Einzeltest: Audi A3 2.0 TDI 2012

Nächste Stufe

Mit dem neuen Audi A3 legen die Ingolstädter die Messlatte für die Konkurrenten hoch. Auch mit Turbodiesel überzeugt der Kompaktwagen. Kurztest

Bei der Einführung neuer Modelle geht Audi mit Bedacht vor. Nicht alles auf einmal, sondern schön langsam, Stück für Stück. So wird beim Audi A3 schon fast traditionell zuerst der Dreitürer auf den Markt gebracht. Und auch bei den Motoren ist ein schrittweiser Produktionsanlauf gewährleistet: Seit Juni gab es zunächst nur zwei Benziner mit 122 und 180 PS. Etwas später folgte der Zwei-Liter-Turbodiesel mit 150 PS – zunächst mit manueller Sechsgang-Schaltung, jetzt mit Doppelkupplungsgetriebe S tronic.

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Diese Kombination wird sich für viele Kunden als erste Wahl erweisen: Der Motor ist durchzugsstark, kraftvoll und kultiviert, das Doppelkupplungsgetriebe arbeitet schnell und ruckfrei. Allerdings liegt der angegebene Normverbrauch mit 4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer 0,3 Liter über dem der handgeschalteten Variante. Im richtigen Leben muss man sich auf Verbräuche um die sechs Liter einstellen: Auf der Teststrecke der AUTO ZEITUNG mit Volllastanteil waren es 6,1 Liter.

KULTIVIERTER UND DURCHZUGSSTARKER MOTOR

Dafür bekommt man aber auch einiges geboten: Nach einem kaum wahrnehmbaren morgendlichen Brummen schnurrt der Diesel nur so vor sich hin. Das maximale Drehmoment von 320 Newtonmeter, das schon ab 1750 Touren zur Verfügung steht, sorgt für einen kräftigen Antritt. Schon nach 7,9 Sekunden, 0,4 Sekunden schneller als die Werksangabe, erreichte der Testwagen Tempo 100. Auch jenseits der 200-km/h-Marke des Tachos geht es noch ziemlich zügig voran.

Für Sicherheit sorgen nicht nur sieben Airbags einschließlich Knieairbags für den Fahrer, sondern eine ganze Armee von zumeist optionalen Helfern – vom Spurhalteassistenten für 600 Euro über den adaptiven Tempomaten (560 Euro) bis zur Rückfahrkamera (410 Euro). Bei der Kollision mit einem Fußgänger soll durch das leichte Anheben der Motorhaube ein Sicherheitspolster für den Kopf Schlimmeres vermeiden helfen.

Das Interieur des Audi A3 überzeugt durch tadellose Verarbeitungsqualität und hochwertige Materialanmutung. Hier können sich andere eine Scheibe abschneiden. Die Bedienung des optionalen MMI-Systems (mit Radio und Navi für 3065 Euro) ist kinderleicht.

Fahrer und Beifahrer fühlen sich auf den großen Sitzen hervorragend untergebracht, das Raumgefühl in der ersten Reihe ist gut, in der zweiten geht es jedoch enger zu. Auch der Kofferraum fällt mit 365 bis 1100 Liter nur durchschnittlich aus. Wer mehr will, muss auf den A3 Sportback warten, der Anfang 2013 startet. Dann soll es auch weitere Motoren geben – vom Spardiesel bis zum Sportler.
Klaus Uckrow


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