Der neue Audi A8 im ersten Fahrbericht Audi A8 4.2 TDI quattro

22.02.2010

Der neue Audi A8 umschmeichelt seinen Fahrer wie eine Wellness-Oase. Nebenbei spielt er den Part der sportlichsten Luxuslimousine und weiß schon lange vor uns, wann und wo die nächste Kurve kommt

Eckdaten
PS-kW351 PS (258 kW)
AntriebAllradantrieb, permanent, 8-Stufen-Automatik
0-100 km/h5.5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Preis90.800,00€

Wollten Sie sich schon immer mal so richtig verwöhnen lassen? Mit sonniger Aussicht, sphärischer Musik, mildem Klima und sanfter Rückenmassage? Keine Angst, dafür müssen Sie nicht gleich nach Mauritius fliegen, eine Tour im neuen Audi A8 tut es auch. Wenn Sie wenig Zeit haben, reicht eine kostenlose Probefahrt, für den längeren Wellness-Urlaub wird der Audi-Händler jedoch mindestens 89 300 Euro (4.2 FSI) verlangen. Wir haben die kurze Variante gewählt und sind damit schon voll im Thema, nämlich bei der ersten exklusiven Ausfahrt im neuen Flaggschiff der Ingolstädter, das, wenn man Audis Lobgesängen glauben darf, die elitäre Welt der Luxusliner neu definieren wird.

Der erste Anblick der 5,14 Meter langen und 1,95 Meter breiten Stufenhecklimousine, die mit ihren skulpturalen Flächen, die trickreich ein Wechselspiel von Licht und Schatten zaubern, wie aus dem Vollen gefräst wirkt, ist ziemlich beeindruckend. Da schillert, funkelt und spiegelt es nur so. Der überdimensionale Singleframe- Kühlergrill ist vermutlich reif fürs Guinness-Buch der Größenrekorde, und das Bügeleisen für die schneidigen Seitenkanten, die Audi so schön Tornado- und Dynamiklinie nennt, hätten wir auch gern.

Tür auf, Platz nehmen, einatmen, entspannen. Die Wellness-Lounge duftet nach naturbelassenem Leder (400 Euro), das „Ambiente-Licht“ (530 Euro) – wahlweise in Elfenbein, Polar oder Rubin – sorgt für heimelige Atmosphäre. Der bogenartige Cockpitrahmen erinnert an die Bordkante klassischer Motoryachten. Wie von selbst ruht das Handgelenk auf dem ebenfalls im Yacht-Stil gehaltenen Hebel der neuen Achtstufen-Tiptronic. Mit den griffigen Wippen am Lenkrad lassen sich die Gänge aber auch manuell sortieren. Fürs Klima (Komfortautomatik, 1200 Euro) wählen wir zwischen drei Modi: sanft, mittel oder stark. Und für den Winter gibt es noch eine Version, die den Fußraum stärker heizt.

Die Vordersitze haben in der Komfortversion (2500 Euro) eine 22- Wege-Einstellung, die dreistufige Innenbelüftung ist hier inklusive. Wir ordern beim elektronischen Butler eine pneumatische Rückenmassage, bei der zehn Luftkammern in der Lehne pulsieren – mit individuell wählbarer Intensität. Dazu auf Wunsch die Lieblingsmusik vom Bang & Olufsen-„Advanced Sound System“, das den A8 mit 1400 Watt und 19 Lautsprechern zum Konzertsaal macht – und mit 6500 Euro fast so viel wie ein Kleinwagen kostet.

Platz gibt es vorn übrigens üppig – das passt auch für den 1,94 Meter großen Testfahrer. Hinten indes wird nicht ganz klar, wo das Radstandplus von 4,8 Zentimetern geblieben ist: Knieraum befriedigend, Kopffreiheit für große Leute gerade noch ausreichend. Das liegt wohl an der coupéhaft abfallenden Dachlinie und daran, dass der neue A8 etwa 1,6 Zentimeter flacher ist als sein Vorgänger. Aber professionelle Hintenfahrer werden ohnehin die A8-Langversion wählen, die Audi im April zur Messe Auto China in Peking vorstellen wird.

DER NEUE AUDI A8 DENKT VORAUS
Sonst ist auch im Fond ziemlich alles First Class: Sitzheizung, elektrische Einstellung, Massage, viel Entertainment mit 10,2-Zoll-Displays, DVD-Laufwerk, Speicherkarten- Slots, dazu ein GPRS-Modul zur Datenübertragung. UMTS fürs fixe Internet und ein bordeigener WLAN-Hotspot sind leider erst im Herbst verfügbar.

