Citroën C4 Aircross HDi 150 4WD 2012

Kooperation

Der Citroën C4 Aircross soll als erstes Kompakt-SUV der Franzosen gegen VW Tiguan und Co. punkten. Test der Dieselversion mit 150 PS

Der französische PSA-Konzern, besser bekannt mit seinen Marken Peugeot und Citroën, ist ein heißer Kandidat auf den Titel des Kooperationsweltmeisters. Die Franzosen haben – neben dem aktuellen Einstieg von General Motors – einen bunten Strauß unterschiedlicher Allianzen gebunden: bei Dieselmotoren mit Ford, bei Benzinern mit BMW, bei Nutzfahrzeugen mit Fiat, bei Kleinstwagen mit Toyota, bei Elektromobilen und SUV mit Mitsubishi.

Jüngste Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind das Kompakt-SUV Citroën C4 Aircross und der eng verwandte Peugeot 4008 – beide tragen die Gene des Mitsubishi ASX in sich. Mit einem Einstiegspreis von 23.690 Euro für den frontgetriebenen C4 Aircross mit 1,6-Liter-Benziner und 117 PS tritt Citroën recht selbstbewusst gegen die bereits etablierte Konkurrenz an. Ein vergleichbarer VW Tiguan ist nur 500 Euro teurer. Das Topmodell mit 150-PS-Diesel und zuschaltbarem Allradantrieb kostet mindestens 31.790 Euro, in der von uns getesteten Exclusive-Version nochmals 2.000 Euro mehr.

Dafür hat er dann nicht nur unter anderem Klimaautomatik, Alu-Räder und Freisprecheinrichtung, sondern auch 18-Zöller und Xenon-Scheinwerfer an Bord. Für Lederpolster (1.800 Euro im Paket) und Navi (1.950 Euro) werden aber Extra-Beträge fällig. Optisch wirkt der Citroën C4 Aircross mit dem großen Doppelwinkel auf dem Kühlergrill eigenständig.

Front und Heck sind vom Fahrerplatz aus aber sehr schlecht einzusehen, sodass Parkpiepser vorn und hinten (445 Euro, Serie ab Exclusive) Pflicht sind. Das Interieur hinterlässt auf den ersten Blick einen wertigen und gut verarbeiteten Eindruck – der Testwagen wies im Detail (lose Innenbeleuchtung) aber noch Optimierungspotenzial auf.

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Die großen Vordersitze bieten ausreichenden Seitenhalt und sind auch auf langen Strecken bequem. Das Platzangebot gefällt, das optionale Panoramadach schränkt im Fond die Kopffreiheit jedoch etwas ein. Die Bedienung ist – abgesehen vom gewöhnungsbedürftigen optionalen Navigationssystem mit Touchscreen – recht unkompliziert.

BRUMMIGER, ABER SPARSAMER TURBODIESEL MIT 1,8 LITER HUBRAUM
Der Turbodiesel mit variabler Nockenwellensteuerung klingt nach dem Druck auf den Startknopf am Armaturenbrett zunächst recht brummig. Mit Erreichen der Betriebstemperatur bessert sich das zwar, eine leichte Anfahrschwäche ist aber weiter spürbar. Dafür ist der Testverbrauch mit 6,5 Liter Diesel niedrig – schon im Mitsubishi ASX hatte sich der gleiche Motor als sehr sparsam erwiesen.

Während sich die Schaltung mit kurzen Wegen präzise und ohne Probleme bedienen lässt, wirkt die Lenkung wegen ihrer relativ großen Rückstellkräfte zunächst ungewohnt, arbeitet aber trotzdem exakt und mit guter Rückmeldung. Der Federungskomfort ist angenehm, ohne dass sich die Karosserie in schnellen Kurven störend weit zur Seite neigen würde.

Mit Bremswerten um 37 Meter schlägt sich der C4 wacker. Und mit insgesamt sieben Airbags – einschließlich Knierairbag für den Fahrer – geht die Sicherheitsausstattung ebenfalls in Ordnung. Allerdings verzichten die Franzosen komplett auf Assistenzsysteme zum Abstand- oder Spurhalten.
Klaus Uckrow

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