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Opel Corsa OPC: Einzeltest

Kurvenräuber Corsa OPC im Test

Schon der Vorgänger des Corsa OPC war der kleine, kurvenräubernde König der Nordschleife. Für die Neuauflage würzte Opel das erfolgreiche Konzept an vielen Stellen nach. Der erste Test!

Frech steht der Opel Corsa OPC da, der werksgetunte Kraftzwerg. Sein stärkstes Argument sitzt unter der martialisch aufgeschlitzten Haube: der vom Vorgänger bekannte 1,6-Liter-Turbobenziner. Dieser schickt in der aktuellen Ausbaustufe 207 PS an die Vorderachse. Technisch generalüberholt, verspricht Opel eine Schärfung der sportlichen Talente des Corsa OPC. Ebenso neu: das Sportfahrwerk mit frequenzabhängiger Dämpfung. Unser Test-Exemplar hat obendrein das Performance-Paket (2990 Euro) mit mechanischem Sperrdifferenzial an Bord. Der Fahrer des Opel Corsa OPC wird von einem straffen, aber bequemen Schalensitz umklammert – in Reihe eins ist die Freude entsprechend groß. Die Fondpassagiere fühlen sich dagegen auf dem sperrigen Gestühl nicht sehr wohl. Hier sind Nehmerqualitäten und auch Kletterkünste gefragt, denn fünf Türen gibt es für den Opel Corsa OPC nicht.

Bildergalerie: Opel Corsa OPC im Einzeltest

Der Opel Corsa OPC erwacht bei höheren Drehzahlen

Das Cockpit kennt man weitestgehend aus den schwächeren Brüdern. Toll ist das griffige Lenkrad, dessen Position sich an fast jede Körpergröße gut anpassen lässt. Das Sechsgang-Getriebe verfügt zwar über verkürzte Schaltwege, der klobige Knauf auf dem langen Hebel wirkt aber nur mäßig sportlich. Opel verzichtet beim Corsa OPC zudem 
auf eine künstliche Verstärkung der Motorgeräusche – ein ehrenwerter Ansatz, der jedoch eine blasse Soundkulisse zur Folge hat. Dazu passt der untenherum müde wirkende Motor. Erst bei höheren Drehzahlen kommt beim Corsa OPC Leben 
ins Spiel. Ein nervöser Geradeauslauf und der 
überschaubare Federungskomfort lassen auf 
mehr Talente in kurvigem Geläuf hoffen. Und siehe da: Hier stimmt alles. Der Opel Corsa OPC vernascht gierig sämtliche Kurven – das Lenkrad sollte man gut festhalten –, die Sperre packt biestig zu und ermöglicht eine ausgezeichnete Traktion. Hat man das Naturell des OPC einmal verinnerlicht, steht der schnellen Kurvenhatz fast nichts mehr im Weg. Die direk
te Lenkung reagiert ausreichend gefühlvoll, 
die Bremse ist ausgesprochen standfest. Mit 
9,4 l/100 km fällt der Testverbrauch jedoch eindeutig zu hoch aus.

Kompaktsportler: 5 kleine Renner im Vergleich

Technische Daten Opel Corsa OPC
Zylinder/Ventile pro Zylin. 4/4; Turbo
Hubraum 1598 cm³
Leistung
bei
152 kW/207 PS
5800 /min
Max. Drehmoment
bei
245 Nm (Overboost: 280 Nm)
1900 – 5800 /min
Getriebe 6-Gang, manuell
Antrieb Vorderrad
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
0-100 km/h (Messwert) 7,0 s
Bremsweg 100-0 km/h kalt/warm (Messwert) 34,3/33,9 m
Verbrauch (Messwert) 9,4 l SP/100 km
Grundpreis 24.650 €
Sven Kötter/Jürgen Voigt
2,0
Fazit

Opel schnürt mit dem Corsa 
OPC ein spaßiges Gesamtpaket, das zu seinen Schwächen steht und so Sympathien gewinnt. Das Ganze hat jedoch seinen Preis, nicht zuletzt an der Tankstelle.

  1. 1 = sehr gut
  2. 2 = gut
  3. 3 = befriedigend
  4. 4 = ausreichend
  5. 5 = mangelhaft
  6. 6 = ungenügend