Das Traumziel der Tour geben wir ins neue Super-Navi ein. Wir können es auch Buchstabe für Buchstabe – ohne hinzusehen – mit dem Finger aufs angedockte Touchpad schreiben. Das Gerät erkennt fast jedes Gekrakel, sogar Chinesisch. Bestellt man die „MMI Navigation plus“ (2900 Euro) mit dem Luxus-Tempomaten („ACC Stop & Go“, 2000 Euro) und dem auf alles reagierenden automatischen Lichtsystem (800 Euro), dann liest das oberschlaue System sogar den Kurs der Limousine mit und beugt ständig vor: Das Kreuzungslicht wird schon vor der Ecke angeknipst, und vor der Autobahnabfahrt beschleunigt der A8 nicht mehr, weil unnötig.

Jetzt könnten wir über den Sinn des Diesels in der Luxusliga diskutieren, bei dieser samtigen Maschine auch unterwegs. Im Leerlauf hören wir vom auf 350 PS erstarktem V8 TDI (vorher 326 PS) nämlich nur ein leises Summen, nach dem Losfahren auch nicht viel mehr. Vibrationen? Nicht spürbar.

Dafür fällt auf, dass dieser 4,2-Liter-Motor mit dem rund zwei Tonnen schweren Auto leichtes Spiel hat, obwohl es trotz verfeinerter und nun noch steiferer Aluminium-Karosse (Spaceframe) zum Vorgängermodell um 50 kg zugelegt hat. Schon ein zartes Streicheln des Gaspedals bewirkt geschmeidigen Vortrieb, die üppigen 800 Nm Drehmoment sind bereits bei 1750 Touren abrufbar, und die 5,5 Sekunden, die Audi für den Sprint von null auf 100 km/h angibt, erscheinen ziemlich real.

Auch ein Verdienst der neuen Wandlerautomatik, die ihre acht Gänge sehr schnell und auffallend harmonisch wechselt. Die offizielle Spitze von 250 km/h ist wie immer eine abgeregelte – ohne die bremsende Elektronik würde der A8 mit dem Parade-cW-Wert von 0,26 locker Tempo 280 erreichen.

Für den Verbrauch verspricht Audi den sozialverträglichen Schnitt von 7,6 Litern, die Praxiswerte wird unser erster Test nachliefern. Eine spritsparende Start-Stopp- Automatik hat das Auto allerdings nicht, die soll erst 2011 folgen.

VIEL RUHE, VIEL FAHRSPASS
Unterdessen verrät die adaptive Luftfederung nur wenig über den Zustand der Straße, alle Unebenheiten werden so feinfühlig weggebügelt, wie man es von einem Auto dieser Preisklasse erwartet. Und die niedrigen Windgeräusche würden auch oberhalb von Tempo 200 noch eine gepfl egte Unterhaltung mit dem Beifahrer zulassen, wenn der nicht, eingelullt vom so sanften Sausen, längst schlafen würde.

Munter wird er, wenn wir uns beim Fahrdynamiksystem für „dynamic“ entscheiden und den Businessliner etwas härter rannehmen. Denn schließlich schwört Audi auf die oberbayrische Bibel, dass der neue A8 „die sportlichste Limousine der Luxusklasse“ sei. Genaueres kann auch hier nur ein späterer Test mit Messwerten zeigen, aber auch in den Serpentinen rund um Malaga fällt auf, dass sich dieses Auto für seine Größe erstaunlich agil, sportlich und präzise bewegt.

Da kommt Fahrspaß auf, so viel würden wir schon unterschreiben. Dabei helfen die sportlich-direkt übersetzte Lenkung (16,1:1), Audis spezielles Sportdifferenzial (1150 Euro), das in schnellen Ecken die Antriebskräfte stufenlos zwischen den Hinterrädern verteilt, und der permante Allradantrieb, dessen Abstimmung in die forschere Richtung weist: Sein mechanisches Mittendifferenzial leitet im Normalfall 60 Prozent der Antriebskraft zur Hinterachse.

Wenn Sie inzwischen die Zahlen in den Klammern addiert haben, wissen sie, dass hier die 100000-Euro-Marke in Nullkommanichts fällt. Auch Audi lässt sich Feines gut bezahlen. Immerhin sind noch zwei günstigere Diesel in Sicht: Im Spätsommer startet der sechszylindrige Dreiliter-TDI mit 250 PS, Anfang 2011 folgt die Basisversion mit 204 PS. Wolfgang Eschment

Fazit

Technische Daten
Motor 
ZylinderV8-Zylinder, 4-Ventiler, Common-Rail-Turbodiesel, Partikelfilter
Hubraum4134
Leistung
kW/PS
1/Min

258/351
4000 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
800
1750 - 2750 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe8-Stufen-Automatik
AntriebAllradantrieb, permanent
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: innenbelüftete Scheiben
Bereifungv: 235/55 R 18
h: 235/55 R 18
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1995
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)5.5
Höchstgeschwindigkeit (km/h)250
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch7.6l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)199

Tags:
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