×

Kostenlos per E-Mail

Mit dem Autozeitung-Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellsten Stand zum Thema Automobil!

  • Kompetente Tests und Fahrberichte
  • Informationen über die neuesten Modelle der Hersteller

Audi SQ5 TDI 2012: Fahrbericht zum Kompakt-SUV mit Biturbo-Diesel

Magische Zahl

Fahrbericht: Audis neuer SQ5 setzt auf Diesel-Power. Es mussten unbedingt 313 PS sein, denn die bietet auch der BMW-Rivale X3 35d – allerdings günstiger

Wer braucht schon ein 4,64 Meter langes, familientaugliches SUV-Mobil mit 313 Diesel-PS? Zumal der Mittelklässler als Selbstzünder ja schon mit heftigen 245 PS in der Audi- Preisliste steht – allerdings ohne das prestigeträchtige S-Logo. Ergo könnte es durchaus Interessenten fürs erste dieselnde Sport-Modell unter Audis stadtfeinen Geländewagen geben.

Audi SQ5 TDI 2012: Fahrbericht zum Power-Diesel im Kompakt-SUV

Aber wieso diese ziemlich unrunde PS-Zahl beim Audi SQ5? Bei der Aufklärung hilft ein Blick auf die direkte Konkurrenz, denn BMW offeriert mit dem 54.900 Euro teuren X3 xDrive35d bereits einen adäquaten Kraftwagen. Richtig, der hat genau 313 PS und ebenfalls ein sechszylindriges Triebwerk mit zwei Turboladern.

Und was kann der neue SQ5 der erst im März 2013 startet? Er sieht ja nur ein bisschen stürmischer aus als der normale Q5. Dabei helfen ein modifizierter Kühlergrill, der Dachspoiler, leicht strammere Stoßfänger und die per Sportfahrwerk um 30 Millimeter tiefer liegende Karosserie. Dazu gibt es serienmäßig fette 20-Zoll-Räder.

Drinnen geht es eher sportlich-elegant zu: Die Zifferblätter der Uhren sind grau, ihre Zeiger weiß, Pedale und Schaltwippen glänzen in schicker Aluminium-Optik. Die Verarbeitung ist im Stil des Hauses akkurat, und an den tadellos exakten Ziernähten des Sportlenkrads hätte Großmutter viel Freude gehabt.

Ein Druck auf den Startknopf, und der Turbo erwacht mit voller Stimme, aber hier zaubert Audi per Soundaktuator in der Abgasanlage flugs ein paar Bässe hinzu. Der Sportsfreund marschiert dann los wie erwartet: Kraft in jeder Lage, selbst jenseits von 230 km/h gibt es noch Schub.

Die achte Stufe der schnellen Automatik (Tiptronic), die dann erst zum Zug kommt, ist hier kein Sparer, sondern kürzer übersetzt. Auch gefällt die elektromechanische Lenkung mit präziser Arbeit und feinem Feedback, zumal die optionale Dynamik-Version an Bord war, welche die Übersetzung stufenlos der Situation anpasst. Und wenn im Fahrstilsystem Drive select „Dynamik“ gewählt ist, geht es besonders sportlich um die Ecken. Für Stabilität sorgt dabei der Allradantrieb mit radselektiver Momentensteuerung – so lassen sich mit dem SQ5 sehr fix saubere Linien auf den Asphalt stempeln. Und bei aller Straffheit ist der Federungskomfort noch erstaunlich gut.

Mehr Auto-Themen: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNG

Aber beim Tempostart spürt man ein Turboloch, bevor der Hammer zuschlägt – hier wünscht man sich das spontanere Ansprechen eines S-Kompressor-Benziners. Bleibt der Preis: happige 58.500 Euro. Der zivilere BMW X3 xDrive35d ist da 3.600 Euro günstiger und 170 Kilo leichter, er braucht bis Tempo 100 sieben Zehntelsekunden mehr, fährt aber laut Werksangabe mit 6,1 Litern im Schnitt klar sparsamer als der SQ5.
Wolfgang Eschment