Auto-Batterien im Test Mehr Power für weniger Geld

Bei frostigen Temperaturen geben alte Akkus schnell den Geist auf – deshalb rechtzeitig für Ersatz sorgen. Dabei muss es nicht das teure Markenprodukt sein, wie unsere aufwändigen Labortests beweisen

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In Zusammenarbeit mit der GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) haben wir zehn Batterien einem Labortest unterzogen. Die Untersuchungen von Kapazität, Kaltstart und Tiefenentladung wurden vom GTÜ-Partner FAKT GmbH Kraftfahrtechnisches Prüf- und Ingenieurzentrum Heimertingen vorgenommen.
Für die Simulation der elektrischen Verbraucher kam ein Messgerät von H & H (Höcherl & Hackl GmbH) zum Einsatz, bei dem eine elektronische Last in einem definierten Bereich geregelt werden kann. Die Kaltstartmessung wurde nach zwölf Stunden bei minus 25 Grad Celsius durchgeführt. Bei der Tiefenentladung wurde das Durchhaltevermögen bis sechs Volt und bis ein Volt bewertet

Es ist die Pannenursache Nummer eins: Mehr als eine halbe Million Mal pro Jahr müssen Helfer der Automobilclubs ausrücken, um schwachen Akkus Starthilfe zu geben. Und nicht immer reicht eine Wiederbelebung aus. Allein der ADAC musste im vergangenen Jahr 90.000 Autofahrern mit einer neuen Batterie weiterhelfen.

Mit dem Anbruch der kalten Jahreszeit blüht das Geschäft. Denn Frost gibt schwächelnden oder in die Jahre gekommenen Akkus den Rest. Wer also mit einer Batterie unterwegs ist, die bereits länger als vier Jahre ihren Dienst tut oder ihre Erschöpfung durch schwaches Anlasser-Orgeln zeigt, sollte rechtzeitig nach Ersatz Ausschau halten.

Beim Kauf einer Starterbatterie gilt es, unbedingt auf Einbaumaße und Batteriekapazität zu achten. Ob es jedoch ein teures Markenprodukt sein muss oder ob die billigere No-Name-Batterie auch reicht, kann nur ein aufwändiger Test zeigen. Dazu kauften wir neben Varta-, Bosch-, Exide-, Moll- und Banner-Batterien auch Billigprodukte in Baumärkten ein.

Wir entschieden uns für den Kapazitätsbereich um 74 Amperestunden - also für jene Batterien, die für die weit verbreiteten Diesel-Modelle der Golf-Klasse nötig sind. Die Preisspanne reicht von 66 Euro für die Bonus A7 bis zu 163 Euro für das Premium-Produkt Varta Silver Dynamic. Das Erstaunliche: Der Testsieger unseres Vergleichs ist die preiswerte Batterie aus dem Baumarkt.

Doch der Reihe nach. Als wichtigste Kriterien für eine Batterie-Bewertung gelten Energiespeicherung und die Kaltstartfähigkeit. Bei einer ersten Kapazitätsmessung wollten wir deshalb wissen, ob die Vorladung vom Hersteller für einen sofortigen Einsatz taugt.

Unser aktueller Batterietest: Acht Autobatterien im Test

Die erfreuliche Bilanz: Alle Batterien stellten trotz unterschiedlich langer Lagerzeiten beim Handel von der ersten Minute an mehr als 75 Prozent der Nennkapazität bereit. Ganz anders verhielt es sich beim Vergleich von angegebener zu tatsächlicher Speicherkapazität. Nach der vollständigen Ladung erreichte nur die Bahr aus dem gleichnamigen Baumarkt die aufgedruckte Kapazität von 74 Amperestunden. Alle anderen Testkandidaten mussten Punktabzüge hinnehmen.

Frostige Bedingungen
Ein wichtiges Qualitätskriterium für Autobatterien ist das Kaltstartverhalten. Denn eine intakte Batterie sollte bei kalten Temperaturen nicht gleich das Handtuch werfen. Für unseren Test simulierten wir eine frostige Winternacht. Die Batterien lagerten zwölf Stunden bei minus 25 Grad Celsius in der Klimakammer. Anschließend wurden die dann noch möglichen Startversuche gezählt.

Dazu belasteten wir 30 Sekunden lang die Batterie mit einem Strom von 200 Ampere, der in etwa der Aufnahme eines Anlassers entspricht. Nach 60 Sekunden Pause folgte der nächste Versuch. Die Überraschung: Ausgerechnet die billigste im Test, die Bonus A7 aus dem Baumarkt, schaffte mit neun die meisten Kaltstarts, dicht gefolgt von der Arktis Qualitätsbatterie (A.T.U.). Die Varta Black Dynamic konnte nicht einmal halb so oft den Motor durchdrehen.

Nächster Versuch: Bei der Tiefenentladung simulierten unsere Tester die über Nacht versehentlich eingeschaltete Beleuchtung. Nach der gründlichen Vollladung entzog eine 60-Watt-Halogenlampe der Batterie Energie. Volle Punktzahl gab es auch hier nur für die Bahr-Batterie. Ihre Leistung sank erst nach 15,3 Stunden auf sechs Volt ab. Bei der getesteten Varta Black Dynamic passiert das schon 4,7 und bei der Bosch Silver 4,3 Stunden früher.

Gut ausstaffiert
In puncto Ausstattung gibt es kaum Unterschiede: Alle Batterien verfügen über Tragehilfen. Die wuchtigen Längsgriffe von Deta und den Varta schneiden sich weniger scharf in die Handflächen ein und hinterlassen einen stabileren Eindruck als die dünnen Bügel der anderen Testkandidaten.

Den Säurestand kann man nur bei Batterien mit transparenten Gehäusen komfortabel kontrollieren - also bei Arktis, Bahr, Bonus und Moll. Alle Batterien gelten als wartungsfrei. Ein Wassernachfüllen ist nicht vorgesehen. Ein Verlust über die Entgasung ist dennoch möglich.

Bei Deta, Varta, Bosch und Banner kommt an dieser Stelle ein aufwändiges Labyrinth zum Einsatz, dass auch bei kurzzeitigem Kippen ein Auslaufen von ätzender Säure unterbindet. Einen Ladungswächter zur Kontrolle bietet nur die Deta von Exide. Über den Nutzen lässt sich streiten, denn dieser gibt nur den Ladezustand einer Zelle wieder.

Sieger wurde der billigste Akku im Test, die Bonus A7 - vor allem wegen ihrer guten Kaltstartfähigkeit. Auf den folgenden Plätzen landeten die ebenfalls preiswerten Batterien Bahr und Arktis. Holger Ippen

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