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Jaguar XF 2.2 D im Einzeltest

Jaguar XF 2.2 D

Der neue Jaguar XF mit 2,2-Liter-Diesel ist sparsam und wie von den Briten gewohnt sportlich elegant – eine echte Raubkatze

Eckdaten
PS-kW190 PS (140 kW)
AntriebHinterrad, 8-Stufen-Automatik
0-100 km/h8.40 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit225 km/h
Preis44.900,00 €

Die braven, runden Scheinwerfer sind im überarbeiteten Jaguar XF angriffslustigen und schärfer geformten Leuchten mit LED-Technik gewichen. Hinter ihnen verbirgt sich unter der langen Motorhaube der neue 2,2-Liter-Diesel mit nur vier Zylindern und Turboaufladung. Seine 190 PS wirken auf den ersten Blick etwas dürftig, dennoch verhelfen zugleich 450 Newtonmeter Drehmoment der rund 1,9 Tonnen schweren Limousine zum 8,4-Sekunden-Spurt auf 100 km/h.

Schnell und sanft schaltet das lang übersetzte ZF-Automatikgetriebe durch die acht Stufen. Bei Tempo 100 macht der Motor weniger als 1500 Touren pro Minute, und erst bei 225 km/h geht der Katze die Puste aus. Bis dahin sprintet sie ohne Verschnaufpause. Wie es sich für ein echtes Raubtier gehört, ist der Jaguar XF 2.2 D sehr leise unterwegs.

Der Selbstzünder läuft kultiviert, hängt gut am Gas und ist im Innenraum kaum zu hören – bei 130 km/h haben wir lediglich 65 Dezibel gemessen. Im Test genehmigte er sich angemessene 7,7 Liter Diesel – die britische Edelmarke gibt sogar nur 5,4 Liter im EU-Verbrauch an. Die Start-Stopp-Automatik ist eine Neuerung bei Jaguar und arbeitet tadellos. Sie gibt es momentan aber nur in der kleinsten Motorisierung.

VIELSEITIGE LIMOUSINE
Die Fahrwerksabstimmung stellt einen ordentlichen Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort dar. Der Jaguar XF 2.2 D krallt sich mit den optionalen 19-Zoll-Rädern und 245er-Reifen in den Asphalt und liegt auch in schnellen Kurven satt auf der Straße. Grobe Unebenheiten wie Kanaldeckel spüren die bis zu fünf Insassen jedoch deutlich. Weiteres Manko: Die hydraulische Servolenkung arbeitet direkt, vermittelt aber zu wenig Gefühl.

Die Sportsitze für Fahrer und Beifahrer (5.400 Euro im Sport Interieur- Paket) sind eng geschnitten und bieten guten Halt. Vorn wie hinten fällt jedoch das sehr rutschige Leder negativ auf. Im Fond ist zudem die Kopffreiheit durch die coupéartige Linie des XF eingeschränkt. Dafür fasst der Kofferraum bis zu 540 Liter Gepäck, und für 590 Euro Aufpreis lässt sich die Rückbank auch geteilt umklappen.

Fazit

Der neue Jaguar ist ein ausgereifter Tourer mit sportlichen Eigenschaften und ordentlichem Antrieb. Beim Einstiegsmotor mit nur noch vier statt sechs Zylindern haben die Briten einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, denn der Jaguar XF 2.2 D ist sparsam, kräftig und mit 44.900 Euro vergleichsweise günstig. Die Liste der Extras fällt aber umfangreich aus, sodass der Preis schnell steigt. Ansonsten empfiehlt sich der XF, trotz kleiner Schwachstellen, als stilvolle Alternative in der Oberklasse.

Jürgen Voigt

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Jaguar XF 2.2 D

PS/KW 190/140

0-100 km/h in 8.40s

Hinterrad, 8-Stufen-Automatik

Spitze 225 km/h

Preis 44.900,00 €