Fahrbericht: Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse 2012

Rekord-Marke

Der Name Bugatti steht für die stärksten und schnellsten Autos der Welt. Der neue Grand Sport Vitesse erobert nun auch die Führungsposition unter den Roadstern

Da ist es wieder, dieses Gänsehaut erzeugende Geräusch, nur wenige Zentimeter hinter dem Kopf. Eine Soundkulisse aus aggressivem Pfeifen und bissigem Zischen – als würde ein Jet unmittelbar im Tiefflug über einen hinwegschießen. Doch der vermeintliche Jet sitzt offen im Heck, ist ein 16-Zylinder-Kraftpaket mit acht Litern Hubraum, und das Konzert kommt aus den Wastegates der vier Turbolader, die bei jedem Gaswegnehmen lustvoll ihre Luft ausstoßen.

 Veyron 16.4 GSV: IN 16 SEKUNDEN AUF 300 km/h

Wir fliegen im Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport Vitesse über die einsamen Gebirgssträßchen im Hinterland der spanischen Costa Dorada. Steigungen scheinen für dieses Monster nicht zu existieren, der Vortrieb hört jedenfalls nie auf. Der stärkste Roadster aller Zeiten mobilisiert wahnwitzige 1200 PS bei 6400/min – noch mal 199 PS mehr als die Basis Grand Sport.

Das maximale Drehmoment von 1500 Nm schlägt ab 3000/min wie ein Hammer zu. In 2,6 Sekunden katapultiert der Vitesse den Fahrer auf 100 km/h, und nach 16 Sekunden pulverisiert er die 300-km/h-Marke – um bei unglaublichen 410 km/h elektronisch abgeregelt den Vortrieb einzustellen. Wer allerdings Top-Speed fahren möchte, muss den Boliden mit einem separaten Schlüssel – links neben dem Fahrersitz – darauf vorbereiten.

Mehr Fahrberichte: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNG

Das Fahrzeug wird abgesenkt und die Klappen der Frontdiffusoren werden geschlossen, sonst regelt der Bugatti bei 375 km/h ab. Beim Durchtreten des Gaspedals presst eine schier unvorstellbare Kraft die Passagiere wie ein Schraubstock in die Sportsitze. Die Umgebung verschwimmt leicht vor den Augen. Diese Fortbewegung gleicht dem Ritt auf einer Kanonenkugel und hat mit normalem Autofahren so wenig zu tun wie Rambo mit Mutter Theresa.

Vielleicht sollte man zum Fahren dieses Boliden einen Waffen- oder Flugschein haben. Mit dem Grand Sport Vitesse über kurvige Straßen zu räubern, heißt Cabriofahren „digital“. Die Beschleunigung erfolgt so brachial schnell, dass nach Sekundenbruchteilen die nächste Biegung auf einen zufliegt. Dann heißt es hart und blitzschnell in die Eisen steigen, sonst liegt ein Millionenwert im Graben.