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Neues Mini JCW Cabrio: Erste Fahrt

Offener John Cooper Works

Seine 231 PS sind nur eine Stärke, die das neue Mini John Cooper Works Cabrio bei unserem Erstkontakt auf der Straße zeigt. Vor allem Kurven sind das Revier des unverschämt agilen Briten!

Im neuen Mini John Cooper Works Cabrio lässt sich Sonnenschein ähnlich gut genießen wie künstlich herbeigeführte Stürme – im Zweifel auch beides gleichzeitig. Schon auf den ersten Kilometern mit der Power-Version des neuen Mini Cabrio (2016) verzeiht man dem John Cooper Works seinen Preis von stattlichen 33.500 Euro, denn dafür steigt auch die Leistung des Zweiliter-Turbos um knapp 25 Prozent. Das macht unter dem Strich 231 PS, 320 Newtonmeter Drehmoment – und vor allem jede Menge Spaß. Anders als noch bei der letzten Generation hat dieser Spaß jetzt allerdings mehr Niveau und vor allem mehr Kultur. Denn auch wenn das neue Mini John Cooper Works Cabrio (2016) nach wie vor den Showstar gibt und mit seinen bulligen Anbauteilen gerne auf dicke Hose macht, ist er wie die braveren Varianten doch etwas reifer und erwachsener geworden. Deshalb bietet der windige Winzling jetzt nicht nur ein bisschen mehr Platz für Kinder und Koffer, mehr Ergonomie, moderne Assistenten und ein komfortableres Verdeck. Gerade der JCW abgekürzte Kraftmeier bietet spürbar mehr Komfort, ist lange nicht mehr so bockig und ruppig und taugt deshalb mittlerweile sogar als Langstrecken-Auto. Nicht umsonst haben die Entwickler für die Rennsemmel neben dem komfortablen Mid-Mode sogar noch ein Öko-Setup programmiert.

Bildergalerie: Neues Mini JCW Cabrio in Fahrt

Video: Mini John Cooper Works Cabrio klingt richtig heiß

 

Neues Mini JCW Cabrio fährt extrem agil

Doch keine Sorge, nur weil das neue Mini John Cooper Works Cabrio jetzt nicht mehr ganz so nervös über die Fahrbahnfugen tänzelt und nicht mehr ganz so gierig mit den Vorderrädern an der Fahrbahn scharrt, wird aus dem JCW kein Langweiler. Im Gegenteil: Mehr denn je taugt die stärkste Variante der Baureihe zur Spaßgranate. Nicht umsonst beschleunigt er in 6,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und kratzt mit maximal 242 Sachen sogar ganz knapp an der 250er-Marke. Schon das dunkle Grollen nach dem Griff zum verspielten Kippschalter des Anlassers klingt verheißungsvoll. Wenn man unterhalb des Schaltknaufs am Drehregler auf den Race-Modus wechselt, wird die Klangfarbe noch düsterer und wenn beim Kavalierstart zum ersten Mal die Reifen quietschen, dann wandern die Mundwinkel weiter den Ohrläppchen entgegen. Und sie kommen nicht zurück, bis man den Motor wieder ausmacht. Denn obwohl die Geschichte mit dem Go-Kart-Gefühl vom Marketing hoffnungslos übertrieben wird, ist und bleibt der Kleinwagen ein Kurvenräuber erster Güte. Der kurze Radstand, das stramme Fahrwerk, der tiefe Schwerpunkt, das elektronische Sperrdifferential und die extrem direkte Lenkung – da ergeben plötzlich auch die tief ausgeschnittenen Sportsitze mit dem guten Seitenhalt einen Sinn und jede Landstraße wird zur Lustmeile.

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Das neue Mini John Cooper Works Cabrio liebt Kurven

Diese Lust ist natürlich umso größer, je weiter man das Dach öffnet. Denn umso lauter hört man das lustvolle Brabbeln aus den zwei Endrohren, sobald man den Fuß vom Gas nimmt. Und um so direkter fühlt man die Geschwindigkeit, wenn schon jenseits der Stadtgrenze so langsam ein Sturm über der Sonnenbank aufzieht und spätestens auf der Autobahn auch die festeste Frisur aus der Form geht. Bei dieser Raserei fühlt man sich im schon nach ein paar Kilometern schier unverwundbar. Zwar spürt man schnell ein deutliches Zerren im Lenkrad und hört, wie die Reifen um Halt wimmern. Und immer wieder rutscht einem das Herz in die Hose, weil der Mini in zu schnell angegangenen Kurven nach außen drängt. Doch fast egal, wie toll man es mit dem neuen Mini John Cooper Works Cabrio auch treibt, der Brite bleibt immer auf Kurs oder wird von der Elektronik wieder eingefangen. Zwar soll am offenen Mini John Cooper Works vor allem der Fahrer seinen Spaß haben und ihn sich dabei insbesondere nicht vom Gejammer eines bleichen Kopiloten oder der arg eng zusammengepferchten Hinterbänkler verderben lassen. Doch auch die Finanzer von BMW bekommen bei diesem Auto leuchtende Augen. Denn den Aufstieg vom kaum zahmeren und auch nicht nennenswert langsameren Cooper S lässt sich Mini mit stolzen 4.000 Euro bezahlen.

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Thomas Geiger