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Chrysler und Fiat

Chrysler insolvent - kommt Fiat als Retter

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Chrysler geht in die Insolvenz. Aber ob Fiat tatsächlich Geld in den US-Autobauer investiert, darüber gibt es widersprüchliche Angaben

Der US-Autobauer Chrysler geht in die Insolvenz. Das gab das Weiße Haus laut US-Medien bekannt. Es werde ein Verfahren mit Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts eröffnet, wurde ein Mitarbeiter des Weißen Hauses zitiert. Einige Gläubiger hätten nach Angaben der Regierung eine Einigung zum Schuldenverzicht abgelehnt, berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg.

Das Insolvenzverfahren soll nach bisherigen Plänen den Weg für einen rettenden Einstieg des italienischen Autobauers Fiat ebnen. Zugleich gab es aus Italien widersprüchliche Angaben darüber, ob Fiat bereits eine Vereinbarung mit Chrysler unterzeichnet hat oder noch nicht.

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Fiat zeigte sich zwar bereit, bei der maroden einstiegen Daimler-Tochter mit bis zu 35 Prozent einzusteigen - die Italiener wollen dabei aber kein Geld investieren. Fiat ist die letzte Hoffnung für Chrysler. Die Regierung gehe davon aus, Chrysler schnell durch eine Insolvenz bringen zu können, schrieb zuvor das „Wall Street Journal“. Allerdings könnten die Gläubiger einem schnellen Verfahren auch noch Steine in den Weg legen.

Das amerikanische Recht sieht zwei Hauptformen der Insolvenz vor: Den Neustart einer Gesellschaft durch Sanierung und das endgültige Aus über eine geordnete Abwicklung.

Kapitel 11 (Chapter Eleven): Angeschlagene und hoch verschuldete Unternehmen mit Überlebenschancen beantragen meist ein Verfahren nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts. Diese Variante ermöglicht ihnen, unter Gläubigerschutz und strikter Aufsicht des Insolvenzrichters weiterzuarbeiten und sich zu sanieren.

Die Firmen können mit Kreditgebern einen Schuldenabbau aushandeln und Mitarbeitern Zugeständnisse bei der Bezahlung abringen. Altlasten können zudem abgespalten und nach Möglichkeit verkauft werden. Ziel ist es, gestärkt aus der Insolvenz herauszukommen. Fast alle großen US-Fluggesellschaften machten so einen Neustart.
Das Problem: Das Verfahren zieht sich oft über viele Monate oder gar Jahre hin.

Kapitel 7 (Chapter Seven): Ist ein Unternehmen so schwach oder überschuldet, dass keine Aussicht auf Rettung besteht, bleibt nur die Liquidation nach Kapitel 7. Sie werden unter die Aufsicht eines vom Insolvenzgericht ernannten Treuhänders gestellt und aufgelöst. Die verbliebenen Vermögenswerte werden verkauft, den Erlös bekommen die Gläubiger.

Chrysler ist unter den US-Autobauern nach General Motors und Ford der kleinste der einst «Großen Drei» in der Autostadt Detroit. Die wichtigsten Fakten auf einen Blick.

  • Marken: Chrysler, Dodge, Jeep
  • Absatz global: 2 Mio Autos (2008), minus 25 Prozent zu Vorjahr
  • Absatz USA: 1,45 Mio Autos (2008), minus 30 Prozent zu Vorjahr
  • US-Marktanteil: 11,8 Prozent (Ende März 2009)
  • Beschäftigte: unter 50.000 (Ende 2006 noch mehr als 80.000)
  • Ergebnis: Chrysler selbst macht keine Angaben. Schätzungen zufolge fiel 2008 ein Minus in Milliardenhöhe an.

<dpa>