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Land Rover Discovery SDV6: Großes SUV im Zugfahrzeugtest

Feste Größe

Grundsolide, geländegängig, vielseitig und geräumig: Der 256 PS starke Land Rover Discovery hat viele Talente. Überzeugt er auch als Zugfahrzeug? Test

Seit dem aktuellen Modelljahreswechsel lässt sich der Land Rover Discovery nicht nur mit dem stylischen Black Design-Paket des Testwagens ordern (1600  Euro), sondern verfügt mit Start-Stopp-Technik, zusätzlichen Assistenzsystemen und der Smartphone-Einbindung mittels InControl über weitere neue Kaufanreize. Dabei wendet sich der vielseitige Brite keineswegs nur an die feine Gesellschaft, sondern punktet auch im Lager der Hobby-Spediteure mit handfesten Fakten.

Land Rover Discovery: Gelassenheit dank bis zu 600 Nm

Denn neben seinem variablen und geräumigen Innenraum wartet der große Offroader mit stattlichen 3500 Kilogramm Anhängelast auf. Hinzu kommen seine robuste Konstruktion mit teilintegriertem Leiterrahmen sowie die intelligente Luftfederung samt Niveaulift – und natürlich der bärenstarke Dieselmotor. Der von zwei parallel-sequenziell geschalteten Turboladern unterstützte V6-Diesel mit drei Liter Hubraum bringt es im Höchstfall auf 256 PS und lässt den beinahe 2,7 Tonnen schweren Offroader binnen 8,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h spurten.

Weit imposanter fühlt sich jedoch das maximale Drehmoment von exakt 600 Nm an, das die Achtstufen-Automatik von ZF perfekt ausnutzt. So verkneift sich der Land Rover unnötig frühes Herunterschalten konsequent und strahlt nicht zuletzt dadurch eine stoische Ruhe und Souveränität aus. Allerdings sorgt der gemessene Testverbrauch von 11,3 Litern für Ernüchterung.

Ein etwa gleich starker Jeep Grand Cherokee 3.0 V6 Multijet (250 PS) genehmigte sich in einem vorangegangenen Test rund einen Liter weniger. Andererseits steigt der Wert im Gespannbetrieb nur auf moderate 14,5 Liter an, während der Konkurrent unter vergleichbaren Bedingungen fast 15 Liter benötigte und dabei weit öfter zwischen den Fahrstufen sechs bis acht wechseln musste.

Zu den weiteren Vorzügen des Antriebs zählen die  hohe Laufkultur und das niedrige Geräuschniveau. Außerdem lässt sich die Reduktionsstufe des Getriebes sehr gut bei Rangierfahrten einsetzen, da auch auf griffigem Untergrund keine Verspannungen auftreten und die Gangwechsel selbst in den Kriechgängen geschmeidig vonstatten gehen.

Ähnlich gefühlvoll agiert die Luftfederung mit Niveaulift. Sie spricht bei geringer wie auch hoher Zuladung (fast 600 Kilo!) sensibel an und gleicht Unebenheiten gekonnt aus. Selbst wenn die erlaubte Stützlast von 150 Kilogramm voll ausgenutzt wird, sackt das Heck des Fahrzeugs nicht ab – und das komfortable Abrollverhalten bleibt erhalten. Nicht einmal das sonst bei schweren Anhängelasten typische Rumpeln in den Grundfesten der Karosserie trübt den positiven Gesamteindruck. Hier spürt man die Vorteile der massiven Konstruktion mit teilintegriertem Rahmen.

Andererseits treibt diese Bauart ebenso wie die umfangreiche Geräuschdämmung das Gewicht nach oben: Exakt 2662 Kilogramm bringt der Testwagen auf die Waage. Im Zusammenspiel mit der traktionsorientierten Allwetter-Bereifung ergeben sich so rund 38 Meter Bremsweg aus 100 km/h. Das ist nicht dramatisch, stellt aber auch nicht gerade eine Glanzleistung dar. Fading zeigen die Stopper indes nicht.

>> Teil 2 und technische Daten

Martin Urbanke
Fazit

Der Land Rover Discovery SDV6 ist trotz des ausgesprochen kraftvollen und harmonischen Antriebs kein sportliches SUV. Vielmehr setzt der betont komfortable Brite auf klassische SUV-Tugenden. Neben seiner herausragenden Geländegängigkeit und der grundsoliden Konstruktion wartet der Allradler mit bis zu sieben Sitzplätzen und einem Stauraum von maximal 2558 Litern auf. Ferner verkraftet er die enorme Zuladung von knapp 600 Kilogramm sowie die Anhängelast von stattlichen 3,5 Tonnen völlig mühelos. Wesentliche Kritikpunkte sind die auf 75 kg limitierte Dachlast, der relativ hohe Verbrauch (11,3 Liter) und die Bremswege von rund 38 Metern.