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Citroen Grand C4 Picasso e-HDi 115 im Test: Bilder & technische Daten

Lang gemacht

Für moderate 1000 Euro Aufpreis gibt es den Kompaktvan Citroen C4 Picasso auch als Langversion mit sieben Sitzen. Test des geräumigen Franzosen mit 116-PS-Turbodiesel

Eckdaten
PS-kW116 PS (85 kW)
AntriebVorderrad, 6 Gang manuell
0-100 km/h12.10 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit189 km/h
Preis24.990,00 €

Mit einer Länge von 4,43 Metern bietet der Kompaktvan C4 Picasso von Citroën fünf Personen ordentlich Platz und guten Komfort zum Reisen. Doch manchmal muss es eben mehr sein. Zum Beispiel, wenn zusätzlich zu den eigenen Kindern noch deren Freunde transportiert werden sollen. Für diese Fälle haben die Franzosen eine um fast 17 Zentimeter längere Version entwickelt, den Grand C4 Picasso.

Er verfügt über zwei optionale Zusatzsitze im Fahrzeugheck, die bei Bedarf einfach ausgeklappt werden können. Damit der nötige Platz für diese dritte Sitzreihe entsteht, wurde bei der Entwicklung eine 55 Millimeter lange Platte in den Fahrzeugboden eingefügt. So wuchs der Radstand von 2785 auf 2840 Millimeter. Möglich machte diesen Eingriff eine völlig neue Konzern-Plattform namens EMP2. In der Praxis sieht man dem Grand C4 Picasso sein Wachstum kaum an, die trickreiche Verlängerung ist optisch perfekt geglückt. Das Auto wirkt wie aus einem Guss mit fließenden Formen und einer ansprechenden Seitenlinie. Dies gilt besonders, wenn das Fahrzeug über die eleganten Dachbögen verfügt (ab Ausstattung Intensive), die sich bis in die Motorhaube erstrecken und als Basis für Trägersysteme dienen.

Im Inneren ist das Raumgefühl sehr großzügig. Dafür ist zum einen die große Kopffreiheit verantwortlich (Innenhöhe vorn: 1,05 Meter), zum anderen die üppige Verglasung. So blickt man vorn von erhöhter Sitzposition aus durch eine riesige Weitwinkel-Panorama-Frontscheibe, und die Sonnenblenden lassen sich im Dach weit nach hinten verschieben. Für das Geschehen im Rücken gibt es einen zweiten Spiegel, der allerdings sehr klein ist und ziemlich fummelig wirkt. Wichtig für einen Kompaktvan ist das Sitzkonzept. Speziell den Zugang zu den zwei Plätzen der dritten Reihe hat Citroën clever gelöst: Die Sitzflächen der vorderen Sessel klappen beim Vorschieben automatisch hoch. Dadurch entsteht eine ausreichende Öffnung. Die hintersten Sitze selbst (700 Euro) sind im Fahrzeugboden versenkt und lassen sich blitzschnell mit einer Hand herausklappen. Trotz der Verlängerung des Radstands schrumpft dann aber das Ladevolumen von 645 Litern praktisch auf null.

PRAKTISCHES SITZKONZEPT IM C4 PICASSO, ABER ...


Viel Bewegungsfreiheit haben die Passagiere sechs und sieben ebenfalls nicht, zumal der Dachhimmel über ihren Köpfen stark abfällt. Das machen nur Kinder mit, und auch nicht auf langen Distanzen. Pfiffig: Bei Nichtgebrauch kann man die Gurtpeitschen per unsichtbarer Magnetkraft an der Seitenverkleidung fixieren. Apropos unsichtbar: Knöpfe, Tasten oder Schalter entdeckt  man im Grand C4 Picasso nur noch wenige. Stattdessen liegen die Bedienoberflächen für Klimaanlage, Radio, Navi, Telefon und Fahrzeugeinstellungen zunächst verborgen in einem sieben Zoll großen Touchscreen. Das sieht futuristisch aus und erinnert an Smartphone, iPad und Co. Um es vorwegzunehmen: Der Ansatz ist gut, aber die Umsetzung kann nicht überzeugen. Denn selbst wer sich mit modernen menügesteuerten Geräten auskennt, hat Probleme mit der Bedienung. Oft muss man auf dem Bildschirm sehr kleine Flächen antippen, was während der Fahrt nicht einfach ist. Manche Funktionen sindzudem nicht so gut anzuwählen, wie es mit konventionellen Tasten der Fall wäre, etwa die gespeicherten Sender des Radios. Obendrein sind wichtige Informationen schlecht ablesbar, selbst wenn sie auf dem zusätzlichen Zwölf-Zoll-HD-Panoramabildschirm (ab Intensive) angezeigt werden. Ganz gleich, welche der drei angebotenen Darstellungsvarianten man im Einstellungsmenü konfi guriert: Entwederist die virtuelle Tachonadel oder der ganze Drehzahlmesser zu klein. Daran ändern auch die alternativ wählbaren Bilder von wogenden Getreidefeldern und pazifi schen Küsten nichts.

An der Verarbeitungsqualität und den verwendeten Materialien gibt es dagegen nichts zu kritisieren. Gleiches gilt für die bereits in der vergangenen Ausgabe erwähnte Sicherheitsausstattung und den Fahrkomfort. Das Fahrwerk lässt das Heck beim Beschleunigen erst sänftenartig eintauchen und bügelt anschließend Unebenheiten souverän glatt. Enge Kurven durcheilt das Auto mit  starkem Drang zur Seitenneigung. Mit dem angenehm leisen 116-PS-Turbodiesel ist eine Familienkutsche wie der Grand C4 Picasso ausreichend motorisiert. Schneller als mit 189 km/h wollen erfahrungsgemäß die wenigsten Angehörigen verreisen, und 12,1 Sekunden von null auf Tempo 100 genügen im Alltag auch. Wer 210 km/h fahren will, kann ja den 150-PS-Diesel wählen (ab 27.740 Euro).

Fazit

Ein komfortabler Van für Individualisten, die auch mal sechs Personen befördern wollen. Wenn da nur nicht das unausgereifte Bedienkonzept wäre

Gerrit Reichel

Inhaltsübersicht

Autos im Test

Citroen Grand C4 Picasso e-HDi 115

PS/KW 116/85

0-100 km/h in 12.10s

Vorderrad, 6 Gang manuell

Spitze 189 km/h

Preis 24.990,00 €