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Fahrbericht: Chevrolet Camaro ZL1 2012

Megavergleich - Teil III: Der Rustikale

Acht Supersportwagen mit insgesamt 4351 PS im Megavergleich auf der Teststrecke. Nacheinander stellen wir Ihnen begehrenswerte Traumautos vor, am Ende folgt das große Fazit. Kandidat Nummer drei: Chevrolet Camaro ZL1

Seine Optik ist wuchtig-markant, seine Power gewaltig und der Preis schlichtweg eine Sensation: Chevrolet Camaro ZL1. Nur in Amerika steht der Spitzen- Sportler bereits in den offiziellen Preislisten – für rund 55.000 Dollar. Hierzulande dealen wenigstens schon Importeure wie US-Auto-Spezialist Geiger in München mit dem heißen Chevy. Ein Glück!

Schon von außen signalisieren die riesigen Alu-Räder, der weit vorstehende Frontsplitter und der Flügel auf dem Heckdeckel sowie natürlich der mächtige Powerdome aus Karbon auf der Alu- Motorhaube, was in ihm steckt: geballte Power. Der aus der Corvette ZR1 bekannte 6,2 Liter große "Small Block“-V8 mit zentraler Nockenwelle und Eaton-Kompressor heizt dem Camaro mit fast 590 PS ein. Genug Feuer für knapp 300 km/h Topspeed und eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in vier Sekunden.

Camaro ZL1: Manuelles getriebe mit kurzen SchaltWegen

Und das, ganz unamerikanisch, in Verbindung mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe. Die Zahnradbox (Tremec TR6060) begeistert mit kurzen Schaltwegen, präziser Führung und Standfestigkeit dank Zweischeiben-Kupplung. Der rutschfeste Microfaser-Bezug auf Schaltstummel und Lenkrad unterstreicht, wie ernst der ZL1 das Thema Sportlichkeit nimmt. Um den nötigen Grip kümmern sich 315er-Hinterbacken und ein Sperrdifferenzial. Doch angesichts der massiven Gewalt von 754 Newtonmetern kapitulieren die Hinterräder dennoch bei vollem Schub und hüllen das Heck stilecht in Rauchschwaden.

Aber der Camaro kann mehr als nur eine gigantische Show abziehen – auch wenn das tiefe V8-Bollern aus dem klappengesteuerten Sportauspuff mit vier armdicken Endrohren permanent zu mutwilligen Einlagen reizt.

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Das penibel überarbeitete Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern (MagneticRide) und mächtigen Brembo-Stoppern lässt den wilden Chevy auf der Rundstrecke über sich hinauswachsen und ist voll konkurrenzfähig. Durch die üppigen Dimensionen wirkt der ZL1 allerdings sperriger als er ist. Andererseits sorgen sie für komfortable Platzverhältnisse im Innenraum, wo lediglich die begrenzte Kopffreiheit stört. Das Cockpit ist mit verblüffender Sorgfalt und Liebe zum Detail gestaltet. Traditionelle Gimmicks wie die analoge Ladedruck-Anzeige vor dem Schaltknüppel mischen sich mit moderner Technik wie Bluetooth- Telefonie und USB-Anschluss sowie Head-up-Display.

Die digitale Tempoanzeige dort und im Bordcomputer zählen im Übrigen unverdrossen weiter, wenn der Analogtacho bei 200 Sachen auf Anschlag geht – normalerweise zeigt der ja Meilen pro Stunde, dann reicht die Skala.

Doch damit kann man sich locker arrangieren – denn der Chevrolet Camaro ZL1 bietet neben der Macho-Optik konkurrenzlose Power und eine Top-Performance zum absoluten Sensationspreis. Rock ’n’ Roll.
Martin Urbanke

>>Alle technischen Daten finden Sie auf der nächsten Seite