Chevrolet Volt: Elektroauto im Fahrbericht

Chevrolet Volt

Im Elektroauto Chevrolet Volt sorgt ein Verbrennungsmotor für autarke Stromversorgung und volle Alltagstauglichket – wenn da nur der Preis nicht wäre

Eckdaten
PS-kW82 PS (60 kW)
AntriebVorderrad, Konstant-Übersetzung
0-100 km/h9.00 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit161 km/h
Preis41.950,00 €

Elektroautos sind teuer und wegen der stark eingeschränkten Reichweite sowie der langen Aufladezeiten nur wenig flexibel einsetzbar. Was den Preis angeht, macht auch der 41.950 Euro teure, bei GM in Detroit gefertigte Chevrolet Volt keine Ausnahme, der zeitgleich mit dem technisch identischen Opel Ampera (42.900 Euro) im November in den Handel geht. Jedoch bleibt man mit dem Volt nicht einfach liegen, wenn der Stromvorrat der im Fahrzeugboden untergebrachten Lithium-Ionen-Batterie (Speicherkapazität: 16 kWh) nach – abhängig von der Fahrweise – 40 bis 80 Kilometern zur Neige geht.

Dann schaltet sich automatisch der so genannte Range Extender hinzu, ein 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 82 PS, der über einen Generator und entsprechende Leistungselektronik den Elektroantrieb mit Strom versorgt. So ermöglicht der Chevrolet Volt eine Reichweite von über 500 km. Und selbst dann kommt man auch ohne Stromanschluss weiter, indem man einfach die nächstgelegene Tankstelle aufsucht. Sinnvoll und wirtschaftlich wird der Volt natürlich erst, wenn er rein elektrisch fährt und entsprechend oft aufgeladen wird.

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Das passiert an einem mit mindestens 16 Ampere belastbaren 230-Volt- Anschluss über das mitgelieferte kompakte Ladegerät. Idealerweise ist der Volt-Eigner also Berufspendler, hat eine heimische Garage mit Stromanschluss und die Gelegenheit, seinen Chevrolet  Volt während der Arbeitszeit an die Steckdose zu hängen. Das vollständige Aufladen der leeren Batterie dauert etwa 3,5 bis vier Stunden. Wie wir selbst feststellen konnten, ist der Chevrolet eines der ersten voll alltagstauglichen Elektroautos. Für eine Länge von knapp 4,50 Metern bietet der Viersitzer hinten nur durchschnittliche Kopf- und Kniefreiheit sowie unter der praktischen Heckklappe einen Kofferraum von etwa 300 Liter Volumen, der sich dank klappbarer Fondlehnen erweitern lässt.

VERSPIELTE DISPLAYS
Vorn sitzt man dagegen entspannter auf bequemen Sitzen, von denen aus jedoch nur eine mäßige Übersicht nach vorn besteht. Hinter dem zweifach einstellbaren Multifunktionslenkrad fühlt sich der Volt-Fahrer ein wenig wie vor einer Spielkonsole. Das farbenfrohe Display hinter dem Lenkrad könnte etwas aufgeräumter und übersichtlicher sein, ebenso die verspielt gestaltete Mittelkonsole mit Multimediaund Klimabedienung. Der mittige Touchscreen zeigt neben Navi- und Infotainment-Infos auch den jeweiligen Antriebszustand an.

Von sich aus geht der Chevrolet Volt, sofern es der Ladezustand zulässt, in den reinen Elektromodus. Möchte man jedoch den Stromvorrat der Batterie erst später nutzen, zum Beispiel in der City, kann man auch manuell zunächst im Range-Extender-Modus starten. Das wollen wir aber nicht und lassen den Volt mit voll geladener Batterie fast lautlos vom Hof schnurren. Spontan, fast schon ein wenig ruckhaft bringt der 110 kW (150 PS) starke Elektromotor den gut 1,7 Tonnen schweren Chevrolet in Fahrt. Kein Wunder, denn aus dem Stand stehen satte 368 Newtonmeter zur Verfügung. Spontane Überholmanöver und selbst Autobahnetappen erledigt der bei 161 km/h abgeregelte Volt gelassen.

Die Lenkung wirkt ein wenig synthetisch, dennoch vermittelt der hinreichend komfortabel gefederte Chevrolet stets ein sicheres Fahrgefühl. Fast unbemerkt geht schließlich nach knapp 50 Kilometern die Batterieladung zur Neige, und der Range Extender übernimmt die Stromversorgung. Der Vierzylinder wird je nach Leistungsbedarf bei verschieden fixen Drehzahlen betrieben. Dies macht er akustisch meist unauffällig und nie störend. Die Batterie dient dann nur noch als kurzzeitiger Zwischenspeicher, etwa für zurückgewonnene Bremsenergie. So gestaltet sich der Umgang mit dem Chevrolet so problemlos wie mit jedem konventionellen Auto. Nur der Preis schreckt ab, auch wenn der Volt sehr reichhaltig ausgestattet sein wird.
Jürgen Voigt

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Autos im Test

Chevrolet Volt

Chevrolet Volt

PS/KW 82/60

0-100 km/h in 9.00s

Vorderrad, Konstant-Übersetzung

Spitze 161 km/h

Preis 41.950,00 €