Einzeltest: Peugeot 4008 HDi 115 FAP 2012

Sparfahrt

Einzeltest Peugeot 4008 HDi 115 FAP 2012: Das neue SUV rollt mit genügsamen Turbodieseln an den Start. Wir stellten die kleine Variante mit 114 PS auf die Probe

Wenn Autobosse über Zuwachsraten bei den SUV reden, blickt man in strahlende Gesichter. Kein anderes Segment wächst derzeit so wie das der leichten Geländegänger. In Europa hat sich der SUV-Absatz in den letzten vier Jahren nahezu verdreifacht, Tendenz steigend.

An diesem Erfolg will auch Peugeot teilhaben und schickt den 4008 ins Rennen. Ein hoher Anspruch: Der 4008, den Peugeot gemeinsam mit Citroën und Mitsubishi entwickelt hat, soll die Umwelt nicht stärker belasten als eine Limousine – dank niedrigem Kraftstoffverbrauch und geringen CO2-Emissionen.

Peugeot 4008 HDi 115 FAP: Sparsam, aber laut

Um das zu erreichen, setzen die Franzosen auf saubere, sparsame HDi-Motoren, also auf Turbodiesel mit Partikelfilter und Start-Stopp-System. Für einen ersten Test wählten wir die kleinere Variante, den 1.6 HDi-Motor mit 114 PS. Das Aluminium-Triebwerk aus dem Peugeot-Regal ist ein moderner Selbstzünder, der sein maximales Drehmoment von 270 Nm durch eine Overboost-Funktion kurzzeitig auf 280 Nm steigern kann.

Ein spürbarer Effekt, der etwa beim Überholen nützlich ist. Dennoch soll der Selbstzünder genügsam bleiben: Peugeot gibt als Normverbrauch 4,9 Liter an, was einem CO2-Ausstoß von 129 g/km entspricht. Auf der praxisnahen Verbrauchsrunde der AUTO ZEITUNG begnügte sich dieser 4008 mit 5,8 Litern pro 100 km – ein erfreulich niedriger Wert für den hochbauenden 1,5-Tonner.

In puncto Laufkultur hat der HDi jedoch nicht viel zu bieten, er nervt mit lautem Motorengeräusch. Wird Leistung abgefordert, stellt sich zudem einunangenehmer Klang ein, der an einen schlecht eingestellten Benziner der 80er-Jahre (ohne Klopfsensor) erinnert. Das Sechsgang-Getriebe ist dagegen gut auf den Motor abgestimmt und lässt sich knackig schalten.

Mehr Auto-Themen: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNG

Gutmütig und mit geringer Seitenneigung durcheilt der 4008 schnelle Kurven. Der Federungskomfort geht in Ordnung, die Ledersitze geben akzeptablen Halt, doch die Antriebseinflüsse in der Lenkung sind deutlich spürbar. Der Allradantrieb lässt sich per Drehknopf auf der Mittelkonsole abwählen – auch das spart Sprit.
Holger Ippen

>>Alle technischen Daten finden Sie auf der nächsten Seite