Dacia Duster dCi 110 FAP 4x4 im Test

Dacia Duster dCi 110 FAP 4x4

Im Vergleich zur SUV-Konkurrenz scheint der neue Dacia Duster unverschämt günstig. Doch hält der Rumäne, was seine freche Form verspricht?

Eckdaten
PS-kW109 PS (80 kW)
AntriebAllrad, zuschaltbar, 6 Gang manuell
0-100 km/h11.60 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit168 km/h
Preis19.000,00 €

Die Marke Dacia scheint endgültig in Deutschland angekommen zu sein. Seit der Markteinführung vor fünf Jahren konnte die rumänische Renault-Tochter hierzulande mehr als 150.000 Autos verkaufen und zieht jetzt mit ihrem neuesten SUV-Modell wieder viele neugierige Blicke auf sich.

Wer derzeit mit dem knuffigen Duster unterwegs ist, wird die Frage daher des Öfteren hören: „Wie ist er denn so?“ Um die Antwort vorwegzunehmen: Er ist keineswegs so schlecht wie der Ruf als billigstes neues SUV auf dem Markt vermuten lässt. Allerdings ist unser Testwagen mit dem 109 PS starken Turbodiesel und Allradantrieb ziemlich weit vom verlockenden Einstiegspreis entfernt. „Ab 11.900 Euro“, heißt es in der Werbung – für das Auto aus diesem Test müssen ganze 19.000 Euro bezahlt werden.

Auch wenn der Duster damit voll ausgestattet ist, muss man auf die Selbstverständlichkeiten anderer Hersteller verzichten: Kopfairbags, Xenonlicht, Navigationssystem gibt es erst gar nicht – der Schleuderschutz ESP, ein Ersatzrad und sogar die Fußmatten kosten extra. Doch Schluss mit der Erbsenzählerei. Denn schon auf den ersten Metern zeigt der Dacia Duster, dass er kein Billigauto ist. Die Sitze sind bequem, die Lenkung liefert gute Rückmeldung, und das Fahrwerk ist eine Sänfte. Wer sich nicht zu den ausgesprochenen Kurvenräubern zählt, wird an der komfortablen Abstimmung seine Freude haben. Auf längeren Fahrten wird die Kunstlederbestuhlung allerdings zur Schwitzprobe, und die unangenehm riechenden Plastikausdünstungen zwingen hin und wieder zur Stoßlüftung.

SPARSAMER ANTRIEB

Motor und Getriebe machen eine sehr gute Figur. Nur an Dämmstoffen scheint es in Rumänien zu mangeln. Das kernige Nageln von vorn ist im Diesel-Duster immer präsent. Dacia spendierte dem stärkeren Selbstzünder immerhin eine manuelle Sechsgangbox, die sich erstaunlich gut schalten lässt. Mit einem Übersetzungsverhältnis von 4,45:1 ist der erste Gang dabei sehr kurz ausgelegt. Was im Stadtverkehr auf Dauer etwas nervig wird und zum Anfahren den zweiten Gang empfiehlt, macht im Geländeeinsatz absolut Sinn. So lässt sich der 1,4-Tonner auch ohne die sonst nötige Untersetzung sehr langsam über Hindernisse bewegen. Und das Anfahren am Berg oder mit voller Beladung gestaltet sich umso einfacher und materialschonender.

Nur in den seltensten Fällen wird man als Unterstützung den per Drehschalter aktivierbaren Allradantrieb brauchen, der über eine elektromagnetische Kupplung die Hinterräder zuschaltet und stolze 1800 Euro Aufpreis kostet. Das System stammt samt Drehschalter von Renault-Partner Nissan und wird dort beispielsweise im Qashqai eingesetzt. Bei Schnee und Eis ist man mit dem Allradantrieb durch Traktionsvorteile sicherer unterwegs. Unsicher sind hingegen die Bremsleistungen. Für den Not-Stopp aus 100 km/h braucht der Duster durchschnittlich mehr als 43 Meter. Damit steht er mehr als eine Autolänge hinter der Konkurrenz und bekommt im Segment hier die rote Laterne.

Fazit

Der Dacia Duster ist ein solides Auto zum fairen Preis. Mit dem 1,5-Liter- Diesel von Renault ist er zudem zeitgemäß motorisiert. Gern könnten wir auf den zuschaltbaren Allrad verzichten – nicht aber auf das Thema Sicherheit. Und da macht der Rumäne deutliche Abstriche in Sachen Ausstattung und Bremsleistungen.

Markus Schönfeld

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Dacia Duster dCi 110 FAP 4x4

Dacia Duster dCi 110 FAP 4x4

PS/KW 109/80

0-100 km/h in 11.60s

Allrad, zuschaltbar, 6 Gang manuell

Spitze 168 km/h

Preis 19.000,00 €