Einzeltest: Peugeot 508 HYbrid4 2012

Peugeot 508 HYbrid4

Den ausgefeilten Diesel-Hybridantrieb gibt es jetzt auch in der Peugeot 508 Limousine. Besonders Technik-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Einzeltest

Eckdaten
PS-kW163 PS (120 kW)
AntriebDiesel vorn, Elektro hinten, 6-Gang, automatisiert
0-100 km/h9.80 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
Preis38.850,00 €

Da taucht er plötzlich auf, ganz am Ende der 508-Preisliste für wohlfeile 38.850 Euro: der Peugeot 508 HYbrid4. Schaut man sich mal unter den Mittel- und Oberklassen-Hybriden so um, dann ist das ein faires Angebot, zumal die serienmäßige Ausstattung Allure alles andere als knickerig ausfällt: Klimaautomatik, Hi-Fi-Anlage und Komfortsitze sind ebenso an Bord wie das Navigationssystem und 17-Zoll-Alu-Räder. Nicht zu vergessen sind natürlich die technisch aus dem Diesel-Hybridantrieb resultierenden Annehmlichkeiten: satte 200 PS, die sich aus 163 Diesel- und 27 Elektro-Pferden zusammensetzen, Allradantrieb sowie die Automatik-Funktion des Getriebes.

VIEL TECHNIK UND AUSSTATTUNG FÜRS GELD
Damit liegt der 508 Hybrid preislich zwar deutlich über dem 508 HDi FAP 160 mit Automatik (163 PS, 33.400 Euro), ist aber günstiger als der sportliche 508 GT mit dem 200 PS starken Topdiesel für 38.400 Euro. Obwohl der Hybrid-Wahlschalter auf der reichlich mit Funktionstasten bestückten Mittelkonsole auch einen Sportmodus anbietet, eignet sich die Diesel-Hybrid-Limousine weniger für den Sportfahrer. Im Sportmodus nimmt der Peugeot 508 Hybrid zwar spontan Gas an und lässt seine 200 PS spielen, jedoch trüben ruppige, verzögerte Schaltmanöver des automatisierten Schaltgetriebes (EGS6) und das hohe Drehzahlniveau den Spaß. Doch dafür ist der Antrieb auch nicht gedacht. Im „Auto“-Modus hingegen kann man mit dem 508 richtig entspannt und sparsam unterwegs sein. Besonders in der Stadt spielt der Hybrid sein Potenzial aus.

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Mit sanftem Gasfuß und vorausschauend bewegt, arbeitet häufig nur der die Hinterräder antreibende Elektromotor, sofern die Geschwindigkeit unter 60 km/h liegt und der Ladezustand der Batterie ausreicht. Den reinen Elektrobetrieb kann man per „ZEV“-Modus auch erzwingen, nötig ist das aber meistens nicht. Schnell gewöhnt man sich auch an die recht starke Bremswirkung, sobald man vom Gas geht. Dann arbeitet der E-Motor als Generator und wandelt die Bremsenergie effektiv in Strom um, der in der Nickel-Metall-Hydrid-Batterie gespeichert wird. Sanft und harmonisch funktionieren die anschaulich auch per Display darstellbaren Übergänge zwischen Elektro-, Diesel- und kombiniertem Antrieb, solange der Fahrer nicht nervös auf dem Gaspedal herumsteppt. Der 508 lohnt es mit Verbräuchen von unter vier Litern, wobei der Testverbrauch bei 5,8 Litern liegt. Ausschlaggebend hierfür ist der Autobahnanteil inklusive Volllaststrecke, denn unter Vollgas hilft auch der tollste Hybridantrieb nicht beim Sparen. Dennoch ist der Peugeot 508 HYbrid4 eine interessante, komfortabel ausgestattete Alternative zu den konventionellen Dieseln im Peugeot-Programm. Und wenn man ihn richtig behandelt, ist er auch richtig sparsam.
Jürgen Voigt

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Autos im Test

Peugeot 508 HYbrid4 2012

Peugeot 508 HYbrid4

PS/KW 163/120

0-100 km/h in 9.80s

Diesel vorn, Elektro hinten, 6-Gang, automatisiert

Spitze 210 km/h

Preis 38.850,00 €