser fuhren wir mit dem Audi A1: einem Kleinwagen von der edlen Sorte

Eckdaten
PS-kW122 PS (90 kW)
AntriebVorderrad, 7-Gang-Doppelkupplung
0-100 km/h8.90 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit203 km/h
Preis19.900,00 €

Außerhalb von Ingolstadt werden die Straßen leer – und kurvig. Dr. Horst Glaser freut sich über sein jüngstes Werk, den Kleinwagen Audi A1. Gelassen und mit sparsamen Lenkeinschlägen zirkeln wir den A1 flink durchs Kurvengeschlängel und Glaser merkt an: „Der A1 ist zwar ein Kleinwagen, fühlt sich aber wie ein Audi an. Besonders die relativ direkt übersetzte Lenkung (14,8:1) verschafft dem A1 eine auf Anhieb spürbare Handlichkeit und Agilität. Dabei war es nicht unser Ziel, Mitbewerber zu kopieren.“

Gemeint ist damit natürlich in erster Linie der Mini aus dem Hause BMW. Wie sich ein A1 gegen den Mini schlägt, werden wir in einer der nächsten Ausgaben testen. Doch schon jetzt lässt sich sagen, dass Audis Junior einige Vorzüge zu bieten hat. Bereits bei der ersten Sitzprobe stellen wir fest: Der A1 ist im besten Sinne ein echter Audi. Gewohnt sachlich präsentiert sich das Interieur – und in einem makellosen Finish mit fein gemaserten Kunststoffoberfl ächen, die man nicht nur gerne anschaut, sondern auch anfasst.

Kontrastiert wird das Ganze von Alu-Akzenten an Drehknöpfen, Getriebewählhebel und Türöffnern, ähnlich wie zum Beispiel beim Audi TT. Allein wegen dieser Metallic-Optik lohnt es sich, statt zur Basisausstattung „Attraction“ zur 1400 Euro teureren „Ambition“-Version zu greifen, die zudem Alu-Räder, Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad, ein Sportfahrwerk und Sportsitze enthält. Auf denen findet man nicht nur guten Seitenhalt, wenn Herr Glaser mal ein wenig beherzter ums Eck eilt, sondern auch genügend Schenkelaufl age und eine angenehme Rückenunterstützung.

Seine kleinwagenhaften Abmessungen (Länge: 3,95 Meter, Breite: 1,74) kann der A1 innen zwar nicht verleugnen, doch Fahrer und Beifahrer rücken sich nicht allzu sehr auf die Pelle. Bein- und Kopffreiheit sind sogar deutlich großzügiger als in der Klasse üblich. Selbst im Fond kann man seine Beine noch gut unterbringen, wenn sich die vorn Sitzenden kooperativ zeigen und ihre Sessel nicht in die hinterste Position rücken. Etwas knapp wird es dagegen im Fond über dem Scheitel. Sitzriesen gehören da nicht hin. Ein bequemerer Zustieg nach hinten lässt übrigens noch auf sich warten, denn der fünftürige A1 Sportback kommt erst Ende 2011.

Noch immer windet sich das Asphaltband durch die Landschaft. Horst Glaser verrät: „Der A1 bietet mit seinem moderaten Vorderachslastanteil von – je nach Motorisierung – 61 bis 63 Prozent, der relativ breiten Spur (über 1,47 Meter) und der effektiven Wankstabilisierung ein ausgewogenes, stabiles Fahrverhalten.“ Da können wir zustimmen. Zudem bleibt das serienmäßige ESP stets aktiv. Dennoch kommt es auf unserer ambitionierten Extratour kaum zum Einsatz. Selbst bei abgeschalteter Antriebsschlupfregelung zieht der A1 ohne pfeifende Räder traktionsstark aus Kurven heraus.

FÜR TRAKTION IST GESORGT
Auch dafür gibt es natürlich einen Grund: Jeder A1 verfügt serienmäßig über eine Vorderachsquersperre. Dabei wird das zum Durchdrehen neigende kurveninnere Rad abgebremst und somit mehr Antriebskraft auf das stärker belastete kurvenäußere Rad geleitet. Das klingt nicht nur theoretisch gut; der A1 setzt es auch wirkungsvoll in die Praxis um.

Genug gekurvt. Wir folgen dem blauen Schild Richtung Autobahn. In der Topversion mit dem 1,4-Liter-Turbo-Direkteinspritzer plus Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (S tronic) zieht der A1 kraftvoll auf dem Beschleunigungsstreifen durch. Ohne jegliches Ruckeln schaltet die S tronic unter Vollgas hoch. Relativ unbeeindruckt von ausgefahrenen Lkw- Spurrinnen auf der rechten Spur wechseln wir nach links, während sich die Tachonadel der 200-km/h- Marke nähert. Erfreulich: Selbst dann halten sich Wind- und Abrollgeräusche in Grenzen, sodass man sich noch gepfl egt unterhalten kann. Dann die ersten Bodenwellen. Normalerweise mögen Kleinwagen so etwas nicht. Der A1 meistert sie trotz seines straffer abgestimmten Sportfahrwerks gut. Er federt zwar trocken an, beruhigt sich jedoch schnell wieder und vermeidet Wippbewegungen.

Runter geht‘s von der Autobahn wieder Richtung Ingolstadt. Hier zeigt sich der Antrieb von seiner unauffälligen Seite. Durch frühes Hochschalten in den höchst möglichen Gang nötigt die S tronic dem kultivierten Vierzylinder meist nur niedrige Drehzahlen ab. Das hilft natürlich auch dem Verbrauch, der nach EU-Norm nur 5,3 Liter pro 100 Kilometer beträgt.

Ortseingang, Rushhour, Ampelstopp: Nicht nur der A1 kommt zum Stillstand, sondern auch der Motor, denn jeder A1 verfügt über eine Start-Stopp-Automatik. Zeit, sich ein wenig mit dem optionalen MMI-Navi-Infotainmentsystem zu beschäftigen, das eine Fülle von Anschlussmöglichkeiten und Funktionen bietet, wie wir sie sonst nur aus der Luxuslimousine Audi A8 kennen.

So viel Fortschritt und Qualität haben natürlich ihren Preis. Der 86 PS starke A1 1.2 TFSI startet bei 15.800 Euro, der handgeschaltete 1.4 TFSI (122 PS) liegt bei 18.200, mit S tronic bei 19.900 Euro.

Als Diesel bietet sich der 18.800 Euro teure 1.6 TDI mit 105 PS an. Die Fülle an verfügbaren Extras ist so gar nicht kleinwagentypisch und treibt den Preis schnell in die Höhe. Obwohl der A1 erst im September zu den Händlern rollt, stellen wir bei unserer Rückkehr in die Stadt fest: Der kleine Audi ist schon jetzt ein Publikumsliebling. Davon ist auch Fahrwerks-Chef Horst Glaser überzeugt.
Jürgen Voigt

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Audi A1 1.4 TFSI (S tronic)

PS/KW 122/90

0-100 km/h in 8.90s

Vorderrad, 7-Gang-Doppelkupplung

Spitze 203 km/h

Preis 19.900,00 €